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Regeln · alle Bundesländer

Setzkescher: Wo ist er erlaubt? Alle Bundesländer

Beim Setzkescher trifft Fischereirecht auf Tierschutzrecht — und genau deshalb unterscheiden sich die Länder hier am stärksten.

Bundesland Status Kurz Fundstelle
Baden-Württemberg Landesrechtlich offen Das Landesrecht regelt den Setzkescher nicht — maßgeblich sind das Tierschutzgesetz des Bundes sowie Gewässerordnung und Erlaubnisschein. keine landesrechtliche Vorschrift; bundesrechtlich §§ 1, 2, 17 TierSchG
Bayern Nur unter Auflagen Setzkescher sind in Bayern zulässig, aber nur knotenfrei, ausreichend groß und für kürzestmögliche Zeit. § 20 Abs. 1 und Abs. 2 AVBayFiG
Berlin Nur unter Auflagen Setzkescher sind in Berlin erlaubt, aber nur in genau vorgeschriebener Bauform und längstens bis zum Ende des Fangtages. § 14 Abs. 2 bis 4 LFischO
Brandenburg Nur unter Auflagen Hältern im Setzkescher ist erlaubt, aber nur unter den engen Bedingungen des § 11 BbgFischO. § 11 Abs. 1–4 BbgFischO
Bremen Verboten Die Lebendhälterung gefangener Fische in Setzkeschern ist in Bremen gesetzlich verboten. § 19 Abs. 4 BremFiG
Hamburg Verboten Das Hältern von Fischen ist in Hamburg verboten — ein Setzkescher ist für Angler unzulässig. § 15 Abs. 2 Satz 2 HmbFAnG
Hessen Nur unter Auflagen Erlaubt, aber nur unter den engen Bedingungen des § 10 HFischV. § 10 Abs. 1 bis 5 HFischV
Mecklenburg-Vorpommern Landesrechtlich offen Das Landesrecht enthält keine Setzkescher-Vorschrift; zulässig nur im Rahmen des Tierschutzrechts. § 12 LFischG M-V (keine Setzkescher-Regelung); vgl. LT-Drs. 8/3882
Niedersachsen Nur unter Auflagen Nur bei belegtem Hegefischen mit Schonsetzkescher zulässig — die Hälterung von Speisefischen gilt als Tierschutzverstoß. § 1 i. V. m. § 2 TierSchG; § 40 Abs. 1 Nds. FischG (Hegepflicht)
Nordrhein-Westfalen Landesrechtlich offen Landesrechtlich nicht geregelt — es gilt das Bundes-Tierschutzrecht. keine landesrechtliche Norm; § 4 LFischVO NRW, § 50 Abs. 2 LFischG NRW, §§ 1, 2, 17 TierSchG
Rheinland-Pfalz Nur unter Auflagen Hältern ist erlaubt, aber nur mit Textil-Setzkescher nach genauen Maßvorgaben — der Drahtsetzkescher ist verboten. § 26 Sätze 1–4 LFischO (Sanktion: § 49 Nr. 10)
Saarland Nur unter Auflagen Setzkescher sind erlaubt, aber nur für Fische zur Verwertung oder zum Umbesatz und nur mit vorgeschriebener Bauart und Höchstmenge. § 8 LFO
Sachsen Nur unter Auflagen Setzkescher sind ausdrücklich zulässig, aber nur tierschutzgerecht und zeitlich begrenzt. § 16 Satz 1 bis 3 SächsFischVO
Sachsen-Anhalt Nur unter Auflagen Hältern im Setzkescher ist erlaubt, aber nur mit vernünftigem Grund, knotenfreiem Kescher und ohne Salmoniden, Maränen, Zander, Hecht und Barsch. § 10 Abs. 1 und Abs. 2 FischO LSA
Schleswig-Holstein Nur unter Auflagen Setzkescher sind erlaubt, aber nur zur Frischhaltung des Fanges und unter strengen Bau- und Hälterungsvorgaben. § 11 Abs. 1 bis 5 LFischG-DVO
Thüringen Nur unter Auflagen Setzkescher sind erlaubt, aber nur knotenlos, ausreichend groß und kurzzeitig — Salmoniden sind ausgenommen. § 24 Abs. 1–4 ThürFischAVO

Je Land am amtlichen Gesetzes- bzw. Verordnungstext geprüft, Stand Juli 2026. Die Gewässerordnung des Bewirtschafters kann strenger sein. Ohne Gewähr.

Setzkescher: worum es geht

Ein Setzkescher hältert gefangene Fische lebend im Wasser. Rechtlich ist das eine Tierschutzfrage: Nach dem Tierschutzgesetz des Bundes darf niemandem ohne vernünftigen Grund vermeidbares Leiden zugefügt werden. Einige Länder verbieten die Lebendhälterung deshalb ausdrücklich, andere lassen sie unter Auflagen zu — etwa knotenloses Material, ausreichende Größe, Lage in strömungsberuhigtem Wasser und eine Begrenzung auf den Fangtag.

Häufige Fragen

Welche Anforderungen muss ein Setzkescher erfüllen?

Wo die Hälterung zulässig ist, verlangen die Verordnungen typischerweise: ausreichend geräumig, knotenloses und weiches Netzmaterial, vollständig und ausgestreckt im Wasser liegend, in strömungsberuhigter Zone, mit ausreichender Sauerstoffversorgung. Die konkreten Vorgaben und Maße stehen in der Landesverordnung — die Detailseite nennt sie mit Paragraph.

Darf ich gehälterte Fische wieder zurücksetzen?

Das hängt vom Land ab. Manche Verordnungen bestimmen ausdrücklich, dass gehälterte Fische nicht zurückgesetzt werden dürfen — die Hälterung gilt dann als Entscheidung zur Entnahme. Wo das so geregelt ist, weisen wir es auf der Länderseite aus.

Gilt das Tierschutzgesetz zusätzlich zum Landesrecht?

Ja. Das Tierschutzgesetz des Bundes gilt immer und zusätzlich. Selbst dort, wo das Landesrecht die Hälterung erlaubt, bleibt sie nur zulässig, solange dem Fisch dabei keine vermeidbaren Schmerzen, Leiden oder Schäden entstehen. Die Hälterungsdauer ist auf das Nötigste zu begrenzen.

Weitere Regeln im Vergleich

Nachtangeln in allen BundesländernBlei-Verbot in allen Bundesländern. Schonzeiten und Mindestmaße stehen in der Schonzeiten-Übersicht; für ein konkretes Datum hilft der Fang-erlaubt-Checker.