Der Wels (Waller, Silurus glanis) ist der Schwergewichts-Räuber unserer Gewässer und stellt hohe Ansprüche ans Gerät: Nur mit kräftiger Rute, tragfähiger geflochtener Hauptschnur und stabilen Haken lässt sich ein kapitaler Fisch sicher landen. Wer den Waller gezielt beangelt, kombiniert die richtige Angelstelle mit einer robusten Montage und einem grossen, auffälligen Köder.
Größe: typisch 1-1,5 m, kapitale Fische über 2 m (Ausnahmeexemplare bis rund 2,7 m)Laichzeit: Frühsommer, meist Mai bis Juli bei Wassertemperaturen um 20 GradNahrung: vor allem Fische, dazu Krebse, Amphibien, Insekten sowie gelegentlich Kleinsäuger und Wasservögel
Beste Zeit zum Welsangeln
Der Waller lässt sich über einen langen Zeitraum von etwa März bis November beangeln, die Kernzeit liegt in den warmen Sommermonaten. Bei ansteigenden Wassertemperaturen wird der Fisch deutlich aktiver und geht auf ausgedehnte Fresstouren. Die besten Bisse bringen laue Sommernächte und die Dämmerung; in trüben Gewässern beisst der Waller auch tagsüber.
Wo steht der Wels?
tiefe Gumpen und Kolke, in denen der Waller tagsüber ruht
tiefe Löcher und Rinnen im Fluss
unterspülte Ufer und Uferabbrüche
Aussenkurven und Prallhänge in Flussbögen
Hindernisse wie versunkene Bäume, Totholz, Stein- und Krautfelder
Buhnenfelder und ruhige Hafenbecken
Übergänge von tiefem zu flachem Wasser (Kanten) als Jagdrouten in der Nacht
Methoden zum Welsangeln
Ansitz am Grund (U-Pose/Abspannmontage)
Die klassische Methode vom Ufer oder von der stationären Rute: Der Köder wird mit einer U-Posen- oder Abspannmontage an der Angelstelle abgelegt und knapp über dem Grund präsentiert. Die U-Pose (etwa 15-30 g Tragkraft) hebt den Köderfisch oder das Tauwurmbündel gut sichtbar vom Boden ab, sodass er frei anströmt und für den suchenden Waller attraktiv wirkt. Die Ruten werden meist senkrecht aufgestellt, der Biss über einen Bissanzeiger signalisiert. Diese Technik eignet sich besonders gut für strömende Flüsse, wo sich die Montage nach dem Ablegen streckt.
Klopfen (Waller-Holz) vom Boot
Beim Klopfen zieht man mit dem Boot über bekannte Waller-Standplätze und lockt die Fische mit dem Wallerholz (Clonk) an. Das Holz mit tellerförmiger Tauchschaufel wird kontrolliert durchs Wasser gezogen und kurz vor dem Austritt mit einem Knick aus dem Handgelenk beschleunigt, sodass ein lauter Plopp entsteht. Ruhende Waller steigen häufig auf, um die Geräuschquelle zu inspizieren, und finden dort die vertikal unter dem Boot angebotene Montage mit Köderfisch, Tauwürmern oder Tintenfisch. Eine sehr aktive, gezielte Methode für grosse Gewässer und Flüsse.
Vertikal- und Spinnfischen
Aktives Suchen mit Kunstködern: Beim Vertikalangeln vom Boot führt man grosse Gummifische dicht über Grund direkt unter der Rutenspitze. Beim Spinnfischen wird das Wasser systematisch abgesucht - erst der Oberflächenbereich, dann Mittelwasser, zuletzt der Grund, da aktive Waller gern im Freiwasser jagen. Grosse Blinker, Wobbler und Gummifische werden dabei eher langsam geführt. Ein wirkungsvoller Trick ist die Klatsch-Technik: Der Blinker wird hoch ausgeworfen und so gestoppt, dass er flach aufs Wasser klatscht und den Waller neugierig macht.
Köder für Wels
Wegen des riesigen Mauls greift der Waller zu grossen, auffälligen Ködern - kleine Happen lohnen für ihn den Aufwand kaum. Naturköder dominieren beim Ansitz, grosse Kunstköder beim aktiven Fischen.
grosse Gummiköder — Grosse Gummifische von etwa 15-18 cm (und mehr) sind der Standard beim Vertikal- und Spinnfischen. Sie werden am schweren Jigkopf nahe am Grund geführt. Wichtig sind stabile Haken und Sprengringe, damit sie dem Druck eines kapitalen Wallers im Drill standhalten.
XXL-Blinker & Wobbler — Grosse Wallerblinker, Löffelblinker und XXL-Wobbler bieten viel Druckwelle und Reiz. Vor allem grosse Blinker gelten als überaus fängig, weil sie beim Einholen kräftig flanken und den Waller aus der Distanz anlocken.
Köderfisch — Der wichtigste Waller-Köder. Bewährt haben sich kräftige, tote Köderfische wie Karpfen, Brassen, Karausche, Schleie, grosse Plötzen oder Aal. Angeboten wird der Köderfisch meist an der U-Pose knapp über Grund oder vertikal beim Klopfen. In Deutschland ist das Angeln mit lebenden Köderfischen unzulässig - es werden tote Köderfische verwendet.
Tauwurmbündel — Ein dickes Bündel Tauwürmer (bis rund 20 Stück am Haken) ist ein starker Waller-Köder, der über Geruch und Bewegung reizt. Funktioniert an der U-Pose beim Ansitz ebenso wie an der Klopfmontage vom Boot - besonders fängig auf kleinere und mittlere Waller.
Waller-Montagen müssen kompromisslos stark sein. Das Grundprinzip: kräftige Schnur, robuste Schlagschnur (Snag Leader) als Scheuerschutz und grosse, stabile Haken. Zwei Aufbauten decken die wichtigsten Situationen ab.
Schnur: Sehr tragfähige geflochtene Hauptschnur (etwa 0,50-0,70 mm, ca. 30-70 kg Tragkraft) plus eine dicke Schlagschnur bzw. ein Hardmono-/Geflecht-Vorfach (etwa 0,80-1,00 mm, monofil bis rund 1,30 mm) als Scheuerschutz. Dazu grosse, sehr scharfe und stabile Haken. Rute vom Ufer 2,70-3,20 m mit 150-600 g Wurfgewicht (bzw. 6-8 lb Testkurve), vom Boot 2,40-2,80 m; robuste Stationär- oder Multirolle mit reichlich Schnurfassung.
Kräftiges, robustes Gerät ist Pflicht. Vom Ufer eine 2,70-3,20 m lange Rute mit 150-600 g Wurfgewicht (etwa 6-8 lb Testkurve), vom Boot 2,40-2,80 m. Dazu eine stabile Rolle mit viel Schnurfassung, eine geflochtene Hauptschnur von rund 0,50-0,70 mm (ca. 30-70 kg Tragkraft), eine dicke Schlagschnur (0,80-1,00 mm) als Scheuerschutz und grosse, sehr scharfe Haken (Grössen etwa 2/0 bis 10/0).
Womit fängt man Wels?
Am besten mit grossen Ködern. Beim Ansitz sind tote Köderfische (z. B. Brasse, Karpfen, Plötze), dicke Tauwurmbündel und Tintenfisch die erste Wahl, angeboten an der U-Posenmontage knapp über Grund. Aktiv fängt man mit grossen Gummifischen (15-18 cm), XXL-Blinkern und Wobblern beim Vertikal- und Spinnfischen. Vom Boot ist das Klopfen mit dem Wallerholz eine sehr gezielte Methode.
Wann beisst der Wels?
Die beste Zeit sind die warmen Sommermonate, wenn das Wasser aufgeheizt ist und der Waller aktiv frisst. Insgesamt lässt er sich etwa von März bis November beangeln. Innerhalb des Tages bringen laue Nächte und die Dämmerung die meisten Bisse; in trüben Gewässern beisst der Waller auch tagsüber.