Hasel: Schonzeit und Mindestmaß in allen Bundesländern
Schonzeiten sind Landesrecht — für Hasel gilt in jedem Bundesland etwas anderes.
Beim Mindestmaß reicht die Spanne von 15 bis 20 Zentimeter. Diese Übersicht stellt alle 16 erfassten Länder nebeneinander, jeweils mit
Paragraph und Fassungsstand.
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Werte nach Landesrecht, Stand Juli 2026. Die Gewässerordnung kann strenger sein. Ohne Gewähr.
Was der Vergleich zeigt
Eine befristete Schonzeit für Hasel legen 3 von 16 Ländern fest
— die Startdaten reichen vom 01.03. bis zum 01.04. Ganzjährig geschont und damit gar nicht entnehmbar ist die Art in Hamburg, Schleswig-Holstein. Ohne landesweite Schonzeit bleibenBaden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt — dort regelt in der Praxis die Gewässerordnung.
Beim Maß bedeutet die Spanne von 15 bis 20 Zentimeter konkret: Ein Hasel, der in einem Land
maßig ist, kann im Nachbarland untermaßig sein. Wer über Landesgrenzen angelt, prüft deshalb
besser das Land, in dem das Gewässer liegt — und nicht das, in dem er wohnt.
In Rheinland-Pfalz gelten nicht überall im Land dieselben
Werte. Je nach Gewässer oder Gebiet weichen Schonzeit oder Maß ab — die Landesseiten
führen die Abweichungen einzeln auf.
Steckbrief: Hasel
Wiss. Name
Leuciscus leuciscus
Familie
Karpfenfische (Cyprinidae)
Groesse
meist 15–25 cm, selten über 30 cm
Gewicht
überwiegend unter 200 g, kapitale Fische rund 400–500 g
Laichzeit
März bis April, örtlich bis Mai, bei Wassertemperaturen um 9–10 °C
Der Hasel hat einen langgestreckten, spindelförmigen und seitlich leicht abgeflachten Körper mit kleinem Kopf und kleiner, leicht unterständiger Mundspalte. Der Rücken ist bläulich-grünlich bis stahlblau gefärbt, die Flanken glänzen silbrig, teils mit bläulich-grauem Ton, der Bauch ist weiß-silbern. Rücken- und Schwanzflosse zeigen dunkle Grautöne, die übrigen Flossen sind gelblich-grau bis leicht orange getönt. Entlang der Seitenlinie zählt man 45 bis 55 Schuppen, typischerweise 47 bis 52.
Das wichtigste Bestimmungsmerkmal ist die Afterflosse: Ihr Rand ist beim Hasel nach innen gewölbt, also konkav. Die Flossenformel lautet Dorsale 3–4/8–9 und Anale 3/8–10, die häufigste Schlundzahnformel ist 2,5–5,2 oder 2,5–5,3. Ausgewachsene Fische bleiben meist unter 25 Zentimetern; Exemplare über 30 Zentimeter gelten als Ausnahme. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei etwa zehn Jahren, in Einzelfällen erreicht der Hasel bis zu 16 Jahre.
Lebensraum & Verhalten
Lebensraum
Der Hasel ist ausgesprochen rheophil, also strömungsliebend, und besiedelt überwiegend hartgründige Fließgewässer von der Forellen- und Äschenregion bis in die Barben- und Brachsenregion. Bevorzugt werden klare Abschnitte mit kiesigem bis sandigem Grund und mittlerer bis starker Strömung. Als Schwarmfisch hält er sich vor allem in oberflächennahen Wasserschichten und in Ufernähe auf. Auch in Seen mit deutlichem Zufluss und in Talsperren kommt er in kleineren Trupps vor.
Das Verbreitungsgebiet reicht von Europa über Sibirien bis nach Kasachstan; in Deutschland ist die Art bundesweit vertreten, wobei die Bestände von Süden nach Norden abnehmen. Die Art gilt in Deutschland derzeit als ungefährdet mit weitgehend stabilen Beständen. Ihre Ansprüche an sauberes, gut durchströmtes Wasser und an durchgängige Kiessohlen machen sie dennoch zu einem guten Zeiger für die Gewässerqualität. Im Winter zieht sich der Hasel in tiefere, ruhigere Bereiche zurück und nimmt dort nur wenig Nahrung auf.
Laichzeit & Schonung
Laichzeit
Der Hasel laicht zwischen März und April, örtlich bis in den Mai hinein, und beginnt damit bei Wassertemperaturen um 9 bis 10 Grad. Als Kieslaicher sucht er flache, kräftig überströmte Bereiche mit Wassertiefen von deutlich unter 50 Zentimetern auf. Die Eier messen 1,3 bis 2,5 Millimeter, im Mittel etwa zwei Millimeter, und haften am Kies. Die Männchen tragen während der Laichzeit einen deutlichen Laichausschlag auf Kopf und Schuppen.
Die Larven schlüpfen nach rund 260 Tagesgraden mit einer Länge von sieben bis acht Millimetern und halten sich anfangs in strömungsberuhigten Flachwasserzonen auf. Geschlechtsreif werden die Fische mit zwei bis drei Jahren. Weil der Laicherfolg unmittelbar von sauberen, durchströmten Kiesflächen und von der Durchgängigkeit der Gewässer abhängt, wirken Querbauwerke und Sedimenteintrag direkt auf die Bestände. Mehrere Bundesländer schützen die Laichzeit mit eigenen Schonzeiten, die du unter /schonzeit/hasel/ nachschlägst.
Fangen: Zeit, Koeder, Methode
Fangen
Gefangen wird der Hasel vor allem mit feinem Posengerät in der Strömung: Beim Trotting läuft eine schlanke Stickpose mit 2 bis 4 BB Tragkraft flussab, das Vorfach misst 0,10 bis 0,12 Millimeter, der Haken die Größe 16 bis 18. Made, Caster, Brotflocke und kleine Wurmstücke sind die zuverlässigsten Köder. Bei Wind oder kühlem Wasser bringt ein leichtes Feeder-Rig mit 15 bis 30 Gramm Korb die Fische auf Distanz. An klaren Bächen ist das Fliegenfischen mit Trockenfliege oder kleiner Goldkopfnymphe die eleganteste Variante.
Vor jedem Ansitz gilt der Blick in die Landesverordnung: In Hamburg und Schleswig-Holstein ist der Hasel ganzjährig geschont, gezieltes Beangeln ist dort unzulässig und Beifänge gehören schonend zurück ins Wasser. Schonzeiten bestehen in Bayern (01.03.–30.04.), Mecklenburg-Vorpommern (01.03.–31.05.) und Thüringen (01.04.–31.05.), Mindestmaße in Berlin, Brandenburg und Rheinland-Pfalz (je 15 cm) sowie in Thüringen (20 cm). Weil der Hasel mancherorts als Köderfisch genutzt wird, ist diese Schutzlage besonders praxisrelevant; Details findest du unter /schonzeit/hasel/ und /mindestmass/hasel/.
Verwechslungsarten
Verwechslung
Am häufigsten wird der Hasel mit dem Döbel verwechselt, besonders bei Jungfischen. Drei Merkmale schaffen Klarheit: Der Hasel bleibt deutlich kleiner (meist 15 bis 25 Zentimeter gegenüber 40 bis 60 Zentimetern beim Döbel), er hat ein kleines, leicht unterständiges Maul, während der Döbel ein großes, breites, endständiges Maul mit kräftigen Lippen zeigt, und seine Afterflosse ist konkav geformt, beim Döbel dagegen konvex nach außen gewölbt. Zusätzlich wirken die Schuppen des Döbels größer und dunkel gerandet. Auch der Aland ähnelt dem Hasel, besitzt aber ein endständiges Maul, rötlich getönte Bauch-, Brust- und Afterflossen sowie mit 55 bis 61 deutlich mehr Seitenlinienschuppen, und er wird erheblich größer und hochrückiger.
Besondere Aufmerksamkeit verdient der Strömer (Telestes souffia): Diese kleine, schlanke Karpfenfischart wird regelmäßig für einen Hasel gehalten. Sie erreicht nur etwa 17 Zentimeter, hat einen längeren Kopf, ein charakteristisches dunkles Längsband an der Flanke und eine etwas weiter hinten ansetzende Rückenflosse. In Deutschland kommt der Strömer nur in den Einzugsgebieten von Oberrhein und Neckar vor, steht auf der Roten Liste in Kategorie 1 (vom Aussterben bedroht) und ist über Anhang II der FFH-Richtlinie geschützt. Ein Fisch, der in diesen Regionen wie ein sehr schlanker Hasel aussieht, gehört deshalb sofort und schonend zurück ins Wasser. In Rotaugen-Gewässern hilft zusätzlich der Blick aufs Auge: Der Hasel hat eine gelbliche Iris, das Rotauge eine deutlich rote.
Vom 11. August 2020, in Kraft seit 25. September 2020; § 1 seither unverändert
Häufige Fragen
Wann ist die Schonzeit bei Hasel?
Das hängt vom Bundesland ab — Schonzeiten sind Landesrecht. 3 der 16 hier erfassten Länder legen für Hasel eine befristete Schonzeit fest; die Startdaten reichen vom 01.03. bis zum 01.04. In 2 Ländern ist die Art ganzjährig geschont. Die Tabelle oben nennt jeden Zeitraum mit Fundstelle.
Wie groß muss ein Hasel sein, damit man ihn mitnehmen darf?
Auch das Mindestmaß ist Landesrecht und reicht über die erfassten Länder von 15 bis 20 Zentimeter. Gemessen wird von der Kopfspitze bis zum Ende der Schwanzflosse.
Gilt die Schonzeit für Hasel im ganzen Bundesland?
Nicht überall. In Rheinland-Pfalz gelten für Hasel in bestimmten Gewässern oder Gebieten abweichende Regeln — etwa an der Küste, in einzelnen Flusssystemen oder in Gewässern mit eigenem Regelwerk. Die jeweilige Landesseite führt die Abweichungen einzeln auf. Genau diese Einschränkungen fehlen in vielen Schonzeiten-Tabellen.
Wann und womit fängt man Hasel am besten?
Gefangen wird der Hasel vor allem mit feinem Posengerät in der Strömung: Beim Trotting läuft eine schlanke Stickpose mit 2 bis 4 BB Tragkraft flussab, das Vorfach misst 0,10 bis 0,12 Millimeter, der Haken die Größe 16 bis 18. Made, Caster, Brotflocke und kleine Wurmstücke sind die zuverlässigsten Köder.
Wie unterscheide ich Hasel von ähnlichen Arten?
Am häufigsten wird der Hasel mit dem Döbel verwechselt, besonders bei Jungfischen.