Rotfeder: Schonzeit und Mindestmaß in allen Bundesländern
Schonzeiten sind Landesrecht — für Rotfeder gilt in jedem Bundesland etwas anderes.
Beim Mindestmaß reicht die Spanne von 15 bis 20 Zentimeter. Diese Übersicht stellt alle 16 erfassten Länder nebeneinander, jeweils mit
Paragraph und Fassungsstand.
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Werte nach Landesrecht, Stand Juli 2026. Die Gewässerordnung kann strenger sein. Ohne Gewähr.
Was der Vergleich zeigt
Eine befristete Schonzeit für Rotfeder legen 1 von 16 Ländern fest
— die Startdaten reichen vom 15.03. bis zum 15.03. Ohne landesweite Schonzeit bleibenBaden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen — dort regelt in der Praxis die Gewässerordnung.
Beim Maß bedeutet die Spanne von 15 bis 20 Zentimeter konkret: Ein Rotfeder, der in einem Land
maßig ist, kann im Nachbarland untermaßig sein. Wer über Landesgrenzen angelt, prüft deshalb
besser das Land, in dem das Gewässer liegt — und nicht das, in dem er wohnt.
Eine Besonderheit: In Hessen (20–30 cm) gilt ein Entnahmefenster. Dort sind auch besonders große Exemplare zu schonen,
weil sie die laichstärksten Tiere im Bestand sind.
In Rheinland-Pfalz, Sachsen gelten nicht überall im Land dieselben
Werte. Je nach Gewässer oder Gebiet weichen Schonzeit oder Maß ab — die Landesseiten
führen die Abweichungen einzeln auf.
Steckbrief: Rotfeder
Wiss. Name
Scardinius erythrophthalmus
Familie
Karpfenfische (Cyprinidae), Gattung Scardinius
Groesse
meist 20–30 cm, ausnahmsweise bis rund 50 cm
Gewicht
überwiegend 250–400 g; kapitale Fische 1 bis 2 kg, in Ausnahmefällen bis etwa 3 kg
Laichzeit
April bis Juli, Schwerpunkt Mai und Juni ab etwa 18 °C Wassertemperatur
Nahrung
weiche Wasserpflanzen und Algen, dazu Anflug-Insekten, Insektenlarven, Schnecken und Kleinkrebse; Jungfische leben von Zooplankton
Erkennungsmerkmale
Merkmale
Die Rotfeder hat einen hochrückigen, seitlich stark abgeflachten Körper. Der Rücken ist graugrün bis braungrün, die Flanken glänzen gold- bis messingfarben, der Bauch ist silbrig. Namensgebend sind die Flossen: Bauch-, After- und Rückenflosse leuchten orange bis blutrot, am Ansatz bräunlich bis grau, und die Färbung wird mit zunehmendem Alter kräftiger. In der Seitenlinie zählt man 40 bis 42 Schuppen. Wie alle Karpfenfische besitzt die Rotfeder statt Kieferzähnen kräftige Schlundzähne, mit denen sie weiche Pflanzenteile zerkleinert.
Für die sichere Bestimmung zählen drei Merkmale. Das Maul ist oberständig: Der Unterkiefer steht vor, die Maulspalte ist steil nach oben gerichtet und passt damit zur Nahrungsaufnahme im Mittelwasser und an der Oberfläche. Die Rückenflosse setzt deutlich hinter der Basis der Bauchflossen an – legst du einen gedachten Strich senkrecht durch den Bauchflossenansatz, liegt der Beginn der Rückenflosse klar dahinter. Zwischen Bauchflossen und After trägt die Rotfeder außerdem eine scharf gekielte Bauchkante, die sich mit dem Finger deutlich ertasten lässt. Die Iris ist goldgelb bis messingfarben.
Lebensraum & Verhalten
Lebensraum
Die Rotfeder besiedelt stehende und langsam fließende Gewässer mit weichem, schlammigem Grund und reichem Pflanzenbewuchs. Typisch sind Seen, Teiche, Torfstiche, Baggerseen, Altarme, Kanäle und die strömungsberuhigten Abschnitte langsamer Flüsse. Innerhalb dieser Gewässer hält sie sich bevorzugt in stark verkrauteten Bereichen, an Schilfkanten und in Ufernähe auf, meist im oberen Bereich der Wassersäule. Sie lebt gesellig in Schwärmen, die je nach Gewässer von einigen Dutzend bis zu mehreren hundert Fischen umfassen.
Das Verbreitungsgebiet reicht von den Pyrenäen über ganz Mitteleuropa bis zum Ural, zum Kaspischen Meer und zum Aralsee; in Deutschland ist die Art flächendeckend vertreten. Bemerkenswert ist ihre Salztoleranz: Sie kommt auch im Brackwasser der Ostseeküste vor, etwa in Bodden und Haffen. Als Pflanzenfresserin profitiert sie von nährstoffreichen, warmen Gewässern und setzt sich dort häufig als Hauptart durch. Einzelne Bundesländer führen die Rotfeder in ihren Roten Listen als gefährdet, vor allem weil genetisch reine Bestände durch Kreuzungen mit dem Rotauge seltener werden.
Laichzeit & Schonung
Laichzeit
Die Rotfeder laicht von April bis Juli, mit deutlichem Schwerpunkt im Mai und Juni. Ausschlaggebend ist die Wassertemperatur: Sobald sie stabil bei etwa 18 °C liegt, ziehen die Schwärme in dicht bewachsene Flachwasserzonen. Als Pflanzenlaicher heftet die Rotfeder ihre klebrigen, rötlich-gelben Eier von rund 1,5 mm Durchmesser an Wasserpflanzen und Wurzelwerk. Ein Weibchen gibt dabei 100.000 bis 200.000 Eier ab, häufig in mehreren Portionen über einige Wochen verteilt. Die Larven schlüpfen je nach Temperatur nach drei bis zehn Tagen. Geschlechtsreif werden die Fische mit zwei bis drei Jahren.
Rechtlich bleibt die Rotfeder in Deutschland das ganze Jahr über fangbar: Sämtliche Bundesländer geben sie ganzjährig frei. Eine echte Schonzeit gibt es allein in Hessen, dort ist die Art vom 15.03. bis 31.05. geschont – also genau im Zeitraum vor und während des Laichgeschäfts. Neun Bundesländer führen die Rotfeder in ihren Fischereiverordnungen ausdrücklich als Art, für die Schonzeit und Mindestmaß entfallen. Wer sicher gehen will, prüft vor dem Ansitz die Regeln des jeweiligen Landes und die Gewässerordnung des Vereins, die zusätzlich strengere Vorgaben enthalten kann. Alle Termine je Bundesland stehen unter /schonzeit/rotfeder/.
Fangen: Zeit, Koeder, Methode
Fangen
Weil das oberständige Maul auf Nahrung im Mittelwasser und an der Oberfläche ausgelegt ist, fängst du Rotfedern flach. Die Standardmethode ist das feine Posenangeln mit einem 1- bis 2-Gramm-Waggler an Kraut- und Schilfkanten, wobei der Köder in der Absinkphase angeboten wird. Dazu kommen das Oberflächenangeln mit Brot an der Wasserkugel und, in der Dämmerung, die Trockenfliege. Fängige Köder sind Brot, Maden, Caster, Dosenmais und Anflug-Insekten an Haken der Größen 8 bis 18. Die beste Zeit liegt zwischen Mai und September, jeweils in den frühen Morgen- und den späten Abendstunden.
Bei den Entnahmeregeln fällt Hessen aus dem Rahmen: Dort gilt für die Rotfeder ein Entnahmefenster von 20 bis 30 cm. Fische unter 20 cm und über 30 cm bleiben also im Gewässer. Für einen Weißfisch ist ein solches Höchstmaß ungewöhnlich – der Gedanke dahinter: Große, alte Rotfedern liefern mit Abstand die meisten Eier und die beste Nachkommenschaft, weshalb der Bestand von ihrem Verbleib im Gewässer profitiert. Mindestmaße ohne Höchstmaß bestehen in Rheinland-Pfalz (15 cm), Sachsen (20 cm, ausschließlich in Fließgewässern) und Thüringen (15 cm). In den übrigen Ländern ist die Größe der entnommenen Fische frei; die vollständige Übersicht findest du unter /mindestmass/rotfeder/.
Verwechslungsarten
Verwechslung
Die mit Abstand häufigste Verwechslung betrifft das Rotauge (Rutilus rutilus). Beide Arten sind silbrig, hochrückig und tragen rötliche Flossen, lassen sich aber an vier Merkmalen sauber trennen. Die Maulstellung ist das verlässlichste Kennzeichen: oberständig mit vorstehendem Unterkiefer bei der Rotfeder, endständig und waagerecht beim Rotauge. Ebenso eindeutig ist der Flossenstand – bei der Rotfeder beginnt die Rückenflosse deutlich hinter dem Bauchflossenansatz, beim Rotauge stehen beide senkrecht übereinander. Hinzu kommen die goldgelbe Iris der Rotfeder gegenüber der leuchtend roten des Rotauges sowie die gekielte Bauchkante, die beim Rotauge gerundet ausfällt. Bei der Rotfeder sind zudem alle Flossen kräftig rot, beim Rotauge vor allem Bauch-, Brust- und Afterflosse.
Erschwert wird die Bestimmung durch Hybriden: Rotfeder und Rotauge kreuzen sich häufig, ebenso kommen Kreuzungen mit Brasse und Aland vor. Solche Bastarde zeigen Zwischenformen bei Maulstellung, Flossenstand und Augenfarbe, weshalb gerade sehr große, vermeintliche Rekordfische oft Mischlinge sind – Rekordkommissionen führen solche Fänge deshalb regelmäßig getrennt als Hybriden. Prüfe im Zweifel immer mehrere Merkmale gemeinsam statt eines einzelnen. Weitere Kandidaten für eine Verwechslung sind die Güster mit ihren grauen Flossen und rötlichen Brustflossenansätzen sowie der Aland mit endständigem Maul und spindelförmigerem Körper; junge Rotfedern werden gelegentlich mit dem Ukelei verwechselt, dessen Körper deutlich schlanker und dessen Afterflosse länger ist.
Vom 11. August 2020, in Kraft seit 25. September 2020; § 1 seither unverändert
Häufige Fragen
Wann ist die Schonzeit bei Rotfeder?
Das hängt vom Bundesland ab — Schonzeiten sind Landesrecht. 1 der 16 hier erfassten Länder legen für Rotfeder eine befristete Schonzeit fest; die Startdaten reichen vom 15.03. bis zum 15.03. Die Tabelle oben nennt jeden Zeitraum mit Fundstelle.
Wie groß muss ein Rotfeder sein, damit man ihn mitnehmen darf?
Auch das Mindestmaß ist Landesrecht und reicht über die erfassten Länder von 15 bis 20 Zentimeter. In Hessen gilt zusätzlich ein Höchstmaß — dort darf nur entnommen werden, was in das Entnahmefenster fällt. Gemessen wird von der Kopfspitze bis zum Ende der Schwanzflosse.
Gilt die Schonzeit für Rotfeder im ganzen Bundesland?
Nicht überall. In Rheinland-Pfalz, Sachsen gelten für Rotfeder in bestimmten Gewässern oder Gebieten abweichende Regeln — etwa an der Küste, in einzelnen Flusssystemen oder in Gewässern mit eigenem Regelwerk. Die jeweilige Landesseite führt die Abweichungen einzeln auf. Genau diese Einschränkungen fehlen in vielen Schonzeiten-Tabellen.
Wann und womit fängt man Rotfeder am besten?
Weil das oberständige Maul auf Nahrung im Mittelwasser und an der Oberfläche ausgelegt ist, fängst du Rotfedern flach. Die Standardmethode ist das feine Posenangeln mit einem 1- bis 2-Gramm-Waggler an Kraut- und Schilfkanten, wobei der Köder in der Absinkphase angeboten wird.
Wie unterscheide ich Rotfeder von ähnlichen Arten?
Die mit Abstand häufigste Verwechslung betrifft das Rotauge (Rutilus rutilus). Beide Arten sind silbrig, hochrückig und tragen rötliche Flossen, lassen sich aber an vier Merkmalen sauber trennen.