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Angeln · Praxis

Aland (Nerfling) (Leuciscus idus), Seitenansicht — Aland angeln
Aland (Nerfling) · Leuciscus idus

Aland angeln: Methoden, Köder & Montage

Der Aland, regional auch Nerfling oder Orfe genannt, ist der silberne Kraftpaket-Weißfisch der großen Tieflandflüsse. Er steht gern in lebhafter Strömung an Buhnenköpfen, Wehrkehrwassern und unter überhängenden Bäumen, frisst dort Anflugnahrung von der Oberfläche und wird gleichzeitig am Futterkorb im Grund gefangen. Damit deckt er eine ungewöhnlich große Bandbreite an Methoden ab: Feedern, Posenfischen, Schwimmbrot und leichtes Spinnfischen führen alle zum Erfolg. Wer ihn einmal an leichtem Gerät gedrillt hat, kennt die explosive erste Flucht stromab, für die der Aland unter Friedfischanglern bekannt ist.

Größe: meist 30 bis 50 cm, ausgewachsen bis rund 80 cm Laichzeit: März bis Juni, abhängig von der Wassertemperatur Nahrung: Insektenlarven, Anflugnahrung, Schnecken, Muscheln und Krebstiere, größere Alande auch Kleinfische

Beste Zeit zum Alandangeln

Die verlässlichsten Fangzeiten liegen im Frühjahr von März bis April und in der langen Phase von Juni bis September. Im zeitigen Frühjahr sammeln sich die Fische vor den Laichwanderungen in tieferen Gumpen und Kolken, wo Grundmontagen und Feederruten am besten arbeiten. Ab Juni verlagert sich alles nach oben: Die Alande stehen ufernah und oberflächennah, und Schwimmbrot sowie leichte Posenmontagen sind dann die erste Wahl. Im Herbst ziehen die Schwärme wieder ins Mittelwasser und zum Grund, im Hochwinter wird es zäh, an milden Tagen sind über der Mittagszeit aber weiterhin Fänge drin. Rechtlich gilt: In Rheinland-Pfalz und Thüringen ist der Aland ganzjährig geschont, in Rheinland-Pfalz allerdings mit Ausnahme der Grenzgewässer Mosel, Sauer und Our; Baden-Württemberg schont vom 1. April bis 31. Mai, Bayern vom 1. März bis 30. April, und Mindestmaße gelten in Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern sowie Nordrhein-Westfalen mit 25 cm, in Bayern, Berlin und Brandenburg mit 30 cm und in Sachsen mit 20 cm, während neun Länder den Aland ohne Regelung führen — die tagesaktuellen Details findest du auf /schonzeit/aland/ und /mindestmass/aland/.

Wo steht der Aland?

Methoden zum Alandangeln

Feedern in der Strömung

Im Fluss ist das Feedern die zuverlässigste Methode auf große Alande. Du fischst eine Heavy-Feederrute ab 3,90 m mit 150 bis 200 g Wurfgewicht, dazu eine 4000er Rolle mit hohem Schnureinzug und eine monofile Hauptschnur ab 0,26 mm — Mono steckt Treibgut und ruckartige Fluchten besser weg als Geflecht. Der Futterkorb wiegt je nach Zug 60 bis 120 g; bei starker Strömung halten Modelle mit Ankerkrallen den Platz. Ziel ist die Zone zwischen Hauptströmung und Strömungskante. Lege mit fünf bis sieben Körben eine Futterspur an und wirf danach alle fünf bis zehn Minuten exakt denselben Punkt an, damit ein konstanter Partikelstrom entsteht. Grobe Bestandteile wie Hanf, Hafer, Reis und Dosenmais halten die Fische am Platz, fruchtige Aromen wie Erdbeere oder Ananas wirken im Sommer, Curry und Koriander im kalten Wasser. Das Vorfach misst 80 bis 120 cm bei 0,18 bis 0,22 mm, der Haken Größe 14 bis 8. Bisse kommen meist deutlich: Die Spitze wird durchgezogen, der Fisch flüchtet stromab. Halte die Rute griffbereit und drille mit weich eingestellter Bremse.

Posenangeln mit der Matchrute

Für das Mittelwasser über Krautfeldern, in Kehrwassern und an ruhigeren Uferabschnitten ist die Matchrute das genauere Werkzeug. Nimm eine 3,90 bis 4,20 m lange Rute mit rund 20 bis 40 g Wurfgewicht, eine 2500er Rolle, 0,18 bis 0,20 mm monofile Hauptschnur und einen Waggler von 2 bis 6 g. Die Bebleiung teilst du so auf, dass der Köder langsam absinkt: die Hauptlast dicht unter der Pose, dann drei bis vier kleine Schrotbleie in absteigender Größe Richtung Haken. Genau dieses langsame Trudeln bringt die Bisse, denn Alande fressen in allen Wasserschichten und reagieren stark auf fallende Köder. Fische das Vorfach 30 bis 50 cm lang mit 0,14 bis 0,16 mm und Haken der Größe 12 bis 10. Wirf zwei bis drei Meter oberhalb des Zielpunkts aus, lass die Montage frei abtreiben und bremse die Schnur alle paar Meter kurz an — der Köder steigt dabei auf und sinkt anschließend wieder verführerisch ab. Füttere sparsam mit wenigen Maden oder Brotkrume, damit der scheue Schwarm im Bereich bleibt.

Oberflächenangeln mit Schwimmbrot

Ab Juni stehen Alande dicht unter der Oberfläche und nehmen treibendes Brot mit sichtbaren Attacken. Du brauchst dafür wenig: eine 3,30 bis 3,90 m lange Matchrute, eine 2000er Rolle, 0,20 mm monofile Schnur und einen Haken der Größe 10 bis 8, direkt in die Hauptschnur geknotet — Wirbel und Vorfachknoten stören an der Oberfläche nur. Fette die Schnur ein, damit sie oben aufliegt und du die Drift kontrollieren kannst. Entweder fischst du völlig frei Leine, oder du setzt eine kleine, unauffällige Pose etwa einen Meter über dem Haken mit dem Blei direkt darunter, damit die Brotflocke oben bleibt. Wirf regelmäßig einzelne Brotstücke stromauf, bis die Fische an der Oberfläche zu rauben beginnen, und schiebe deinen Köder dann in dieselbe Spur. Am besten funktioniert das in schattigen Abschnitten unter Bäumen, an Strömungskanten und Einmündungen, an heißen Tagen früh morgens und in der Abenddämmerung. Warte nach dem Biss ein bis zwei Sekunden, bevor du anschlägst.

Köder für Aland

Der Aland ist ein ausgesprochener Allesfresser und nimmt fast alles, was langsam sinkt oder an der Oberfläche treibt. Sein Maul ist deutlich größer als bei den meisten anderen Weißfischen, deshalb funktionieren neben Maden und Würmern auch voluminöse Köder wie Brotkruste, Mais, Pellets und kleine Boilies. Größere Exemplare stellen zusätzlich Kleinfischen nach und lassen sich mit leichten Kunstködern überlisten. Entscheidend ist weniger die Köderart als die Präsentation: langsam absinkend oder frei treibend statt starr am Grund festgenagelt.

Alle Köder mit Details: die besten Köder zum Alandangeln.

Montage & Vorfach

Alande fressen in allen Wasserschichten, deshalb bringt fast jede Montage Fisch, die den Köder langsam absinken oder frei treiben lässt. Zwei Aufbauten decken die wichtigsten Situationen ab: eine laufende Waggler-Montage für das Mittelwasser und eine durchlaufende Feedermontage für Strömung und Distanz. Beide lassen sich mit wenigen Handgriffen an Tiefe und Strömung anpassen.

Schnur: Monofile Schnur ist beim Aland fast immer die bessere Wahl, weil sie Treibgut und die explosiven ersten Fluchten abfedert. Für Pose und Schwimmbrot reichen 0,18 bis 0,20 mm, im Fluss am Feeder solltest du auf 0,26 mm oder stärker gehen. Beim leichten Spinnfischen bringt dagegen ein dünnes Geflecht von 0,10 bis 0,14 mm den nötigen Kontakt zum Köder, dann aber immer mit einem Fluorocarbon-Vorfach um 0,18 mm. Fette die Hauptschnur beim Oberflächenangeln ein, damit sie oben aufliegt und die Drift steuerbar bleibt.

Rigs Schritt für Schritt: Aland-Montage im Detail. Den passenden Knoten findest du im Knoten-Trainer.

Häufige Fragen

Wo hält sich der Aland auf?

Der Aland ist eine Leitart der Barben- und Brachsenregion großer Tieflandflüsse und steht dort in lebhafter Strömung. Typische Plätze sind Buhnenköpfe, Strömungskanten, das Kehrwasser unterhalb von Wehren sowie tiefe Gumpen und Außenkurven. In den warmen Monaten hält er sich ufernah und dicht unter der Oberfläche auf, gern unter überhängenden Büschen und Bäumen, im Herbst zieht er ins Mittelwasser und Richtung Grund, im Winter in tiefere, ruhigere Abschnitte. Auch Seen mit Flussanbindung und die Brackwasserzonen der Ostsee gehören zu seinem Lebensraum.

Welcher Köder ist der beste für Aland?

Es gibt keinen einzelnen Universalköder, aber Brot ist die stärkste Allroundlösung: als Kruste an der Oberfläche und als Flocke im Mittelwasser. Ebenso zuverlässig sind Madenbündel und Caster, Tauwürmer und Mistwürmer sowie Dosenmais, der auf größere Fische selektiert. Im Sommer nimmt der Aland Anflugnahrung, sodass Trockenfliegen und Insektenimitationen funktionieren, und kapitale Fische lassen sich mit kleinen Spinnern der Größe 0 bis 2 oder Mini-Wobblern fangen. Entscheidend ist, dass der Köder langsam absinkt oder frei treibt statt starr am Grund zu liegen.

Wann beißt der Aland am besten?

Die stärksten Phasen sind März bis April sowie Juni bis September; im Hochwinter wird es deutlich zäher. Innerhalb des Tages liefern die frühen Morgenstunden und der späte Nachmittag bis in die Dämmerung die meisten Bisse, an heißen Sommertagen verschiebt sich das Beißfenster noch deutlicher an die Ränder des Tages. Beachte dabei die regionalen Vorgaben: In Rheinland-Pfalz und Thüringen ist der Aland ganzjährig geschont, in Rheinland-Pfalz mit Ausnahme der Grenzgewässer Mosel, Sauer und Our; Baden-Württemberg schont vom 1. April bis 31. Mai, Bayern vom 1. März bis 30. April. Alle Details findest du auf /schonzeit/aland/.

Kann man Aland essen?

Ja, der Aland ist ein essbarer Speisefisch mit festem, angenehm mildem Fleisch, das sich gut braten oder räuchern lässt. Wie die meisten Karpfenfische besitzt er allerdings zahlreiche Y-förmige Zwischenmuskelgräten, die das Filetieren aufwendig machen. Bewährte Zubereitungen sind daher das mehrfache Einschneiden des Rückens vor dem Braten sowie das Einlegen in einen sauren Sud nach Art des Brathering — dabei weichen die feinen Gräten weitgehend auf. Achte vor der Entnahme auf das jeweils geltende Mindestmaß, das je nach Bundesland zwischen 20 und 30 cm liegt; die Übersicht dazu steht auf /mindestmass/aland/.

Wo kannst du Aland angeln?

40 erfasste Angelgewässer führen Aland — hier eine Auswahl quer durch die Regionen, jeweils mit vorkommenden Arten, nötiger Angelkarte, den Regeln vor Ort und dem tagesaktuellen Beiß-Index:

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Quellen: Dr. Catch — Aland angeln mit Schwimmbrot16er-Haken — Angeln auf Aland mit der FeederruteSimfisch — Aland angeln: Hochsaison, Angelstellen, KöderAnglerboard — Der Aland (Leuciscus idus)