Der Aal ist ein nachtaktiver Grundfisch, der am liebsten in der Dunkelheit über den Gewässergrund zieht und mit feinem Geruchssinn nach Nahrung sucht. Als stark gefährdete Art unterliegt er dem Schutz der EU-Aalverordnung, sodass Mindestmaße, Schonzeiten und Fangfenster genau zu beachten sind.
Größe: Weibchen meist 60–100 cm, ausnahmsweise bis rund 150 cm; Männchen bleiben mit etwa 30–50 cm deutlich kleinerLaichzeit: Laicht ausschließlich in der Sargassosee (westlicher Atlantik), rund 5.000–6.000 km von Europa entfernt; Laichwanderung meist ab Spätsommer/Herbst, die eigentliche Fortpflanzung im Meer wird auf das Frühjahr datiertNahrung: Nachtaktiver Allesfresser am Gewässergrund: Würmer, Insektenlarven, Krebstiere, Schnecken, Fischlaich und kleine Fische; große Aale nehmen verstärkt Fisch
Beste Zeit zum Aalangeln
Die beste Fangzeit sind warme, schwüle Sommernächte, besonders bei mildem oder leicht gewittrigem Wetter. Aktiv wird der Aal mit der Dämmerung; die ersten Stunden nach Einbruch der Dunkelheit sowie die Zeit gegen Morgen bringen erfahrungsgemäß die meisten Bisse. Vor jedem Ansitz gilt es, Schonzeit, Mindestmaß und ein mögliches Fangfenster des jeweiligen Landes zu prüfen (aktuelle Verordnung beachten, ohne Gewähr) und den Fang schutzbewusst zu behandeln.
Wo steht der Aal?
Gewässergrund als Hauptzone, da der Aal fast ausschließlich am Boden jagt
Steinpackungen, Buhnenfelder und Uferverbauungen an Flüssen
Krautkanten, Seerosenfelder und Schilfgürtel in Stillgewässern
Totholz, versunkene Bäume und überhängende Ufergehölze
Uferhöhlen, Wurzelstöcke und andere Verstecke nahe am Ufer
Häfen, Hafeneinfahrten und ruhige Becken mit weichem Grund
Mündungen und Übergänge zwischen strömendem und ruhigem Wasser
Tiefenkanten und Übergänge von flachem zu tiefem Wasser
Methoden zum Aalangeln
Grundangeln (Ansitz) bei Nacht
Die klassische und fängigste Methode: Der Köder liegt direkt am Grund, wo der Aal seine Nahrung sucht. Gefischt wird meist ufernah, oft reichen wenige Meter Wurfweite. Als Bissanzeige haben sich Aalglocke oder elektronischer Bissanzeiger kombiniert mit einem optischen Signal (Knicklicht, LED) bewährt. Bei einem Biss lohnt ein früher, entschlossener Anschlag, damit der Haken vorn im Maul fasst und der Fisch schonend gelandet werden kann. An Steinpackungen empfiehlt es sich, den Aal zügig vom Hindernis wegzuführen.
Pose in der Dämmerung
In der beginnenden Dunkelheit lässt sich der Aal auch mit einer fein ausgebleiten Pose überlisten, ideal in ruhigem Wasser, Kanälen und Häfen. Eine Knicklichtpose mit geringer Tragkraft macht Bisse in der Nacht sichtbar. Der Köder wird knapp über oder direkt auf dem Grund präsentiert; über einen Stopper lässt sich die Tiefe genau einstellen. Diese Methode erlaubt eine sensible Bisserkennung und ist besonders in den ersten Stunden nach Sonnenuntergang lohnend.
Köder für Aal
Aale reagieren vor allem auf Naturköder mit intensivem Geruch, den sie am Grund über weite Distanz aufspüren. Kunstköder spielen beim gezielten Aalfang praktisch keine Rolle; entscheidend sind frische, aromatische Naturköder.
Tauwurm/Wurmbündel — Der wichtigste Aalköder überhaupt und für die meisten Fänge verantwortlich. Ein einzelner großer Tauwurm oder ein Bündel aus mehreren Würmern gibt viel Geruch ab und hält gut am Haken. Der Wurm lässt sich der Länge nach aufziehen, damit der Hakenbogen frei bleibt und ein früher Anschlag sitzt.
Fischfetzen/Köderfisch — Fischfetzen und kleine Köderfische wirken stark über Geruch und selektieren gezielt auf größere Aale, die verstärkt Fisch fressen. Ein daumengroßer Fetzen oder ein kleiner toter Köderfisch am Grund ist an fischreichen Gewässern eine gute Wahl. Beim Ansitz auf Köderfisch sollten die Regeln zum Umgang mit Köderfischen des jeweiligen Landes beachtet werden.
Aalmontagen sind bewusst einfach gehalten und darauf ausgelegt, dass der Fisch den Köder ohne großen Widerstand aufnimmt und der Anschlag früh sitzt. Je nach Strömung und Gewässer kommen Laufblei- oder Durchlaufmontagen zum Einsatz.
Schnur: Robuste monofile Hauptschnur (etwa 0,28–0,35 mm) und ein kräftiges Vorfach geben Sicherheit an Hindernissen. Ein passend großer Wurmhaken und ein früher Anschlag sorgen dafür, dass der Haken vorn im Maulwinkel fasst und der Fisch schonend gehakt wird.
Am fängigsten sind Naturköder am Grund: allen voran der Tauwurm oder ein Wurmbündel, dazu Fischfetzen und kleine Köderfische für große Aale sowie Maden und Bienenmaden. Präsentiert werden sie meist an einer einfachen Laufblei-Grundmontage, oft nur wenige Meter vom Ufer entfernt.
Wann beißt der Aal?
Der Aal ist nachtaktiv und beißt am besten in warmen, schwülen Sommernächten. Die ergiebigste Zeit liegt in der Dämmerung und in den ersten Stunden nach Einbruch der Dunkelheit sowie noch einmal gegen Morgen. Mildes, leicht gewittriges Wetter gilt als besonders vielversprechend.
Darf man Aal überhaupt angeln/entnehmen?
Der Aal ist stark gefährdet und über die EU-Aalverordnung geschützt. Angeln und Entnahme sind je nach Land und Gewässer unterschiedlich geregelt: Es gelten Mindestmaße, Schonzeiten und teils Fangfenster, in Meeres- und Brackgewässern zeitweise auch Fangverbote. Eine Entnahme ist nur innerhalb des erlaubten Rahmens möglich – vor dem Angeln immer die aktuelle Verordnung des jeweiligen Landes prüfen (ohne Gewähr).