Die Schleie (Tinca tinca) ist ein heimlicher, kampfstarker Friedfisch, der sich gern im Verborgenen an Kraut- und Seerosenkanten aufhält. Wer sie gezielt beangelt, wird mit vorsichtigen, spannenden Bissen und einem zähen Drill belohnt.
Größe: typisch etwa 20-40 cm, kapitale Fische bis rund 60-70 cmLaichzeit: Spätlaicher, meist Mai bis Juli bei warmem Wasser ab etwa 18-20 Grad (Deutschland)Nahrung: am Grund lebende Kleintiere wie Insektenlarven, Schnecken, Würmer und Muschelkrebse, dazu Algenaufwuchs und pflanzliche Kost
Beste Zeit zum Schleieangeln
Die Hauptsaison läuft vom späten Frühjahr bis in den Frühsommer, mit einem klaren Höhepunkt von Mai bis August, wenn das Wasser warm ist und das natürliche Nahrungsangebot explodiert. Am aktivsten sind Schleien in der Dämmerung: Die frühen Morgenstunden und der späte Abend bringen die meisten Fische. Im kühleren Frühjahr fressen sie zusätzlich über die warme Mittagszeit, weshalb sich das Ausprobieren verschiedener Zeitfenster lohnt.
Wo steht der Schleie?
Krautige Flachzonen und die erste Krautbank direkt vor dem Ufer
Seerosenfelder und deren Kanten zum Freiwasser
Schilfgürtel und schlammige Uferkanten mit weichem Grund
Übergänge zwischen dichter Vegetation und offenem Wasser
Bereiche unter überhängenden Büschen und an ruhigen Grasufern
Stellen mit aufsteigenden Gasblasen und Schlammwolken (typische Gründelspuren fressender Schleien)
Methoden zum Schleieangeln
Posenangeln an Krautkanten (Liftmontage)
Die klassische Methode für flache, krautige Zonen. Bei der Liftmontage sitzt ein Bleischrot dicht über dem Haken; die Pose wird leicht übertief eingestellt. Nimmt die Schleie den Köder und hebt das Schrot an, legt sich die Pose flach oder steigt aus dem Wasser - dieser charakteristische Hebebiss wird sauber angezeigt. Der Köder lässt sich so präzise über Kraut und Schlamm anbieten, ohne im Weichgrund zu versinken. Ein langer Waggler mit 2 bis 5 g Tragkraft steht auch bei Wind ruhig und zeigt Hebebisse deutlich an.
Method-Feeder / Grundangeln
Ideal, um gezielt anzufüttern und auf Distanz zu fischen. Beim Method-Feeder liegt der Köder direkt im oder am klebrigen Futter, wodurch ein Selbsthakeffekt entsteht - das senkt gerade bei den zaghaften Schleienbissen die Fehlbissrate spürbar. Die Rutenspitze wird flach gestellt und mit einem Bissanzeiger kombiniert. Alternativ funktioniert klassisches Grundangeln mit Festblei oder eine bleifreie freie Leine im Uferbereich sehr gut.
Köder für Schleie
Schleien lassen sich mit natürlichen Ködern hervorragend fangen. In weißfischreichen Gewässern helfen größere oder haltbarere Köder, gezielt die Schleie und weniger Beifang anzulocken.
Mini-Boilie / Pop-Up — Kleine Boilies (etwa 10 bis 15 mm) am Haar sind sehr selektiv: Sie bleiben länger attraktiv als Made oder Wurm und werden von Weißfischen seltener genommen. Ein leicht auftreibendes Pop-Up präsentiert den Köder verlockend über Schlamm und Kraut - erste Wahl am Method-Feeder.
Kunstmais — Künstlicher, aromatisierter Mais überzeugt als optischer Reiz und bleibt am Haken bestens sitzen. Als einzelnes Korn oder in Kombination mit echtem Mais am Haar bringt er auch vorsichtige Schleien zum Zupacken.
Made / Dendrobena — Ein Bündel Maden oder ein Dendrobena/Mistwurm gehört zu den fängigsten Schleienködern. Zwei bis drei Maden am Haken oder ein bis zwei kleine Mistwürmer aufgezogen wirken besonders in der Dämmerung. In kleinfischreichen Gewässern lohnt der Umstieg auf größere Köder.
Mais — Dosenmais ist ein Klassiker und gleichzeitig ein guter Beifang-Filter: Eine Maiskette aus zwei bis vier Körnern nimmt die Schleie problemlos, während Rotaugen und Rotfedern meist die Flossen davon lassen.
Für die vorsichtige Schleie zählt eine leichte, fein abgestimmte Montage. Zwei Aufbauten decken die meisten Situationen ab.
Schnur: Feine Mono 0,18-0,22 mm für die Pose, beim Grundangeln in krautigen Gewässern etwas kräftiger (0,25-0,30 mm). Dazu kleine, scharfe und dickdrähtige Haken sowie eine sensible Bisserkennung (Hebebiss an der Pose bzw. flach gestellte Feederspitze mit Bissanzeiger).
Am fängigsten sind Wurm (Tau- oder Mistwurm), ein Madenbündel und Mais; am Method-Feeder überzeugen Mini-Boilies am Haar. In Gewässern mit viel Weißfisch bringen größere oder haltbarere Köder wie eine Maiskette oder ein Boilie gezielter Schleien an den Haken.
Wann beißt die Schleie?
Am besten in der Dämmerung - früh morgens und am späten Abend. Die Hauptzeit reicht vom späten Frühjahr bis in den Sommer (Mai bis August). Im kühlen Frühjahr sind Schleien zusätzlich über die wärmere Mittagszeit aktiv.
Wo steht die Schleie?
An krautigen Flachzonen, Seerosenfeldern, Schilf- und Uferkanten mit weichem Grund - meist direkt am Übergang zwischen Vegetation und Freiwasser. Aufsteigende Bläschen und Schlammwolken (Gründeln) verraten fressende Schleien.