Europäischer Aal: Schonzeit und Mindestmaß in allen Bundesländern
Schonzeiten sind Landesrecht — für Europäischer Aal gilt in jedem Bundesland etwas anderes.
Beim Mindestmaß reicht die Spanne von 35 bis 50 Zentimeter. Diese Übersicht stellt alle 16 erfassten Länder nebeneinander, jeweils mit
Paragraph und Fassungsstand.
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ThürFischAVO, § 1 Abs. 1 ThürFischAVO i. V. m. § 3 Abs. 6
Werte nach Landesrecht, Stand Juli 2026. Die Gewässerordnung kann strenger sein. Ohne Gewähr.
Was der Vergleich zeigt
Eine befristete Schonzeit für Europäischer Aal legen 6 von 16 Ländern fest
— die Startdaten reichen vom 15.09. bis zum 01.12. Ohne landesweite Schonzeit bleibenBerlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein — dort regelt in der Praxis die Gewässerordnung.
Beim Maß bedeutet die Spanne von 35 bis 50 Zentimeter konkret: Ein Aal, der in einem Land
maßig ist, kann im Nachbarland untermaßig sein. Wer über Landesgrenzen angelt, prüft deshalb
besser das Land, in dem das Gewässer liegt — und nicht das, in dem er wohnt.
Eine Besonderheit: In Hamburg (45–75 cm) und Hessen (50–70 cm) gilt ein Entnahmefenster. Dort sind auch besonders große Exemplare zu schonen,
weil sie die laichstärksten Tiere im Bestand sind.
In Baden-Württemberg, Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein gelten nicht überall im Land dieselben
Werte. Je nach Gewässer oder Gebiet weichen Schonzeit oder Maß ab — die Landesseiten
führen die Abweichungen einzeln auf.
Steckbrief: Europäischer Aal
Wiss. Name
Anguilla anguilla
Familie
Echte Aale (Anguillidae)
Groesse
Weibchen meist 60–100 cm, ausnahmsweise bis rund 150 cm; Männchen bleiben mit etwa 30–50 cm deutlich kleiner
Gewicht
in der Regel 0,5–2 kg, große Weibchen (Blankaale) erreichen ausnahmsweise bis etwa 6 kg
Laichzeit
Laicht ausschließlich in der Sargassosee (westlicher Atlantik), rund 5.000–6.000 km von Europa entfernt; Laichwanderung meist ab Spätsommer/Herbst, die eigentliche Fortpflanzung im Meer wird auf das Frühjahr datiert
Nahrung
Nachtaktiver Allesfresser am Gewässergrund: Würmer, Insektenlarven, Krebstiere, Schnecken, Fischlaich und kleine Fische; große Aale nehmen verstärkt Fisch
Erkennungsmerkmale
Merkmale
Der Aal ist an seinem langgestreckten, schlangenförmigen Körper und der glatten, stark schleimigen Haut sofort zu erkennen. Die kleinen Schuppen liegen tief in der Haut eingebettet, sodass sich der Fisch nackt anfühlt.
Rücken-, Schwanz- und Afterflosse bilden einen durchgehenden Flossensaum, während Bauchflossen vollständig fehlen. Im Laufe des Lebens wechselt der Aal seine Färbung vom gelblich-braunen Gelbaal zum silbrigen Blankaal mit kontrastreicher heller Bauchseite, dem wanderbereiten Stadium.
Lebensraum & Verhalten
Lebensraum
Als nachtaktiver Bodenfisch besiedelt der Aal Flüsse, Seen, Kanäle und Brackwasserzonen von Skandinavien bis Nordafrika. Tagsüber ruht er versteckt im Schlamm, unter Wurzeln, Steinen und in Uferhöhlen und wird erst in der Dämmerung aktiv.
Der Aal lebt katadrom: Er wächst über viele Jahre im Süß- und Brackwasser heran und wandert zur Fortpflanzung zurück ins Meer. Dabei ist er ausgesprochen wanderfreudig und überwindet auf feuchtem Untergrund sogar kurze Landpassagen zwischen Gewässern.
Laichzeit & Schonung
Laichzeit
Der Aal pflanzt sich nur ein einziges Mal im Leben fort. Als Blankaal tritt er die tausende Kilometer lange Laichwanderung in die Sargassosee an; die Elterntiere sterben nach dem Ablaichen, und die Larven driften mit dem Golfstrom über Jahre zurück an die europäischen Küsten.
Eine natürliche Fortpflanzung in deutschen Gewässern findet damit nicht statt – jeder heimische Aal ist auf diese Meereswanderung angewiesen. Weil die Glasaal-Rekrutierung stark eingebrochen ist, gilt der Bestand als bedroht und wird über die EU-Aalverordnung geschützt.
Für Angler bedeutet das strenge Vorgaben: Mindestmaße, Schonzeiten und in Meeres- sowie Brackgewässern zeitweise Fangverbote sollen die abwandernden Laichtiere schützen. Die Regeln unterscheiden sich je nach Bundesland und Gewässer – Entnahme nur im erlaubten Fangfenster (ohne Gewähr, jeweils aktuelle Verordnung des Bundeslandes beachten).
Fangen: Zeit, Koeder, Methode
Fangen
Der Aal beißt am besten in warmen Sommernächten, wenn er aktiv auf Nahrungssuche über den Grund zieht. Die beste Beißzeit liegt in der Dämmerung und in der Dunkelheit, besonders bei mildem, gewittrigem Wetter.
Gefischt wird klassisch am Grund mit Tauwurm, Wurmbündel oder kleinem Köderfisch, gern in der Nähe von Kraut, Steinpackungen oder Hindernissen. Wichtig ist, dass Mindestmaß, Schonzeit und ein eventuelles Fangverbot vor dem Ansitz geprüft werden (ohne Gewähr, aktuelle Verordnung beachten).
Verwechslungsarten
Verwechslung
Durch seinen schlangenförmigen Körper und den durchgehenden Flossensaum ist der Aal kaum mit anderen heimischen Fischen zu verwechseln. Am ehesten könnte sein Umriss an ein Neunauge erinnern.
Neunaugen besitzen jedoch keine paarigen Flossen und statt eines Kiemendeckels sieben runde Kiemenöffnungen hinter dem Auge sowie ein kieferloses Saugmaul. Die walzenförmige Quappe wird gelegentlich genannt, hat aber einen deutlich kürzeren Körper, klar getrennte Flossen und eine einzelne Bartel am Kinn.
Vom 11. August 2020, in Kraft seit 25. September 2020; § 1 seither unverändert
Häufige Fragen
Wann ist die Schonzeit bei Aal?
Das hängt vom Bundesland ab — Schonzeiten sind Landesrecht. 6 der 16 hier erfassten Länder legen für Europäischer Aal eine befristete Schonzeit fest; die Startdaten reichen vom 15.09. bis zum 01.12. Die Tabelle oben nennt jeden Zeitraum mit Fundstelle.
Wie groß muss ein Aal sein, damit man ihn mitnehmen darf?
Auch das Mindestmaß ist Landesrecht und reicht über die erfassten Länder von 35 bis 50 Zentimeter. In Hamburg und Hessen gilt zusätzlich ein Höchstmaß — dort darf nur entnommen werden, was in das Entnahmefenster fällt. Gemessen wird von der Kopfspitze bis zum Ende der Schwanzflosse.
Gilt die Schonzeit für Aal im ganzen Bundesland?
Nicht überall. In Baden-Württemberg, Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein gelten für Europäischer Aal in bestimmten Gewässern oder Gebieten abweichende Regeln — etwa an der Küste, in einzelnen Flusssystemen oder in Gewässern mit eigenem Regelwerk. Die jeweilige Landesseite führt die Abweichungen einzeln auf. Genau diese Einschränkungen fehlen in vielen Schonzeiten-Tabellen.
Wann und womit fängt man Aal am besten?
Der Aal beißt am besten in warmen Sommernächten, wenn er aktiv auf Nahrungssuche über den Grund zieht. Die beste Beißzeit liegt in der Dämmerung und in der Dunkelheit, besonders bei mildem, gewittrigem Wetter.
Wie unterscheide ich Aal von ähnlichen Arten?
Durch seinen schlangenförmigen Körper und den durchgehenden Flossensaum ist der Aal kaum mit anderen heimischen Fischen zu verwechseln. Am ehesten könnte sein Umriss an ein Neunauge erinnern.