Zum Inhalt springen

Schonzeit · alle Bundesländer

Wels (Waller) (Silurus glanis), Seitenansicht — Schonzeit und Mindestmaß im Überblick
Wels (Waller) · Silurus glanis

Wels (Waller): Schonzeit und Mindestmaß in allen Bundesländern

Schonzeiten sind Landesrecht — für Wels (Waller) gilt in jedem Bundesland etwas anderes. Beim Mindestmaß reicht die Spanne von 50 bis 75 Zentimeter. Diese Übersicht stellt alle 16 erfassten Länder nebeneinander, jeweils mit Paragraph und Fassungsstand.

Heute

Die tagesaktuelle Auswertung wird beim Laden berechnet.

Bundesland Schonzeit Mindestmaß Fundstelle
Baden-Württemberg keine Landesregelung keine Landesregelung LFischVO BW, § 1 LFischVO — in der Artenliste nicht aufgeführt
Bayern keine Schonzeit kein Mindestmaß AVBayFiG, § 11 i. V. m. Anlage Nr. 2.65
Berlin keine Schonzeit 75 cm LFischO Bln, § 8 Abs. 1 i. V. m. Anlage 1 LFischO
Brandenburg keine Landesregelung keine Landesregelung BbgFischO, § 2 Abs. 1 i. V. m. Anlage zu § 2 — Art nicht aufgeführt
Bremen keine Landesregelung keine Landesregelung Bremische Binnenfischereiverordnung, im gesamten Verordnungstext nicht aufgeführt
Hamburg keine Landesregelung keine Landesregelung HmbFAnGDVO, in der HmbFAnGDVO nicht aufgeführt
Hessen keine Landesregelung keine Landesregelung HFischV, nicht in § 1 und nicht in § 2 Abs. 1 HFischV gelistet
Mecklenburg-Vorpommern 01.05.–30.06. 70 cm BiFVO M-V / KüFVO M-V, § 4 Nr. 15 und § 5 Nr. 14 BiFVO M-V
Niedersachsen keine Schonzeit 50 cm BiFischO, § 3 Abs. 1 BiFischO
Nordrhein-Westfalen keine Landesregelung keine Landesregelung LFischVO NRW, nicht in §§ 1, 2, 3 LFischVO aufgeführt
Rheinland-Pfalz keine Landesregelung keine Landesregelung LFischVO RLP, in LFischVO RLP und Grenzgewässer-Verordnung nicht erwähnt
Saarland keine Schonzeit kein Mindestmaß LFO SL, § 1 (einheimische Art); nicht in § 2 und § 4 LFO
Sachsen keine Landesregelung keine Landesregelung SächsFischVO, Anlage zu § 2 Abs. 1 — nicht in der Liste enthalten
Sachsen-Anhalt keine Landesregelung keine Landesregelung FischO LSA, in §§ 2–4 FischO LSA nicht (mehr) aufgeführt
Schleswig-Holstein keine Schonzeit kein Mindestmaß BiFVO SH / KüFVO SH, § 2 Abs. 1 i. V. m. Anlage 1 BiFVO
Thüringen keine Schonzeit 50 cm ThürFischAVO, § 1 Abs. 1 ThürFischAVO

Werte nach Landesrecht, Stand Juli 2026. Die Gewässerordnung kann strenger sein. Ohne Gewähr.

Was der Vergleich zeigt

Eine befristete Schonzeit für Wels (Waller) legen 1 von 16 Ländern fest — die Startdaten reichen vom 01.05. bis zum 01.05. Ohne landesweite Schonzeit bleibenBaden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen — dort regelt in der Praxis die Gewässerordnung.

Beim Maß bedeutet die Spanne von 50 bis 75 Zentimeter konkret: Ein Wels, der in einem Land maßig ist, kann im Nachbarland untermaßig sein. Wer über Landesgrenzen angelt, prüft deshalb besser das Land, in dem das Gewässer liegt — und nicht das, in dem er wohnt.

In Schleswig-Holstein gelten nicht überall im Land dieselben Werte. Je nach Gewässer oder Gebiet weichen Schonzeit oder Maß ab — die Landesseiten führen die Abweichungen einzeln auf.

Steckbrief: Wels (Waller)

Wiss. Name
Silurus glanis
Familie
Echte Welse (Siluridae); größter heimischer Süßwasserfisch
Groesse
typisch 1-1,5 m, kapitale Fische über 2 m (Ausnahmeexemplare bis rund 2,7 m)
Gewicht
häufig 10-50 kg, kapitale Fische über 100 kg (dokumentierte Ausnahmen bis rund 140 kg)
Laichzeit
Frühsommer, meist Mai bis Juli bei Wassertemperaturen um 20 Grad
Nahrung
vor allem Fische, dazu Krebse, Amphibien, Insekten sowie gelegentlich Kleinsäuger und Wasservögel

Erkennungsmerkmale

Erkennungsmerkmale

Der Wels trägt einen breiten, abgeflachten Kopf mit weit gespaltenem Maul und ist an seinen sechs Barteln sofort zu erkennen: Zwei lange, bewegliche Barteln sitzen am Oberkiefer und dienen als Tastorgane, dazu kommen vier kürzere Barteln am Unterkiefer.

Charakteristisch ist der lange Afterflossensaum, der sich über den größten Teil der Körperunterseite bis zur Schwanzflosse zieht und dem Fisch sein aalartiges Hinterteil gibt. Die Haut ist vollständig schuppenlos und von einer festen Schleimschicht überzogen, die Färbung reicht meist von dunklem Oliv-Braun am Rücken bis zu einem hell marmorierten Bauch.

Lebensraum & Verhalten

Lebensraum & Verhalten

Der Wels besiedelt große, sommerwarme Flüsse und Seen mit weichem, schlammigem Grund; in Deutschland ist er etwa im Rhein, in der Donau und in vielen Talsperren und Baggerseen heimisch, verwandte Bestände reichen bis ins Po-System Norditaliens. Als Standfisch bezieht er feste Plätze in tiefen Gumpen, Kolken, Uferauskolkungen und an versunkenem Holz.

Tagsüber ruht der Wels meist versteckt am Grund und wird vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv, wenn er zum Fressen in flachere Bereiche und ans Ufer zieht. Als Spitzenräuber des Gewässers nutzt er seine Barteln und sein feines Gehör, um Beute auch bei trübem Wasser und Dunkelheit sicher aufzuspüren.

Laichzeit & Schonung

Laichzeit & Schonzeit

Der Wels ist ein Frühsommerlaicher und beginnt mit dem Ablaichen, sobald sich das Wasser auf etwa 20 Grad erwärmt hat, in Mitteleuropa meist zwischen Mai und Juli. Das Männchen legt in flachen, pflanzenreichen Uferzonen eine Laichgrube an, in die der Rogen abgegeben wird.

Nach der Eiablage bleibt das Männchen am Gelege und bewacht es bis zum Schlupf der Brut gegen Fressfeinde. Eine gesetzliche Schonzeit für den Wels regeln die Bundesländer unterschiedlich: Manche Länder wie Schleswig-Holstein schützen ihn im Frühsommer, andere führen weder Schonzeit noch Mindestmaß. Die jeweils gültigen Termine und Mindestmaße legen die Länder fest und sollten vor dem Angeln geprüft werden.

Fangen: Zeit, Koeder, Methode

Beste Fangzeit, Köder & Methode

Die beste Zeit für den Wels sind die warmen Sommernächte, wenn die Fische aktiv auf Nahrungssuche in flachere Zonen ziehen. Als Köder bewähren sich große Köderfische, dicke Tauwurmbündel und Boilies, die beim klassischen Ansitz am Grund oder unter einer Unterwasserpose angeboten werden.

Eine traditionelle Methode ist das Klopfen mit dem Waller-Holz, das an der Wasseroberfläche einen lockenden Klang erzeugt und neugierige Welse anlockt. Auch das vertikale Angeln vom Boot direkt über den Standplätzen bringt gute Fänge. Wegen der Kraft und Größe der Fische gehören starkes Gerät, ein großer Kescher und passendes Landewerkzeug zur Grundausstattung.

Verwechslungsarten

Verwechslungsarten

Der Wels ist unter den heimischen Fischen praktisch unverwechselbar. Die sechs Barteln, der breite flache Kopf, die schuppenlose Haut und der lange Afterflossensaum bilden eine Merkmalskombination, die kein anderer einheimischer Süßwasserfisch trägt.

Auch die schiere Größe kapitaler Exemplare grenzt ihn eindeutig von allen anderen Arten ab. Wer Kopfform, Barteln und den langen Flossensaum an der Unterseite beachtet, bestimmt den Wels am Wasser zweifelsfrei.

Fischkundliche Quellen: Wikipediadeutschlands-natur.deangelmagazin.defischereiverein-vellberg.de

Quellen je Bundesland

BundeslandVerordnungFassung
Baden-Württemberg LFischVO BW Fassung vom 3. April 1998, zuletzt geändert durch Verordnung vom 18. Januar 2022 (GBl. S. 50)
Bayern AVBayFiG Fassung der Bekanntmachung vom 10. Mai 2004, Anlage in der ab 1. Juni 2025 geltenden Fassung
Berlin LFischO Bln Vom 12. Dezember 2001, zuletzt geändert durch Verordnung vom 27. Oktober 2025, gültig ab 21. November 2025
Brandenburg BbgFischO Fassung vom 14. November 1997, zuletzt geändert durch Artikel 81 des Gesetzes vom 5. März 2024
Bremen Bremische Binnenfischereiverordnung Vom 30. September 2011, seit dem 3. November 2011 in Kraft; am 19. Juli 2026 geltende Fassung
Hamburg HmbFAnGDVO Vom 4. Juni 2019, zuletzt geändert am 1. Februar 2022; Anlagen 1 und 2 seit 2019 unverändert
Hessen HFischV Vom 14. April 2023 (GVBl. Nr. 15 vom 28. April 2023, S. 318), zuletzt geändert am 16. Dezember 2025 (Änderung betrifft die Schonzeiten-Tabelle nicht)
Mecklenburg-Vorpommern BiFVO M-V / KüFVO M-V BiFVO zuletzt geändert am 27. Januar 2011; KüFVO zuletzt geändert am 21. Januar 2022
Niedersachsen BiFischO Vom 6. Juli 1989, zuletzt geändert durch Verordnung vom 22. Dezember 2005 (Novellierung zuletzt im November 2023 vertagt)
Nordrhein-Westfalen LFischVO NRW Vom 9. März 2010 (GV. NRW. S. 172), zuletzt geändert durch Verordnung vom 1. Juli 2026 (GV. NRW. S. 414), Fassung gültig ab 3. Juli 2026
Rheinland-Pfalz LFischVO RLP Vom 14. Oktober 1985, fischartbezogene §§ 17–20 zuletzt geändert mit Wirkung ab 13. Mai 2021
Saarland LFO SL Vom 5. Februar 2020, gültig ab 28. Februar 2020; am 19. Juli 2026 in Kraft
Sachsen SächsFischVO Vom 22. April 2022 (SächsGVBl. S. 318), gültig ab 1. Juni 2022
Sachsen-Anhalt FischO LSA Vom 11. Januar 1994, zuletzt geändert durch Verordnung vom 6. März 2013; §§ 2–4 gültig ab 16. März 2013
Schleswig-Holstein BiFVO SH / KüFVO SH BiFVO: Anlage 1 neu gefasst durch Verordnung vom 26. Mai 2021, gültig ab 9. Juli 2021. KüFVO: zuletzt geändert am 16. Dezember 2025
Thüringen ThürFischAVO Vom 11. August 2020, in Kraft seit 25. September 2020; § 1 seither unverändert

Häufige Fragen

Wann ist die Schonzeit bei Wels?

Das hängt vom Bundesland ab — Schonzeiten sind Landesrecht. 1 der 16 hier erfassten Länder legen für Wels (Waller) eine befristete Schonzeit fest; die Startdaten reichen vom 01.05. bis zum 01.05. Die Tabelle oben nennt jeden Zeitraum mit Fundstelle.

Wie groß muss ein Wels sein, damit man ihn mitnehmen darf?

Auch das Mindestmaß ist Landesrecht und reicht über die erfassten Länder von 50 bis 75 Zentimeter. Gemessen wird von der Kopfspitze bis zum Ende der Schwanzflosse.

Gilt die Schonzeit für Wels im ganzen Bundesland?

Nicht überall. In Schleswig-Holstein gelten für Wels (Waller) in bestimmten Gewässern oder Gebieten abweichende Regeln — etwa an der Küste, in einzelnen Flusssystemen oder in Gewässern mit eigenem Regelwerk. Die jeweilige Landesseite führt die Abweichungen einzeln auf. Genau diese Einschränkungen fehlen in vielen Schonzeiten-Tabellen.

Wann und womit fängt man Wels am besten?

Die beste Zeit für den Wels sind die warmen Sommernächte, wenn die Fische aktiv auf Nahrungssuche in flachere Zonen ziehen. Als Köder bewähren sich große Köderfische, dicke Tauwurmbündel und Boilies, die beim klassischen Ansitz am Grund oder unter einer Unterwasserpose angeboten werden.

Wie unterscheide ich Wels von ähnlichen Arten?

Der Wels ist unter den heimischen Fischen praktisch unverwechselbar. Die sechs Barteln, der breite flache Kopf, die schuppenlose Haut und der lange Afterflossensaum bilden eine Merkmalskombination, die kein anderer einheimischer Süßwasserfisch trägt.

Weiter prüfen

Wie du Wels fängst — Methoden, Köder und Montage — steht im Wels-Angeln-Guide. Für ein konkretes Datum beantwortet der Fang-erlaubt-Checker die Frage in einem Schritt. Das Mindestmaß für Wels im Ländervergleich steht auf einer eigenen Seite.

Wels nach Bundesland

Andere Fischarten