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Friedfische: Arten, Unterschied zum Raubfisch & Angeln

Sie machen den größten Teil des Fischbestands in unseren Gewässern aus, sind das ganze Jahr über zu fangen und der beste Einstieg ins Angeln überhaupt.

Der Name führt in die Irre

„Friedfisch" klingt nach Sanftmut, meint aber ausschließlich die Ernährungsweise: Diese Arten fressen keine anderen Fische. Mit dem Verhalten hat das wenig zu tun. Ein Karpfen im Drill zieht kompromissloser als mancher Hecht, und ein großer Döbel schnappt sich einen Jungfisch, ohne dass ihn das aus der Gruppe entfernen würde. Die Einteilung ist eine Faustregel der Angelpraxis, keine biologische Systematik — und genau deshalb hat sie unscharfe Ränder.

Der Unterschied zeigt sich am deutlichsten am Gebiss. Raubfische tragen Fangzähne oder Bürstenzahnfelder im Maul; die Karpfenfische unter den Friedfischen haben dort gar keine Zähne. Ihre sitzen weit hinten im Rachen und arbeiten gegen eine Hornplatte am Schädeldach — damit knacken sie Schnecken und Muscheln. Wie die verschiedenen Gebisse aussehen, steht unter Fischgebisse im Vergleich.

Die Friedfische im Überblick

Zum Vergleich die Raubfische im Bestand: Hecht, Zander, Barsch, Wels, Rapfen, Quappe.

Gerät: feiner als beim Raubfischangeln

Friedfische nehmen den Köder vorsichtig auf, oft ohne dass sich die Rutenspitze rührt. Deshalb fischt man leicht: eine Posen-, Match- oder Feederrute, dünnes Vorfach und kleine Haken zwischen Größe 10 und 18. Ein Stahlvorfach hat hier nichts zu suchen — es ist steif, sichtbar und würde jeden vorsichtigen Biss verhindern.

Die beiden großen Methoden sind das Posenangeln, bei dem der Köder in einer bestimmten Tiefe schwebt und die Pose den Biss anzeigt, und das Feedern, bei dem ein Futterkorb den Köder samt Anfütterung am Grund ablegt und die feine Rutenspitze den Biss überträgt.

Köder und Anfüttern

Die klassischen Köder sind Made, Rotwurm, Mais, Brotflocke, Teig und — beim Karpfen — der Boilie. Alle lassen sich in Sekunden wechseln, und genau das gehört zum Friedfischangeln: Was heute läuft, kann morgen liegen bleiben.

Entscheidender als der Köder ist meist das Anfüttern. Friedfische ziehen in Schwärmen umher; ein regelmäßig beschickter Platz hält sie fest, statt dass sie nach zwei Bissen weiterwandern. Die Regel lautet: lieber häufig kleine Mengen als einmal viel. Wer zu viel füttert, sättigt den Schwarm und schaut zu, wie er satt weiterzieht.

Was die Fische im Gewässer natürlicherweise fressen — und woran du erkennst, worauf sie gerade gehen — steht unter Wasserinsekten als Fischnährtiere.

Schonzeiten gelten auch hier

Ein verbreiteter Irrtum: Friedfische seien „immer frei". Das stimmt nicht. Barbe, Schleie, Nase und Döbel haben in mehreren Bundesländern Schonzeiten und Mindestmaße, und einzelne Arten sind regional ganzjährig geschützt. Was heute für deinen Zielfisch und dein Bundesland gilt, prüfst du im Fang-erlaubt-Checker oder in den Schonzeiten-Übersichten.

Häufige Fragen

Welche Fische sind Friedfische?

Zu den Friedfischen zählen Karpfen, Schleie, Rotauge, Brasse, Döbel, Barbe, Nase, Aland, Zährte, Rotfeder, Hasel, Karausche, Gründling. Gemeinsam ist ihnen, dass sie sich von Kleintieren, Pflanzen und Bodennahrung ernähren statt von anderen Fischen.

Was ist der Unterschied zwischen Friedfisch und Raubfisch?

Die Ernährung. Raubfische wie Hecht, Zander und Barsch jagen andere Fische und haben dafür ein entsprechendes Gebiss — Fangzähne oder Bürstenzahnfelder. Friedfische nehmen Zuckmückenlarven, Würmer, Schnecken, Muscheln, Pflanzenteile und Samen auf; die Karpfenfische unter ihnen haben im Kiefer gar keine Zähne, sondern Schlundzähne weit hinten im Rachen. Die Grenze ist fließend: Große Döbel und Alande nehmen durchaus kleine Fische.

Braucht man zum Friedfischangeln anderes Gerät?

Ja, meist deutlich feineres. Statt kräftiger Spinnrute und Kunstköder fischt man mit leichter Posen-, Match- oder Feederrute, dünnem Vorfach und kleinen Haken (Größe 10 bis 18). Die Köder sind Made, Wurm, Mais, Brotflocke, Teig oder Boilie. Zentral ist das Anfüttern: Friedfische ziehen in Schwärmen umher, und ein gut gefütterter Platz hält sie am Angelplatz fest.

Sind Weißfische dasselbe wie Friedfische?

Fast, aber nicht ganz. „Weißfisch" meint die silbrig glänzenden Karpfenfische wie Rotauge, Brasse, Güster und Ukelei — eine Teilmenge der Friedfische. Karpfen und Schleie sind Friedfische, würde aber niemand als Weißfisch bezeichnen.

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