Die Quappe (Lota lota) ist der einzige Vertreter der Dorschfamilie, der dauerhaft im Süßwasser lebt, und sie tickt genau andersherum als die meisten heimischen Fische: Erst wenn das Wasser unter fünf Grad fällt, läuft sie zur Hochform auf. Beangelt wird sie fast ausschließlich nachts, am Grund und mit stark riechenden Naturködern. Zugleich ist sie die am dichtesten regulierte Art in diesem Portal: In Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, im Saarland und in Sachsen ist die Quappe ganzjährig geschont, dort ist gezieltes Beangeln unzulässig und jeder Beifang gehört schonend zurück ins Wasser. Wo ein Ansitz erlaubt ist, prüfe vorher Schonzeit und Mindestmaß deines Bundeslandes unter /schonzeit/quappe/ und /mindestmass/quappe/.
Größe: in Deutschland meist 30–50 cm, gute Fische um 60 cm; im hohen Norden ihres Verbreitungsgebiets wurden Maximalwerte bis rund 150 cm dokumentiertLaichzeit: Dezember bis Februar, in kalten Jahren bis in den März; die Eiablage erfolgt bei Wassertemperaturen von etwa 1–4 °C, in Norddeutschland liegt der Schwerpunkt im JanuarNahrung: Jungfische fressen Insektenlarven, Bachflohkrebse und andere bodenlebende Wirbellose; ab etwa zwei Jahren dominieren Bodenfische wie Gründling, Groppe, Grundel und Stint, dazu Fischlaich, Schnecken und Krebse
Beste Zeit zum Quappeangeln
Die Hauptsaison läuft von November bis Februar, in kalten Wintern reicht sie bis in den März hinein. Entscheidend ist die Wassertemperatur: Unterhalb von etwa fünf Grad wird die Quappe richtig aktiv, oberhalb von rund achtzehn Grad stellt sie das Fressen weitgehend ein und hält eine Sommerruhe. Die beste Tageszeit liegt zwischen Einbruch der Dunkelheit und etwa 23 Uhr; nach Mitternacht flaut die Beißphase auf den meisten Strecken deutlich ab. Nasskaltes Schmuddelwetter, Regen, Schneefall und ein leicht steigender, angetrübter Pegel gehören zu den ergiebigsten Bedingungen. Weil die Laichzeit mitten in diese Phase fällt (Dezember bis Februar), lohnt es sich, Laichareale bewusst auszusparen und stattdessen die Wanderstrecken davor zu befischen.
Wo steht der Quappe?
Wehrunterläufe und Schleusenkolke, wo aufsteigende Quappen sich vor dem Wanderhindernis sammeln und über Nacht in der Beruhigungszone stehen.
Buhnenfelder und Buhnenköpfe großer Flüsse wie Elbe, Oder oder Weser, weil dort Strömungsschatten und tiefer Kolk direkt nebeneinander liegen.
Steinpackungen und Uferverbauungen, deren Hohlräume den nachtaktiven Fischen tagsüber als Versteck dienen und die sie abends im Halbmeterbereich absuchen.
Mündungen kleiner Nebenflüsse, Bäche und Entwässerungsgräben, in die Quappen im Winter zum Laichen aufsteigen.
Die Übergangskante vom Flachwasser in die tiefe Rinne, weil Quappen nachts genau entlang dieses Absatzes auf Nahrungssuche ziehen.
Totholz, Wurzelstöcke und unterspülte Prallufer, die zugleich Deckung und einen konzentrierten Nahrungsvorrat bieten.
Hafenbecken, Kanaleinfahrten und Brückenpfeiler, wo Strömungsverwirbelungen Futter zusammentragen und der Grund oft härter ist.
In tiefen, geschichteten Seen die kalten Tiefenkanten und Steinrücken, an denen sich die Fische nachts in flachere Bereiche hocharbeiten.
Methoden zum Quappeangeln
Nachtansitz mit Grundmontage im Fluss
Das ist die klassische Quappenmethode und in Fließgewässern die mit Abstand fängigste. Du baust zwei bis drei Ruten auf, legst sie fächerförmig aus und deckst damit unterschiedliche Distanzen ab: eine Montage direkt an der Steinpackung wenige Meter vom Ufer, eine an der Kante zur Hauptströmung, eine im tieferen Bereich dahinter. Gefischt wird mit Laufblei am Grund, der Köder liegt still und arbeitet über den Geruch. Rutenspitzen bekommen ein Knicklicht, dazu eine Aalglocke oder ein elektronischer Bissanzeiger, denn Quappenbisse sind oft nur ein kurzes Zupfen, gefolgt von völliger Ruhe. Genau dieses Innehalten ist typisch: Der Fisch saugt den Köder ein und bleibt dann liegen. Kontrolliere die Ruten deshalb regelmäßig, auch wenn nichts anzeigt. Mit Circle Hooks kurbelst du beim Biss den Kontakt straff, statt anzuschlagen, dann sitzt der Haken vorn im Maul und der Fisch lässt sich sauber lösen und zurücksetzen.
Feedern mit Duftkorb
Die Feederrute spielt ihre Stärke aus, wenn du eine Duftspur legen willst. Ein Futterkorb von 50 bis 80 Gramm wird mit einer Mischung aus zerkleinerten Würmern, Fischfetzen, Paniermehl und Fischöl gefüllt und alle zwanzig bis dreißig Minuten frisch auf denselben Punkt gelegt. So entsteht ein Duftteppich, an dem sich wandernde Quappen orientieren. Weil der Geruchssinn bei der nächtlichen Nahrungssuche die Hauptrolle spielt, ist das oft wirksamer als jede Köderoptik. Passend dazu eine mittelschwere Feederrute mit 80 bis 130 Gramm Wurfgewicht, eine austauschbare Spitze von 1,5 bis 2 Unzen und eine 3000er bis 4000er Rolle. Das Vorfach bleibt kurz, 40 bis 70 Zentimeter genügen, damit der Köder nah am Duftzentrum liegt. Vorteil gegenüber der reinen Grundrute: Die feine Spitze zeigt auch die zaghaften Winterbisse an, während der kräftige Blank genug Reserve für Strömung und Hindernisse hat.
Stellen abklopfen im Kurzansitz
Quappen stehen im Winter oft eng zusammengedrängt, große Flussabschnitte dazwischen bleiben leer. Statt eine ganze Nacht auf einem Platz auszusitzen, arbeitest du dich deshalb mit kurzen Ansitzen von 30 bis 45 Minuten durch eine Strecke: Wehrunterlauf, dann zwei Buhnenfelder, dann die Mündung des Nebenbachs. Bleibt es an einer Stelle ruhig, ziehst du weiter. Mit leichtem Gepäck geht das gut: eine Rute, eine kleine Kopflampe mit Rotlicht, Köder in einer isolierten Box mit Heatpack, damit die Tauwürmer bei Frost beweglich bleiben. Der Vorteil liegt in der Trefferquote, denn du findest die aktive Gruppe, statt auf sie zu warten. Notiere dir erfolgreiche Stellen samt Pegelstand und Wassertemperatur, dann baust du dir über zwei, drei Winter eine verlässliche Route auf, die sich Jahr für Jahr wiederholen lässt.
Köder für Quappe
Die Quappe jagt nachts fast ausschließlich über Geruch, Geschmack und die Seitenlinie, ihre Augen spielen dabei eine Nebenrolle. Entsprechend gewinnen intensiv riechende Naturköder klar vor allem anderen. Kunstköder haben eine schmale, aber vorhandene Nische, vor allem in Kombination mit Duft und Leuchtreiz. Frische ist wichtiger als Größe: ein zerteilter Tauwurm, aus dem Saft austritt, schlägt den unversehrten Wurm regelmäßig.
Kleiner Gummifisch am Jigkopf — In Kanälen, Häfen und an Wehrunterläufen lässt sich die Quappe auch aktiv befischen. Nimm einen Gummifisch von 6 bis 9 Zentimetern in dunklen oder motorölfarbenen Tönen und einen Jigkopf, der gerade schwer genug ist, um Grundkontakt zu halten, meist 10 bis 21 Gramm. Geführt wird betont langsam: kurz anheben, absinken lassen, dann mehrere Sekunden Pause direkt am Boden. Die Bisse kommen fast immer in dieser Standphase. Ein Tropfen Fisch-, Krabben- oder Leberdip auf dem Köder gleicht den fehlenden Eigengeruch aus und macht den entscheidenden Unterschied. Die Methode ersetzt den Ansitz nicht, ist aber ideal, um in einer Beißflaute Wasser abzusuchen oder um an Stellen zu fischen, an denen ein längerer Ansitz umständlich wäre.
Leuchtperlen und Glow-Elemente am Vorfach — Eine Leuchtperle oder ein kurzes Glow-Röhrchen direkt über dem Haken ist kein eigenständiger Köder, sondern ein Reizverstärker, den viele Quappenangler dauerhaft im Vorfach führen. In trübem Winterwasser und bei völliger Dunkelheit gibt das dem Fisch einen zusätzlichen Anhaltspunkt, wenn er der Duftspur bis auf wenige Zentimeter gefolgt ist. Aufgeladen wird die Perle kurz mit der Kopflampe, danach hält die Leuchtkraft je nach Material zwanzig Minuten bis über eine Stunde. Beachte, dass einzelne Bundesländer und Gewässerordnungen den Einsatz künstlicher Lichtquellen am Gerät einschränken, ein Blick in die Gewässerordnung vor dem Ansitz lohnt sich. Kombiniert mit Wurm oder Fischfetzen ist die Leuchtperle ein günstiger Zusatz, der sich in klaren Frostnächten häufig bezahlt macht.
Tauwurm und Wurmbündel — Der Tauwurm ist der Standardköder auf Quappe und für die Mehrzahl der Fänge verantwortlich. Zieh ihn nicht am Stück auf, sondern zerteile ihn und bündle zwei bis drei Stücke auf dem Haken, damit ordentlich Saft austritt und die Duftfahne stark wird. Ein kompaktes Bündel hält außerdem Kleinfische besser ab als ein langer, hängender Wurm. Bei Frost gehören die Würmer in eine isolierte Box mit Heatpack, kalte Würmer werden träge und geben deutlich weniger Reiz ab. Als Haken passt ein kurzschenkliger Modell in Größe 4 bis 2, bei großen Bündeln auch 1/0. Praktischer Nebeneffekt: Am Wurm beißen im Winter auch Aalrutten-Beifänge wie Barsch, Aland oder Döbel, was den Ansitz kurzweiliger macht.
Fischfetzen von Hering oder Stint — Fettige Meeresfische geben im kalten Wasser eine sehr weit tragende Duftspur ab und gehören deshalb zu den zuverlässigsten Quappenködern. Ein daumenbreiter Heringsfetzen mit Haut, quer durchstochen, sitzt fest genug für kräftige Würfe und blutet lange aus. Stinte funktionieren ähnlich gut und haben den Vorteil, dass sie in vielen Flusssystemen zur natürlichen Beute gehören. Halbiere größere Fetzen ruhig, die Schnittfläche ist der eigentliche Duftgeber. Weil Fischfetzen bei starker Strömung schnell auswaschen, lohnt es sich, alle zwanzig bis dreißig Minuten frisch zu beködern. Gut zu wissen: Fischköder erhöhen auch die Chance auf Zander- oder Aalbeifang, halte die Schonzeiten dieser Arten deshalb ebenfalls im Blick.
Quappenmontagen dürfen einfach sein, denn der Fisch nimmt den Köder direkt am Grund und ist wenig misstrauisch. Wichtiger als Feinheit sind Grundkontakt in der Strömung, ein wurfstabiler Köder und eine Hakengröße, die tiefes Schlucken verhindert. Weil die Art vielerorts geschont ist, gehört ein schonend lösbarer Haken zur Grundausstattung.
Schnur: Bei Minusgraden ist monofile Hauptschnur die praxistauglichere Wahl, weil geflochtene Schnur Wasser aufnimmt, in den Ringen vereist und dann an Tragkraft verliert. 0,28 bis 0,30 mm Mono bringt genug Reserve für Strömung, Steinpackungen und den zügigen Drill. Bleibt es frostfrei, spricht nichts gegen 0,12 bis 0,16 mm Geflecht, das die feinen Bisse spürbarer überträgt. Ringe und Spulenkante lassen sich mit etwas Glycerin oder Silikonspray behandeln, das verzögert die Eisbildung merklich.
Von November bis Februar, nachts und bei Wassertemperaturen unter fünf Grad. Die dichteste Beißphase liegt zwischen Einbruch der Dunkelheit und etwa 23 Uhr, danach lässt die Aktivität auf den meisten Strecken nach. Je nasskälter und ungemütlicher das Wetter, desto besser: Regen, Schneefall und ein leicht steigender, angetrübter Pegel gehören zu den ergiebigsten Bedingungen. Tagsüber steht die Quappe versteckt in Steinpackungen, unter Totholz oder in Uferhöhlen und frisst kaum. Im Sommer hält sie bei Temperaturen über etwa achtzehn Grad eine ausgeprägte Ruhephase und ist praktisch nicht zu fangen.
Womit fängt man Quappen?
Mit stark riechenden Naturködern am Grund. Der wichtigste Köder ist der Tauwurm, am besten zerteilt und als Bündel auf dem Haken, damit viel Saft austritt. Ebenso zuverlässig sind Fischfetzen von Hering oder Stint sowie kleine tote Köderfische wie Grundeln, Ukeleie oder Kaulbarsche. Hühnerleber funktioniert vor allem in trübem Hochwasser. Präsentiert wird alles an einer einfachen Laufblei-Grundmontage oder an einer Feedermontage mit Duftkorb. Kunstköder spielen eine Nebenrolle, ein langsam am Boden geführter Gummifisch mit Fischdip kann in Kanälen und an Wehren aber durchaus fangen.
Ist die Quappe geschützt?
Ja, und zwar dichter als die meisten heimischen Arten. In Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, im Saarland und in Sachsen gilt eine ganzjährige Schonzeit, dort ist gezieltes Beangeln unzulässig und jeder Beifang gehört schonend zurück ins Wasser. Zeitlich befristete Schonzeiten bestehen unter anderem in Baden-Württemberg (1.11.–28.2.), Mecklenburg-Vorpommern (1.1.–15.2.), Schleswig-Holstein (1.1.–28.2.) und Thüringen (1.11.–31.3.). Hinzu kommen Mindestmaße zwischen 30 und 40 Zentimetern; Hamburg arbeitet mit einem Entnahmefenster von 30 bis 50 Zentimetern und einem Tageslimit von drei Fischen. Die genauen Werte deines Landes findest du unter /schonzeit/quappe/ und /mindestmass/quappe/.
Kann man Quappe essen?
Ja, die Quappe gilt als hervorragender Speisefisch. Ihr Fleisch ist fest, weiß und mild und erinnert an Kabeljau, ihre große Leber wird in Nordeuropa als Delikatesse geschätzt. Entscheidend ist allerdings die Rechtslage vor Ort: In Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, im Saarland und in Sachsen ist eine Entnahme durch die ganzjährige Schonzeit ausgeschlossen. In den übrigen Ländern gelten Schonzeit, Mindestmaß und teils Entnahmefenster. Weil die Bestände in Deutschland seit den 1970er Jahren stark zurückgegangen sind, ist ein maßvoller Umgang mit Entnahmen auch dort angebracht, wo sie erlaubt ist.
Wo kannst du Quappe angeln?
33 erfasste Angelgewässer führen Quappe — hier eine Auswahl quer durch die
Regionen, jeweils mit vorkommenden Arten, nötiger Angelkarte, den Regeln vor Ort und dem
tagesaktuellen Beiß-Index: