Quappe (Rutte, Trüsche): Schonzeit und Mindestmaß in allen Bundesländern
Schonzeiten sind Landesrecht — für Quappe (Rutte, Trüsche) gilt in jedem Bundesland etwas anderes.
Beim Mindestmaß reicht die Spanne von 30 bis 40 Zentimeter. Diese Übersicht stellt alle 16 erfassten Länder nebeneinander, jeweils mit
Paragraph und Fassungsstand.
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Werte nach Landesrecht, Stand Juli 2026. Die Gewässerordnung kann strenger sein. Ohne Gewähr.
Was der Vergleich zeigt
Eine befristete Schonzeit für Quappe (Rutte, Trüsche) legen 4 von 16 Ländern fest
— die Startdaten reichen vom 01.01. bis zum 01.11. Ganzjährig geschont und damit gar nicht entnehmbar ist die Art in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen. Ohne landesweite Schonzeit bleibenBayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt — dort regelt in der Praxis die Gewässerordnung.
Beim Maß bedeutet die Spanne von 30 bis 40 Zentimeter konkret: Ein Quappe, der in einem Land
maßig ist, kann im Nachbarland untermaßig sein. Wer über Landesgrenzen angelt, prüft deshalb
besser das Land, in dem das Gewässer liegt — und nicht das, in dem er wohnt.
Eine Besonderheit: In Hamburg (30–50 cm) gilt ein Entnahmefenster. Dort sind auch besonders große Exemplare zu schonen,
weil sie die laichstärksten Tiere im Bestand sind.
In Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Schleswig-Holstein gelten nicht überall im Land dieselben
Werte. Je nach Gewässer oder Gebiet weichen Schonzeit oder Maß ab — die Landesseiten
führen die Abweichungen einzeln auf.
Steckbrief: Quappe (Rutte, Trüsche)
Wiss. Name
Lota lota
Familie
Dorsche (Gadidae); einziger Vertreter der Dorschartigen, der dauerhaft im Süßwasser lebt
Groesse
in Deutschland meist 30–50 cm, gute Fische um 60 cm; im hohen Norden ihres Verbreitungsgebiets wurden Maximalwerte bis rund 150 cm dokumentiert
Gewicht
überwiegend 0,5–2 kg, kapitale Exemplare 3–5 kg; Höchstangaben aus dem nördlichen Areal reichen bis über 30 kg
Laichzeit
Dezember bis Februar, in kalten Jahren bis in den März; die Eiablage erfolgt bei Wassertemperaturen von etwa 1–4 °C, in Norddeutschland liegt der Schwerpunkt im Januar
Nahrung
Jungfische fressen Insektenlarven, Bachflohkrebse und andere bodenlebende Wirbellose; ab etwa zwei Jahren dominieren Bodenfische wie Gründling, Groppe, Grundel und Stint, dazu Fischlaich, Schnecken und Krebse
Erkennungsmerkmale
Merkmale
Das sicherste Erkennungszeichen der Quappe ist der einzelne lange Bartel in der Mitte des Kinns, ergänzt durch zwei sehr kurze Barteln direkt vor den Nasenlöchern. Der Körper ist vorn walzenförmig und läuft nach hinten seitlich abgeflacht aus, das breite Maul steht leicht unterständig. Die Haut wirkt nackt und stark schleimig, weil die winzigen Rundschuppen tief eingebettet liegen.
Auf dem Rücken trägt die Quappe zwei getrennte Rückenflossen: eine kurze vordere und eine sehr lange zweite, die etwa sechsmal so lang ausfällt und bis kurz vor die Schwanzflosse reicht. Die Färbung ist unverwechselbar marmoriert, braune bis schwarze Flecken und Netzmuster liegen auf gelblichem, oliv- bis hellbraunem Grund, die Bauchseite ist heller. Junge Fische sind meist dunkler und kontrastreicher gezeichnet als alte.
Lebensraum & Verhalten
Lebensraum
Die Quappe besiedelt kühle, sauerstoffreiche Flüsse und tiefe, geschichtete Seen der nördlichen Halbkugel zwischen etwa dem 40. und 70. Breitengrad. In Deutschland liegen die Schwerpunkte in den großen Stromsystemen von Elbe, Oder, Weser und Donau samt ihren Zuflüssen sowie in tiefen Seen und Kanälen. Sie ist ein ausgesprochener Bodenfisch und hält sich tagsüber in Steinpackungen, unter Totholz, in Wurzelgeflecht und in unterspülten Ufern verborgen.
Als kaltliebende Art fühlt sie sich unterhalb von etwa 18 °C wohl; steigen die Temperaturen darüber, stellt sie das Fressen weitgehend ein und zieht sich in kühle Refugien zurück. Wichtig für stabile Bestände sind durchgängige Fließgewässer, strukturreiche Ufer sowie angebundene Auengewässer und Flachwasserzonen als Kinderstube. Seit den 1970er Jahren sind die Bestände in Deutschland deutlich zurückgegangen, Hauptursachen sind Querbauwerke, der naturferne Gewässerausbau, der Verlust von Auengewässern sowie steigende Wassertemperaturen. Mehrere Landesverbände betreiben deshalb Wiederansiedlungs- und Besatzprojekte, unter anderem in Niedersachsen und Baden-Württemberg.
Laichzeit & Schonung
Laichzeit
Die Quappe laicht mitten im Hochwinter, meist von Dezember bis Februar und damit als eine der wenigen heimischen Arten in der kältesten Jahreszeit. Ausgelöst wird das Laichgeschehen durch Wassertemperaturen um 1 bis 4 °C. Vorher steigen die Fische in Nebenflüsse, Bäche und flachere Gewässerabschnitte auf, wo sie über sandigem oder kiesigem Grund ablaichen. Dabei bilden sie häufig regelrechte Laichknäuel aus zehn bis fünfzig Tieren, die sich umeinander winden.
Ein Weibchen gibt je nach Größe von einigen hunderttausend bis zu mehreren Millionen sehr kleiner, ölhaltiger Eier ab, die sich zwischen den Sedimentkörnern verteilen. Die Embryonalentwicklung dauert bei diesen Temperaturen mehrere Wochen bis rund zwei Monate; die geschlüpften Larven ernähren sich zunächst von Plankton, bevor sie zur bodenorientierten Lebensweise übergehen. Weil Laichwanderungen von Wehren und Kraftwerken unterbrochen werden und angebundene Flachwasserzonen vielerorts fehlen, ist genau dieser Lebensabschnitt der empfindlichste Punkt im Lebenszyklus der Art.
Fangen: Zeit, Koeder, Methode
Fangen
Beangelt wird die Quappe fast ausschließlich nachts von November bis Februar, mit einer Grundmontage direkt auf dem Gewässergrund. Bewährte Standplätze sind Wehrunterläufe, Buhnenfelder, Steinpackungen und die Mündungen kleiner Nebenflüsse. Als Köder dominieren Tauwurm-Bündel, Fischfetzen von Hering oder Stint und kleine tote Köderfische; entscheidend ist die Duftwirkung, denn die Quappe orientiert sich in der Dunkelheit über Geruch und Seitenlinie. Bisse fallen oft zaghaft aus, ein Knicklicht an der Rutenspitze oder eine Glocke macht sie sichtbar.
Vor jedem Ansitz gehört ein Blick in die Landesverordnung, denn die Quappe ist die am dichtesten regulierte der neu aufgenommenen Arten und in allen sechzehn Bundesländern erfasst. In Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, im Saarland und in Sachsen gilt eine ganzjährige Schonzeit, dort ist gezieltes Beangeln unzulässig und Beifänge sind schonend zurückzusetzen. Andernorts gelten befristete Schonzeiten und Mindestmaße zwischen 30 und 40 Zentimetern, Hamburg arbeitet zusätzlich mit einem Entnahmefenster von 30 bis 50 Zentimetern und einem Tageslimit von drei Fischen. Die aktuellen Werte je Bundesland findest du unter /schonzeit/quappe/ und /mindestmass/quappe/.
Verwechslungsarten
Verwechslung
Am häufigsten wird die Quappe mit dem Aal verwechselt, vor allem nachts und bei kleineren Exemplaren, weil beide langgestreckt, schleimig und dunkel marmoriert wirken. Die Unterscheidung ist trotzdem eindeutig: Die Quappe besitzt Bauchflossen, die weit vorn unter der Kehle sitzen, und ihre Flossen sind klar voneinander getrennt, also zwei Rückenflossen, eine eigene Afterflosse und eine deutlich abgesetzte, gerundete Schwanzflosse. Beim Aal fehlen Bauchflossen vollständig, und Rücken-, Schwanz- und Afterflosse verschmelzen zu einem durchgehenden Flossensaum. Hinzu kommt der einzelne Kinnbartel, den der Aal nicht hat.
Der Wels lässt sich über die Barteln abgrenzen: Er trägt sechs davon, darunter zwei sehr lange am Oberkiefer, besitzt nur eine winzige Rückenflosse und eine extrem lange Afterflosse. Junge Quappen werden gelegentlich auch mit Groppen oder Schmerlen verwechselt, doch beiden fehlt die charakteristische Kombination aus langer zweiter Rückenflosse und einzelnem Kinnbartel. Wer nachts unsicher ist, prüft mit der Lampe zwei Punkte: ein Bartel in der Kinnmitte und ein Paar Bauchflossen unter der Kehle bedeuten Quappe.
Vom 11. August 2020, in Kraft seit 25. September 2020; § 1 seither unverändert
Häufige Fragen
Wann ist die Schonzeit bei Quappe?
Das hängt vom Bundesland ab — Schonzeiten sind Landesrecht. 4 der 16 hier erfassten Länder legen für Quappe (Rutte, Trüsche) eine befristete Schonzeit fest; die Startdaten reichen vom 01.01. bis zum 01.11. In 5 Ländern ist die Art ganzjährig geschont. Die Tabelle oben nennt jeden Zeitraum mit Fundstelle.
Wie groß muss ein Quappe sein, damit man ihn mitnehmen darf?
Auch das Mindestmaß ist Landesrecht und reicht über die erfassten Länder von 30 bis 40 Zentimeter. In Hamburg gilt zusätzlich ein Höchstmaß — dort darf nur entnommen werden, was in das Entnahmefenster fällt. Gemessen wird von der Kopfspitze bis zum Ende der Schwanzflosse.
Gilt die Schonzeit für Quappe im ganzen Bundesland?
Nicht überall. In Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Schleswig-Holstein gelten für Quappe (Rutte, Trüsche) in bestimmten Gewässern oder Gebieten abweichende Regeln — etwa an der Küste, in einzelnen Flusssystemen oder in Gewässern mit eigenem Regelwerk. Die jeweilige Landesseite führt die Abweichungen einzeln auf. Genau diese Einschränkungen fehlen in vielen Schonzeiten-Tabellen.
Wann und womit fängt man Quappe am besten?
Beangelt wird die Quappe fast ausschließlich nachts von November bis Februar, mit einer Grundmontage direkt auf dem Gewässergrund. Bewährte Standplätze sind Wehrunterläufe, Buhnenfelder, Steinpackungen und die Mündungen kleiner Nebenflüsse.
Wie unterscheide ich Quappe von ähnlichen Arten?
Am häufigsten wird die Quappe mit dem Aal verwechselt, vor allem nachts und bei kleineren Exemplaren, weil beide langgestreckt, schleimig und dunkel marmoriert wirken.