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Schonzeit · alle Bundesländer

Hasel (Leuciscus leuciscus), Seitenansicht — Schonzeit und Mindestmaß im Überblick
Hasel · Leuciscus leuciscus

Hasel: Schonzeit und Mindestmaß in allen Bundesländern

Schonzeiten sind Landesrecht — für Hasel gilt in jedem Bundesland etwas anderes. Beim Mindestmaß reicht die Spanne von 15 bis 20 Zentimeter. Diese Übersicht stellt alle 16 erfassten Länder nebeneinander, jeweils mit Paragraph und Fassungsstand.

Heute

Die tagesaktuelle Auswertung wird beim Laden berechnet.

Bundesland Schonzeit Mindestmaß Fundstelle
Baden-Württemberg keine Landesregelung keine Landesregelung LFischVO BW, —
Bayern 01.03.–30.04. kein Mindestmaß AVBayFiG, § 11 Abs. 4 i. V. m. Anlage Nr. 2.35
Berlin keine Schonzeit 15 cm LFischO Bln, § 8 Abs. 1 i. V. m. Anlage 1 LFischO — „Hasel (Leuciscus leuciscus)“
Brandenburg keine Schonzeit 15 cm BbgFischO, § 2 Abs. 1 i. V. m. Anlage zu § 2 — „Hasel (Leuciscus leuciscus)“
Bremen keine Schonzeit kein Mindestmaß Bremische Binnenfischereiverordnung, Anlage zu § 11 Absatz 2 Nummer 12 — „Hasel (Leuciscus leuciscus)“; in §§ 2 bis 4 nicht aufgeführt
Hamburg ganzjährig geschont kein Mindestmaß HmbFAnGDVO, § 6 Abs. 1 Nr. 7 — „Hasel (Leuciscus leuciscus)“
Hessen keine Schonzeit kein Mindestmaß HFischV, § 12 Abs. 1 HFischV (nur Besatzliste)
Mecklenburg-Vorpommern 01.03.–31.05. kein Mindestmaß BiFVO M-V / KüFVO M-V, § 5 Nr. 7 BiFVO M-V („Hasel (Leuciscus leuciscus) 1. März bis 31. Mai“)
Niedersachsen keine Schonzeit kein Mindestmaß BiFischO, nicht aufgeführt in §§ 2, 3, 4 BiFischO; nur Anlage zu § 12 Abs. 3 (besatzfähige Art)
Nordrhein-Westfalen keine Landesregelung keine Landesregelung LFischVO NRW, §§ 1–3 LFischVO NRW — nicht aufgeführt
Rheinland-Pfalz keine Schonzeit 15 cm LFischVO RLP, § 17 LFischVO RLP
Saarland keine Landesregelung keine Landesregelung LFO SL, § 1 Abs. 1 (nur Artenliste)
Sachsen keine Landesregelung keine Landesregelung SächsFischVO, § 2 Absatz 1 i. V. m. Anlage – Art nicht aufgeführt
Sachsen-Anhalt keine Landesregelung keine Landesregelung FischO LSA, in §§ 2 bis 4 FischO LSA nicht aufgeführt
Schleswig-Holstein ganzjährig geschont kein Mindestmaß BiFVO SH / KüFVO SH, § 2 Abs. 1 BiFVO i. V. m. Anlage 1, Eintrag „Hasel (Leuciscus leuciscus)“ — Mindestmaß „-“, Schonzeit „ganzjährig“
Thüringen 01.04.–31.05. 20 cm ThürFischAVO, § 1 Abs. 1

Werte nach Landesrecht, Stand Juli 2026. Die Gewässerordnung kann strenger sein. Ohne Gewähr.

Was der Vergleich zeigt

Eine befristete Schonzeit für Hasel legen 3 von 16 Ländern fest — die Startdaten reichen vom 01.03. bis zum 01.04. Ganzjährig geschont und damit gar nicht entnehmbar ist die Art in Hamburg, Schleswig-Holstein. Ohne landesweite Schonzeit bleibenBaden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt — dort regelt in der Praxis die Gewässerordnung.

Beim Maß bedeutet die Spanne von 15 bis 20 Zentimeter konkret: Ein Hasel, der in einem Land maßig ist, kann im Nachbarland untermaßig sein. Wer über Landesgrenzen angelt, prüft deshalb besser das Land, in dem das Gewässer liegt — und nicht das, in dem er wohnt.

In Rheinland-Pfalz gelten nicht überall im Land dieselben Werte. Je nach Gewässer oder Gebiet weichen Schonzeit oder Maß ab — die Landesseiten führen die Abweichungen einzeln auf.

Steckbrief: Hasel

Wiss. Name
Leuciscus leuciscus
Familie
Karpfenfische (Cyprinidae)
Groesse
meist 15–25 cm, selten über 30 cm
Gewicht
überwiegend unter 200 g, kapitale Fische rund 400–500 g
Laichzeit
März bis April, örtlich bis Mai, bei Wassertemperaturen um 9–10 °C
Nahrung
Insektenlarven, Anflug-Insekten, Kleinkrebse, Schnecken, Würmer, zeitweise Algen

Erkennungsmerkmale

Merkmale

Der Hasel hat einen langgestreckten, spindelförmigen und seitlich leicht abgeflachten Körper mit kleinem Kopf und kleiner, leicht unterständiger Mundspalte. Der Rücken ist bläulich-grünlich bis stahlblau gefärbt, die Flanken glänzen silbrig, teils mit bläulich-grauem Ton, der Bauch ist weiß-silbern. Rücken- und Schwanzflosse zeigen dunkle Grautöne, die übrigen Flossen sind gelblich-grau bis leicht orange getönt. Entlang der Seitenlinie zählt man 45 bis 55 Schuppen, typischerweise 47 bis 52.

Das wichtigste Bestimmungsmerkmal ist die Afterflosse: Ihr Rand ist beim Hasel nach innen gewölbt, also konkav. Die Flossenformel lautet Dorsale 3–4/8–9 und Anale 3/8–10, die häufigste Schlundzahnformel ist 2,5–5,2 oder 2,5–5,3. Ausgewachsene Fische bleiben meist unter 25 Zentimetern; Exemplare über 30 Zentimeter gelten als Ausnahme. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei etwa zehn Jahren, in Einzelfällen erreicht der Hasel bis zu 16 Jahre.

Lebensraum & Verhalten

Lebensraum

Der Hasel ist ausgesprochen rheophil, also strömungsliebend, und besiedelt überwiegend hartgründige Fließgewässer von der Forellen- und Äschenregion bis in die Barben- und Brachsenregion. Bevorzugt werden klare Abschnitte mit kiesigem bis sandigem Grund und mittlerer bis starker Strömung. Als Schwarmfisch hält er sich vor allem in oberflächennahen Wasserschichten und in Ufernähe auf. Auch in Seen mit deutlichem Zufluss und in Talsperren kommt er in kleineren Trupps vor.

Das Verbreitungsgebiet reicht von Europa über Sibirien bis nach Kasachstan; in Deutschland ist die Art bundesweit vertreten, wobei die Bestände von Süden nach Norden abnehmen. Die Art gilt in Deutschland derzeit als ungefährdet mit weitgehend stabilen Beständen. Ihre Ansprüche an sauberes, gut durchströmtes Wasser und an durchgängige Kiessohlen machen sie dennoch zu einem guten Zeiger für die Gewässerqualität. Im Winter zieht sich der Hasel in tiefere, ruhigere Bereiche zurück und nimmt dort nur wenig Nahrung auf.

Laichzeit & Schonung

Laichzeit

Der Hasel laicht zwischen März und April, örtlich bis in den Mai hinein, und beginnt damit bei Wassertemperaturen um 9 bis 10 Grad. Als Kieslaicher sucht er flache, kräftig überströmte Bereiche mit Wassertiefen von deutlich unter 50 Zentimetern auf. Die Eier messen 1,3 bis 2,5 Millimeter, im Mittel etwa zwei Millimeter, und haften am Kies. Die Männchen tragen während der Laichzeit einen deutlichen Laichausschlag auf Kopf und Schuppen.

Die Larven schlüpfen nach rund 260 Tagesgraden mit einer Länge von sieben bis acht Millimetern und halten sich anfangs in strömungsberuhigten Flachwasserzonen auf. Geschlechtsreif werden die Fische mit zwei bis drei Jahren. Weil der Laicherfolg unmittelbar von sauberen, durchströmten Kiesflächen und von der Durchgängigkeit der Gewässer abhängt, wirken Querbauwerke und Sedimenteintrag direkt auf die Bestände. Mehrere Bundesländer schützen die Laichzeit mit eigenen Schonzeiten, die du unter /schonzeit/hasel/ nachschlägst.

Fangen: Zeit, Koeder, Methode

Fangen

Gefangen wird der Hasel vor allem mit feinem Posengerät in der Strömung: Beim Trotting läuft eine schlanke Stickpose mit 2 bis 4 BB Tragkraft flussab, das Vorfach misst 0,10 bis 0,12 Millimeter, der Haken die Größe 16 bis 18. Made, Caster, Brotflocke und kleine Wurmstücke sind die zuverlässigsten Köder. Bei Wind oder kühlem Wasser bringt ein leichtes Feeder-Rig mit 15 bis 30 Gramm Korb die Fische auf Distanz. An klaren Bächen ist das Fliegenfischen mit Trockenfliege oder kleiner Goldkopfnymphe die eleganteste Variante.

Vor jedem Ansitz gilt der Blick in die Landesverordnung: In Hamburg und Schleswig-Holstein ist der Hasel ganzjährig geschont, gezieltes Beangeln ist dort unzulässig und Beifänge gehören schonend zurück ins Wasser. Schonzeiten bestehen in Bayern (01.03.–30.04.), Mecklenburg-Vorpommern (01.03.–31.05.) und Thüringen (01.04.–31.05.), Mindestmaße in Berlin, Brandenburg und Rheinland-Pfalz (je 15 cm) sowie in Thüringen (20 cm). Weil der Hasel mancherorts als Köderfisch genutzt wird, ist diese Schutzlage besonders praxisrelevant; Details findest du unter /schonzeit/hasel/ und /mindestmass/hasel/.

Verwechslungsarten

Verwechslung

Am häufigsten wird der Hasel mit dem Döbel verwechselt, besonders bei Jungfischen. Drei Merkmale schaffen Klarheit: Der Hasel bleibt deutlich kleiner (meist 15 bis 25 Zentimeter gegenüber 40 bis 60 Zentimetern beim Döbel), er hat ein kleines, leicht unterständiges Maul, während der Döbel ein großes, breites, endständiges Maul mit kräftigen Lippen zeigt, und seine Afterflosse ist konkav geformt, beim Döbel dagegen konvex nach außen gewölbt. Zusätzlich wirken die Schuppen des Döbels größer und dunkel gerandet. Auch der Aland ähnelt dem Hasel, besitzt aber ein endständiges Maul, rötlich getönte Bauch-, Brust- und Afterflossen sowie mit 55 bis 61 deutlich mehr Seitenlinienschuppen, und er wird erheblich größer und hochrückiger.

Besondere Aufmerksamkeit verdient der Strömer (Telestes souffia): Diese kleine, schlanke Karpfenfischart wird regelmäßig für einen Hasel gehalten. Sie erreicht nur etwa 17 Zentimeter, hat einen längeren Kopf, ein charakteristisches dunkles Längsband an der Flanke und eine etwas weiter hinten ansetzende Rückenflosse. In Deutschland kommt der Strömer nur in den Einzugsgebieten von Oberrhein und Neckar vor, steht auf der Roten Liste in Kategorie 1 (vom Aussterben bedroht) und ist über Anhang II der FFH-Richtlinie geschützt. Ein Fisch, der in diesen Regionen wie ein sehr schlanker Hasel aussieht, gehört deshalb sofort und schonend zurück ins Wasser. In Rotaugen-Gewässern hilft zusätzlich der Blick aufs Auge: Der Hasel hat eine gelbliche Iris, das Rotauge eine deutlich rote.

Fischkundliche Quellen: Wikipedia – Hasel (Fisch)Deutschlands Natur – Hasel (Leuciscus leuciscus)Bundesamt für Naturschutz – Artenportrait Strömer (Telestes souffia)fische-arten.de – Hasel: Lebensraum, Nahrung, Fortpflanzung

Quellen je Bundesland

BundeslandVerordnungFassung
Baden-Württemberg LFischVO BW Fassung vom 3. April 1998, zuletzt geändert durch Verordnung vom 18. Januar 2022 (GBl. S. 50)
Bayern AVBayFiG Fassung der Bekanntmachung vom 10. Mai 2004, Anlage in der ab 1. Juni 2025 geltenden Fassung
Berlin LFischO Bln Vom 12. Dezember 2001, zuletzt geändert durch Verordnung vom 27. Oktober 2025, gültig ab 21. November 2025
Brandenburg BbgFischO Fassung vom 14. November 1997, zuletzt geändert durch Artikel 81 des Gesetzes vom 5. März 2024
Bremen Bremische Binnenfischereiverordnung Vom 30. September 2011, seit dem 3. November 2011 in Kraft; am 19. Juli 2026 geltende Fassung
Hamburg HmbFAnGDVO Vom 4. Juni 2019, zuletzt geändert am 1. Februar 2022; Anlagen 1 und 2 seit 2019 unverändert
Hessen HFischV Vom 14. April 2023 (GVBl. Nr. 15 vom 28. April 2023, S. 318), zuletzt geändert am 16. Dezember 2025 (Änderung betrifft die Schonzeiten-Tabelle nicht)
Mecklenburg-Vorpommern BiFVO M-V / KüFVO M-V BiFVO zuletzt geändert am 27. Januar 2011; KüFVO zuletzt geändert am 21. Januar 2022
Niedersachsen BiFischO Vom 6. Juli 1989, zuletzt geändert durch Verordnung vom 22. Dezember 2005 (Novellierung zuletzt im November 2023 vertagt)
Nordrhein-Westfalen LFischVO NRW Vom 9. März 2010 (GV. NRW. S. 172), zuletzt geändert durch Verordnung vom 1. Juli 2026 (GV. NRW. S. 414), Fassung gültig ab 3. Juli 2026
Rheinland-Pfalz LFischVO RLP Vom 14. Oktober 1985, fischartbezogene §§ 17–20 zuletzt geändert mit Wirkung ab 13. Mai 2021
Saarland LFO SL Vom 5. Februar 2020, gültig ab 28. Februar 2020; am 19. Juli 2026 in Kraft
Sachsen SächsFischVO Vom 22. April 2022 (SächsGVBl. S. 318), gültig ab 1. Juni 2022
Sachsen-Anhalt FischO LSA Vom 11. Januar 1994, zuletzt geändert durch Verordnung vom 6. März 2013; §§ 2–4 gültig ab 16. März 2013
Schleswig-Holstein BiFVO SH / KüFVO SH BiFVO: Anlage 1 neu gefasst durch Verordnung vom 26. Mai 2021, gültig ab 9. Juli 2021. KüFVO: zuletzt geändert am 16. Dezember 2025
Thüringen ThürFischAVO Vom 11. August 2020, in Kraft seit 25. September 2020; § 1 seither unverändert

Häufige Fragen

Wann ist die Schonzeit bei Hasel?

Das hängt vom Bundesland ab — Schonzeiten sind Landesrecht. 3 der 16 hier erfassten Länder legen für Hasel eine befristete Schonzeit fest; die Startdaten reichen vom 01.03. bis zum 01.04. In 2 Ländern ist die Art ganzjährig geschont. Die Tabelle oben nennt jeden Zeitraum mit Fundstelle.

Wie groß muss ein Hasel sein, damit man ihn mitnehmen darf?

Auch das Mindestmaß ist Landesrecht und reicht über die erfassten Länder von 15 bis 20 Zentimeter. Gemessen wird von der Kopfspitze bis zum Ende der Schwanzflosse.

Gilt die Schonzeit für Hasel im ganzen Bundesland?

Nicht überall. In Rheinland-Pfalz gelten für Hasel in bestimmten Gewässern oder Gebieten abweichende Regeln — etwa an der Küste, in einzelnen Flusssystemen oder in Gewässern mit eigenem Regelwerk. Die jeweilige Landesseite führt die Abweichungen einzeln auf. Genau diese Einschränkungen fehlen in vielen Schonzeiten-Tabellen.

Wann und womit fängt man Hasel am besten?

Gefangen wird der Hasel vor allem mit feinem Posengerät in der Strömung: Beim Trotting läuft eine schlanke Stickpose mit 2 bis 4 BB Tragkraft flussab, das Vorfach misst 0,10 bis 0,12 Millimeter, der Haken die Größe 16 bis 18. Made, Caster, Brotflocke und kleine Wurmstücke sind die zuverlässigsten Köder.

Wie unterscheide ich Hasel von ähnlichen Arten?

Am häufigsten wird der Hasel mit dem Döbel verwechselt, besonders bei Jungfischen.

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Wie du Hasel fängst — Methoden, Köder und Montage — steht im Hasel-Angeln-Guide. Für ein konkretes Datum beantwortet der Fang-erlaubt-Checker die Frage in einem Schritt. Das Mindestmaß für Hasel im Ländervergleich steht auf einer eigenen Seite.

Angelgewässer mit Hasel: Schwedtseealle auf der interaktiven Karte.

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