Stint: Schonzeit und Mindestmaß in allen Bundesländern
Schonzeiten sind Landesrecht — für Stint gilt in jedem Bundesland etwas anderes.
Diese Übersicht stellt alle 16 erfassten Länder nebeneinander, jeweils mit
Paragraph und Fassungsstand.
Heute
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ThürFischAVO, § 1 Abs. 1 – Art in der Tabelle nicht aufgeführt
Werte nach Landesrecht, Stand Juli 2026. Die Gewässerordnung kann strenger sein. Ohne Gewähr.
Was der Vergleich zeigt
Eine befristete Schonzeit für Stint legen 2 von 16 Ländern fest
— die Startdaten reichen vom 01.02. bis zum 01.03. Ganzjährig geschont und damit gar nicht entnehmbar ist die Art in Brandenburg. Ohne landesweite Schonzeit bleibenBaden-Württemberg, Bayern, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen — dort regelt in der Praxis die Gewässerordnung.
In Berlin, Hamburg, Schleswig-Holstein gelten nicht überall im Land dieselben
Werte. Je nach Gewässer oder Gebiet weichen Schonzeit oder Maß ab — die Landesseiten
führen die Abweichungen einzeln auf.
meist 15–20 cm, häufig 10–18 cm, maximal rund 30 cm (Einzelnachweise bis 45 cm); der Binnenstint bleibt bei etwa 10–12 cm
Gewicht
überwiegend 20–50 g, Höchstgewicht rund 180 g
Laichzeit
Ende Februar bis April, örtlich bis Mai, ab etwa 9 °C Wassertemperatur
Nahrung
Zooplankton und kleine Planktonkrebse, Bodentiere, größere Stinte auch Jungfische einschließlich der eigenen Art
Erkennungsmerkmale
Merkmale
Der Stint hat einen schlanken, seitlich nur leicht abgeflachten Körper mit auffallend zarter, halb durchscheinender Haut. Rücken und obere Flanken sind graugrün bis rosa getönt, darunter zieht sich ein silbrig glänzendes Längsband über die gesamte Flanke bis zum Schwanzstiel. Der Kopf ist spitz, die Augen sind groß, und die Mundspalte reicht weit nach hinten: Das Maul ist oberständig, der Unterkiefer steht deutlich vor. Auf Kiefern, Gaumen und Zunge sitzen kräftige, nach hinten gerichtete Fangzähne, die den kleinen Fisch als Räuber ausweisen. Die Seitenlinie ist unvollständig ausgebildet, die Schuppen sitzen locker und lösen sich beim Anfassen leicht ab.
Zwei Merkmale machen die Bestimmung eindeutig. Erstens die Fettflosse: Zwischen Rücken- und Schwanzflosse trägt der Stint eine kleine, strahlenlose Hautflosse, wie sie für die Verwandtschaft der Lachsartigen typisch ist. Zweitens der Geruch – frisch gefangene Stinte verströmen eine intensive, an frische Gurken erinnernde Note, die dem Fisch die Beinamen "Gurkenfisch" und "Stinkfisch" eingetragen hat. Der Geruch ist artspezifisch und unabhängig von der Nahrung; er ist am frischen Fisch am stärksten ausgeprägt und dient in der Praxis zugleich als Frischeindikator.
Lebensraum & Verhalten
Lebensraum
Der Stint besiedelt die Küstengewässer Europas von der Biskaya über Nordsee und Ärmelkanal bis in die Ostsee und nordwärts bis ins Weiße Meer. Er ist ein Freiwasser-Schwarmfisch, hält sich bevorzugt im Brack- und Mischwasser der Flussmündungen auf und zieht selten weit hinaus aufs offene Meer. In Deutschland liegt der Verbreitungsschwerpunkt in der Nordhälfte: Nord- und Ostsee mit ihren Zuflüssen sowie die großen Ästuare von Elbe, Weser und Ems. In der Tideelbe reicht sein Aktionsraum bis an das Wehr Geesthacht, in der Tideweser bis an das Weserwehr in Bremen-Hastedt.
Die Art tritt in zwei Formen auf. Die Wanderform – als See- oder Flussstint bezeichnet – lebt anadrom, wächst im Küstenwasser heran und steigt zum Laichen in die Unterläufe der Ströme auf; sie erreicht die volle Körperlänge von bis zu rund 30 Zentimetern. Der Binnenstint dagegen bleibt ganzjährig in großen, tiefen und kühlen Seen Nord- und Nordosteuropas stationär und wird mit etwa 10 bis 12 Zentimetern deutlich kleiner. Beide Formen gehören zur selben Art; ihre Unterschiede sind ökologisch und in der Größe begründet, im Einzelfang jedoch kaum sicher auseinanderzuhalten.
Laichzeit & Schonung
Laichzeit
Zur Laichzeit sammeln sich die Stinte in großen Schwärmen in den Ästuaren und steigen in die Unterläufe der Ströme auf. Der Hauptlaichzeitraum liegt zwischen Ende Februar und April, örtlich zieht er sich bis in den Mai; ausgelöst wird er, sobald das Wasser rund 9 Grad erreicht. Abgelaicht wird über sandigem bis kiesigem Grund in gut durchströmten Abschnitten, oft in Ufernähe. Ein Weibchen gibt je nach Größe mehrere Tausend bis rund 40.000 klebrige Eier von 0,6 bis 0,9 Millimetern Durchmesser ab, die am Substrat haften bleiben.
Die Larven schlüpfen nach etwa drei bis fünf Wochen und driften mit der Strömung in die Brackwasserzonen der Mündungen, wo sie im Sommer heranwachsen. Ein großer Teil der Elterntiere stirbt nach dem Laichgeschäft, sodass geschwächte Fische in dieser Phase eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel und Raubfische sind. Geschlechtsreif werden Stinte im Brackwasser mit drei bis vier Jahren, in reinem Süßwasser bereits mit ein bis zwei Jahren. Die Lebenserwartung liegt meist bei bis zu sechs Jahren, in Einzelfällen sind bis zu zehn Jahre belegt.
Fangen: Zeit, Koeder, Methode
Fangen
Angelnd erreichst du den Stint fast ausschließlich während des Frühjahrsaufstiegs zwischen Mitte Februar und Anfang April, wenn die Schwärme in Elbe, Weser und Ems in Ufernähe stehen. Standard ist ein Paternoster mit kleinen, dressierten Haken der Größen 10 bis 14 an kurzen Seitenarmen über einem birnenförmigen Blei von 50 bis 100 Gramm, geführt an einer rund 3 Meter langen Rute mit 60 bis 100 Gramm Wurfgewicht. Die Montage wird ausgeworfen, abgesenkt und in pumpenden Bewegungen eingeholt; ein Madenpaar, ein Wurmstück oder ein Heringsfetzen am Haken steigert die Trefferquote. In Häfen und an Anlegern, etwa in Husum oder in Bremen, funktioniert eine leichte Posenmontage genauso gut.
Bei den Schutzbestimmungen lohnt der Blick in die jeweilige Landesverordnung: In Brandenburg ist der Stint ganzjährig geschont, in Berlin gilt eine Schonzeit vom 01.02. bis 30.04. und in Mecklenburg-Vorpommern vom 01.03. bis 30.04. Ein Mindestmaß schreibt derzeit kein Bundesland vor. Die Berliner Regelung schützt ausdrücklich den Flussstint, während der Binnenstint frei ist – weil beide im Fang kaum zu unterscheiden sind, behandelst du dort während der Schonzeit jeden Stint als geschont. In Küsten- und Tidegewässern greift zusätzlich die jeweilige Küstenfischereiverordnung, in Hamburg außerdem die Begrenzung auf höchstens zwei Handangeln mit je zwei Bissstellen. Alle Details findest du unter /schonzeit/stint/ und /mindestmass/stint/.
Verwechslungsarten
Verwechslung
Im Süßwasser wird der Stint am häufigsten mit dem Ukelei (Alburnus alburnus) verwechselt, denn beide sind schlank, silbrig und etwa gleich groß, und beide tragen ein nach oben gerichtetes Maul mit vorstehendem Unterkiefer. Der sichere Prüfpunkt ist die Fettflosse: Der Stint besitzt zwischen Rücken- und Schwanzflosse die kleine, strahlenlose Hautflosse der Lachsverwandten, beim Ukelei als Karpfenfisch endet die Rückenpartie hinter der Rückenflosse glatt. Dazu kommen zwei weitere Unterschiede: Der Stint hat kräftige Fangzähne auf Kiefern und Zunge, der Ukelei ein zahnloses Maul mit Schlundzähnen, und schon eine kurze Geruchsprobe entscheidet, weil nur der Stint die deutliche Gurkennote mitbringt.
In den Ästuaren von Elbe und Weser landen zudem regelmäßig junge Heringe und Finten (Alosa fallax) im Paternoster. Beide gehören zu den Heringsartigen und zeigen einen scharfkantigen Bauchkiel, große, sehr leicht ablösende Schuppen und eine glatte Rückenlinie, während der Stint einen runden Bauch, eine unvollständige Seitenlinie und eben die Fettflosse aufweist. Die Finte trägt hinter dem Kiemendeckel meist eine Reihe dunkler Flecken, wird bis rund 55 Zentimeter lang und ist über die FFH-Richtlinie geschützt – ein solcher Beifang gehört unverzüglich und schonend zurück ins Wasser. Junge Heringe erkennst du zusätzlich am tiefer eingeschnittenen Schwanz und am fehlenden Gurkengeruch.
Vom 11. August 2020, in Kraft seit 25. September 2020; § 1 seither unverändert
Häufige Fragen
Wann ist die Schonzeit bei Stint?
Das hängt vom Bundesland ab — Schonzeiten sind Landesrecht. 2 der 16 hier erfassten Länder legen für Stint eine befristete Schonzeit fest; die Startdaten reichen vom 01.02. bis zum 01.03. In 1 Land ist die Art ganzjährig geschont. Die Tabelle oben nennt jeden Zeitraum mit Fundstelle.
Wie groß muss ein Stint sein, damit man ihn mitnehmen darf?
Für Stint setzt keines der erfassten Bundesländer ein Mindestmaß fest. Vereine und Pächter regeln das in der Praxis häufig selbst — die Erlaubniskarte ist maßgeblich.
Gilt die Schonzeit für Stint im ganzen Bundesland?
Nicht überall. In Berlin, Hamburg, Schleswig-Holstein gelten für Stint in bestimmten Gewässern oder Gebieten abweichende Regeln — etwa an der Küste, in einzelnen Flusssystemen oder in Gewässern mit eigenem Regelwerk. Die jeweilige Landesseite führt die Abweichungen einzeln auf. Genau diese Einschränkungen fehlen in vielen Schonzeiten-Tabellen.
Wann und womit fängt man Stint am besten?
Angelnd erreichst du den Stint fast ausschließlich während des Frühjahrsaufstiegs zwischen Mitte Februar und Anfang April, wenn die Schwärme in Elbe, Weser und Ems in Ufernähe stehen.
Wie unterscheide ich Stint von ähnlichen Arten?
Im Süßwasser wird der Stint am häufigsten mit dem Ukelei (Alburnus alburnus) verwechselt, denn beide sind schlank, silbrig und etwa gleich groß, und beide tragen ein nach oben gerichtetes Maul mit vorstehendem Unterkiefer.