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Schonzeiten & Recht

Angeln ohne Angelschein — wo & wie es legal geht

Touristenfischereischein: die zwei legalen Wege ohne Prüfung

Der Touristen- oder Urlauberfischereischein ist ein kurzfristiger Fischereischein ohne Fischerprüfung — gegen Gebühr, meist inklusive Fischereiabgabe. Für das konkrete Gewässer kommt immer die Angelerlaubnis (Erlaubnisschein/Tageskarte) hinzu. Wo es ihn nicht gibt, ist der prüfungsfreie Weg der Gang an einen gewerblichen Angelteich oder Forellenpuffer.

BundeslandTouristenschein ohne Prüfung?Kurz
Baden-Württemberg Nur Gäste (ohne dt. Wohnsitz) Urlauber-Ausnahme (§ 3), nur Gäste bis 1 Monat
Bayern Nur Gäste (ohne dt. Wohnsitz) Touristenschein nur ausländ. Gäste, max. 3 Monate
Berlin Nein — regulär Prüfung Kein Touristenschein — regulär Prüfung
Brandenburg Ja — für alle Friedfischangeln komplett ohne Prüfung
Bremen Nein — regulär Prüfung Kein Touristenschein — Stockangelrecht jetzt auch mit Prüfung
Hamburg Nur Gäste (ohne dt. Wohnsitz) Touristenschein nur ausländ. Gäste, 1 Jahr
Hessen Nur Gäste (ohne dt. Wohnsitz) Nur Ausländer-/Besucherschein (Nicht-Residenten)
Mecklenburg-Vorpommern Ja — für alle Touristenfischereischein, 28 Tage, für alle
Niedersachsen Ja — für alle Küstengewässer frei — ohne Schein & Prüfung
Nordrhein-Westfalen Nur Gäste (ohne dt. Wohnsitz) Nur Ausländerschein; auch am Forellensee gilt Schein
Rheinland-Pfalz Nur Gäste (ohne dt. Wohnsitz) Prüfungsbefreiung nur Nicht-Residenten, max. 3 Monate
Saarland Nur Gäste (ohne dt. Wohnsitz) Touristenschein nur Nicht-Residenten, 13 €
Sachsen Nein — regulär Prüfung Kein Touristenschein — nur Angelteiche unter Aufsicht
Sachsen-Anhalt Nein — regulär Prüfung Kein Touristenschein — Friedfischschein mit Kurzprüfung
Schleswig-Holstein Ja — für alle Urlauberfischereischein, 28 Tage, für alle
Thüringen Ja — für alle Vierteljahresschein, 3 Monate, für alle (ab 14)

Nach Landesfischereirecht. Für jedes Gewässer gilt zusätzlich die Erlaubnis des Berechtigten. Ohne Gewähr.

Angelteich & Forellenpuffer: fast überall ohne Fischereischein

Gewerbliche und private Forellenteiche sowie Angelparks sind meist künstlich angelegte, geschlossene Gewässer ohne Verbindung zu öffentlichen Gewässern; der Fischbesatz ist Eigentum des Betreibers. In vielen Bundesländern fallen solche Anlagen deshalb nicht unter die Fischereischeinpflicht, sodass der Bewirtschafter das Angeln in eigener Verantwortung (Hausrecht) erlauben darf — oft ganz ohne Fischereischein. Die Regelung ist jedoch länderabhängig: Wo das Landesrecht einen Schein verlangt (z. B. NRW und im Saarland auch an vielen kommerziellen Teichen), kann der Betreiber die gesetzliche Pflicht nicht aushebeln. Im Zweifel vorher beim Betreiber und der zuständigen Behörde nachfragen (ohne Gewähr).

🎣 Konkret losangeln: In unserer Übersicht stehen 86 Forellenseen & Put-and-Take-Angelparks in Deutschland — mit Preisen, Fischbesatz, Karte und der Schein-Regel je Bundesland. Wie es am Wasser läuft, zeigt der Guide Forellenangeln am See.

Schwarzangeln: was ohne Berechtigung droht

Schwarzangeln ist das Angeln ohne die erforderliche Berechtigung — also ohne gültigen Fischereischein und/oder ohne Erlaubnisschein (Angelkarte) des Gewässerberechtigten. Der Rahmen ist zweistufig: eine Ordnungswidrigkeit nach Landesrecht (Bußgeld meist bis 5.000 €, in einzelnen Ländern höher) sowie — wenn ein fremdes Fischereirecht verletzt wird — Fischwilderei als Straftat nach § 293 StGB mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu 2 Jahren.

Angeln ohne Angelschein im Ausland

Beliebte Reiseziele deutscher Angler — was dort statt der deutschen Fischerprüfung gilt:

Dänemark

Den staatlichen „fisketegn“ kaufst du in Minuten online auf fisketegn.dk oder in der App „MitFisketegn“ — Zahlung per Karte/MobilePay, PDF sofort gültig. Er gilt landesweit an Küste, Seen und Flüssen: Tageskarte ca. 40 DKK (~5 €), Woche ca. 130 DKK (~17 €), Jahr ca. 185 DKK (~25 €). Unter 18 und ab Rentenalter frei. Ohne Fischerprüfung.

Schweden

An der gesamten Küste sowie an den fünf großen Seen Vänern, Vättern, Mälaren, Hjälmaren und Storsjön darfst du mit Handgerät kostenlos und ohne Schein angeln. Für kleinere Seen und Flüsse kaufst du eine Angelkarte („fiskekort“, online z. B. iFiske, in Tourist-Infos oder an Tankstellen) — meist ab ca. 50–100 SEK/Tag.

Norwegen

An der Küste angelst du mit Rute und Handleine überall gratis und ohne Lizenz. Für Lachs, Meerforelle oder Wandersaibling in Flüssen zahlst du einmal im Jahr die staatliche Fischereiabgabe (Fiskeravgift, ca. 330–350 NOK) auf miljodirektoratet.no und kaufst zusätzlich eine lokale Angelkarte (fiskekort, z. B. inatur.no). Unter 18 frei.

Niederlande (Holland)

Für die meisten Binnengewässer brauchst du den VISpas (großer VISpas ca. 34–46 €, kleiner ca. 25–30 €), erhältlich über einen Angelverein, den Angelladen oder vispas.nl — mitzuführen sind zusätzlich die VISplanner-App und die „Gemeinsame Liste“. In Nordsee, Wattenmeer, Ooster-/Westerschelde und dem Nieuwe Waterweg darfst du ohne Papiere angeln.

Österreich

Fischerei ist Ländersache: Grundlage ist die amtliche Fischerkarte des Bundeslandes, dazu eine Lizenz/Gastkarte für das gewünschte Gewässer (Tages-, Wochen- oder Jahreskarte). Für Urlauber gibt es meist Gastfischerkarten, oft ohne heimische Prüfung erhältlich (Burgenland verlangt keinen Fähigkeitsnachweis). Karten online oder vor Ort beim Bewirtschafter.

Häufige Fragen

Kann man in Deutschland ohne Angelschein angeln?

„Ohne Angelschein" heißt fast nie ganz ohne Berechtigung. Legal führt ein prüfungsfreier Weg zum Ziel: 5 Bundesländer bieten ihn für alle (Touristenschein oder Sonderregel wie das Friedfischangeln in Brandenburg und die freien Küstengewässer in Niedersachsen), 7 weitere nur für Gäste ohne deutschen Wohnsitz. Sonst geht es prüfungsfrei über gewerbliche Angelteiche und Forellenpuffer, wo meist die Tageskarte des Betreibers genügt. Angeln ganz ohne Berechtigung ist Schwarzangeln und strafbar.

Welche Bundesländer haben einen Touristenfischereischein?

Einen prüfungsfreien Weg für alle bieten Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Thüringen. Nur für Gäste ohne deutschen Wohnsitz gilt er in Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland. Die übrigen Länder verlangen den regulären Fischereischein nach bestandener Fischerprüfung — dort führt der prüfungsfreie Weg über gewerbliche Angelteiche.

Darf ich an einem Forellenteich ohne Angelschein angeln?

Gewerbliche und private Forellenteiche sowie Angelparks sind meist künstlich angelegte, geschlossene Gewässer ohne Verbindung zu öffentlichen Gewässern; der Fischbesatz ist Eigentum des Betreibers. In vielen Bundesländern fallen solche Anlagen deshalb nicht unter die Fischereischeinpflicht, sodass der Bewirtschafter das Angeln in eigener Verantwortung (Hausrecht) erlauben darf — oft ganz ohne Fischereischein. Die Regelung ist jedoch länderabhängig: Wo das Landesrecht einen Schein verlangt (z. B. NRW und im Saarland auch an vielen kommerziellen Teichen), kann der Betreiber die gesetzliche Pflicht nicht aushebeln. Im Zweifel vorher beim Betreiber und der zuständigen Behörde nachfragen (ohne Gewähr).

Was passiert beim Angeln ohne Schein (Schwarzangeln)?

Schwarzangeln ist das Angeln ohne die erforderliche Berechtigung — also ohne gültigen Fischereischein und/oder ohne Erlaubnisschein (Angelkarte) des Gewässerberechtigten. Der Rahmen ist zweistufig: eine Ordnungswidrigkeit nach Landesrecht (Bußgeld meist bis 5.000 €, in einzelnen Ländern höher) sowie — wenn ein fremdes Fischereirecht verletzt wird — Fischwilderei als Straftat nach § 293 StGB mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu 2 Jahren.

Weiter

Sobald du eine Berechtigung hast, zählen Schonzeit und Maß: die Schonzeiten-Übersicht und der Fang-erlaubt-Checker sagen dir, was heute entnommen werden darf. Für den regulären Fischereischein hilft der Prüfungstrainer.

Quellen (Auswahl): DAFV – Bundesweite Regelungen zur Ausübung der Angelfischerei · § 293 StGB (Fischwilderei) – gesetze-im-internet.de. Stand Juli 2026. Ohne Gewähr.