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Angeln · Praxis

Karausche Köder: womit fängt man Karausche?

Karauschen haben ein kleines, endständiges Maul und nehmen den Köder betont vorsichtig auf. Kleine, weiche Naturköder auf feindrähtigen Haken der Größen 12 bis 18 fangen deshalb am zuverlässigsten. Mais und Teig sortieren zusätzlich einen Teil des Kleinfischs aus, während Made und Wurm auch an zähen Tagen noch Bisse bringen.

Kunstköder für Karausche

Imitatköder: Kunstmais und Kunstmaden

Kunstmais und Kunstmaden aus weichem Schaumstoff oder Gummi sind die künstlichen Köder, die beim Karauschenangeln wirklich Sinn ergeben. Ihr Vorteil liegt im Auftrieb: Ein einzelnes Kunstmaiskorn hebt einen Haken der Größe 12 gerade so vom Schlamm ab und hält ihn sichtbar über der Faulschlammschicht. Kombiniere ein Imitat mit ein oder zwei echten Maden am selben Haken, dann stimmt die Balance zwischen Auftrieb und Duftspur. Auf stark verkrauteten Böden steuerst du die Schwebehöhe über die Vorfachlänge und lässt den Köder gezielt ein bis drei Zentimeter über dem Kraut stehen. Als Nebeneffekt bleibt der Köder auch nach Fehlbissen und Kleinfischattacken am Haken, was gerade beim Feederangeln lange Standzeiten ermöglicht.

Naturköder für Karausche

Made und Pinkie

Die Made ist der Allroundköder auf Karauschen und funktioniert vom Frühjahr bis in den Herbst. Ziehe ein bis drei Maden am Kopfende auf einen feindrähtigen Haken der Größe 14 bis 18, damit sie sich lebhaft bewegen. Kleinere Pinkies wirken noch unauffälliger und bringen an schwierigen Tagen die entscheidenden Bisse, ziehen allerdings auch mehr Rotaugen und Ukelei an. Als Futterzugabe reichen zehn bis zwanzig Maden pro Kugel Grundfutter, denn eine übersättigte Stelle sorgt schnell für Beißpausen. An warmen Tagen lohnt es sich, die Maden vorher zu kühlen, dann bleiben sie am Haken deutlich länger aktiv. Wechsle den Köder nach jedem Fehlbiss – ausgelutschte Maden lassen vorsichtige Karauschen konsequent liegen.

Mistwurm und Tauwurmstück

Der Mistwurm ist der klassische Karauschenköder aus der Zeit, als der Fisch noch Bauernkarpfen hieß. Sein kräftiger Duft und die ständige Bewegung wirken besonders im trüben, angewärmten Wasser des Frühsommers und nach Regen. Fische einen kompletten kleinen Mistwurm auf Haken 12 oder ein zwei Zentimeter langes Stück Tauwurm auf Haken 10 bis 12, wobei die Hakenspitze frei aus dem Köder ragen sollte. Wurm selektiert tendenziell die größeren Fische im Schwarm und ist damit erste Wahl, wenn du gezielt auf kapitale Exemplare gehst. Gib zerschnittene Wurmstücke sparsam ins Futter, das verstärkt die Duftspur am Platz. Rechne bei Wurm mit langsam ziehenden Bissen und gib dem Fisch zwei bis drei Sekunden Zeit, bevor du anschlägst.

Dosenmais

Mais ist der sauberste Selektionsköder auf Karauschen: Ein einzelnes Korn auf Haken 12 oder 14 hält Ukelei und kleine Rotaugen weitgehend fern und bleibt auch nach mehreren Zupfern am Haken. Fische ein Korn für vorsichtige Fische, zwei Körner für größere Exemplare, und ziehe den Haken so ein, dass die Spitze frei liegt. Als Futter reichen 30 bis 50 Körner über den gesamten Ansitz, verteilt in kleinen Portionen rund um die Pose. Der süße Duft des Dosensuds wirkt zusätzlich, deshalb kannst du etwas davon ins Grundfutter geben. In den warmen Sommermonaten und in nährstoffreichen Teichen ist Mais der Made oft überlegen, im kühlen Frühjahr führen dagegen die tierischen Köder.

Brotflocke und Teig

Brotflocke gehört zu den unterschätzten Karauschenködern und punktet vor allem im flachen, warmen Wasser. Kneife dazu ein Stück frische Brotkrume so an Haken 10 bis 12 an, dass der äußere Teil locker bleibt und langsam absinkt – der Köder schwebt dann sanft über dem Schlamm. Weil Brot rasch aufweicht, wechselst du ihn alle fünf bis zehn Minuten; das macht ihn zum aktiven Köder für kurze, konzentrierte Ansitze. Alternativ funktioniert ein einfacher Teig aus Mehl, Wasser und einem Löffel Grieß, den du mit Vanille, Honig oder Käse aromatisieren kannst. Forme daraus haselnussgroße Kugeln und drücke sie fest um den Hakenbogen. Beide Köder sind weich, tauchen geräuschlos ein und passen gut zum kleinen Maul der Karausche.

Welcher Köder wann?

Die Ködwahl richtet sich nach Jahreszeit, Gewässer und Aktivität der Fische — Die Hauptsaison läuft von Mai bis Oktober, sobald sich das Flachwasser über etwa 14 °C erwärmt hat. Nach dem Laichgeschäft im Frühsommer fressen die Fische besonders ausdauernd, Juni und Juli liefern deshalb oft die konstantesten Fänge. Die besten Zeitfenster liegen in den frühen Morgenstunden und in der Abenddämmerung; an trüben, warmen Tagen beißen Karauschen auch mittags. Ab November ziehen sie sich in tiefere Bereiche und in den Schlamm zurück und stellen das Fressen weitgehend ein. Beachte dabei die Schonzeiten in Sachsen (01.02.–30.06.) und Thüringen (01.04.–31.05.) sowie die ganzjährige Schonung in Bayern, Berlin, Hessen und Rheinland-Pfalz. Wie du den Köder anbietest, steht in der Karausche-Montage; das ganze Vorgehen im Karausche-Angeln-Überblick.

Häufige Fragen

Welcher Köder ist der beste für Karausche?

Karauschen haben ein kleines, endständiges Maul und nehmen den Köder betont vorsichtig auf. Kleine, weiche Naturköder auf feindrähtigen Haken der Größen 12 bis 18 fangen deshalb am zuverlässigsten. Mais und Teig sortieren zusätzlich einen Teil des Kleinfischs aus, während Made und Wurm auch an zähen Tagen noch Bisse bringen.

Welcher Köder fängt Karauschen am besten?

Made, Mistwurm, Dosenmais und Brotflocke decken praktisch alle Situationen ab. Im kühlen Frühjahr und im Herbst führen tierische Köder, also ein bis drei Maden oder ein kleiner Mistwurm auf Haken 12 bis 16. Im warmen Sommer holt Mais auf und selektiert zusätzlich die größeren Fische, weil Ukelei und kleine Rotaugen damit wenig anfangen können. Brotflocke ist der Geheimtipp für flaches, warmes Wasser, weil sie langsam absinkt und über dem Schlamm schwebt. Entscheidend sind in allen Fällen ein kleiner, feindrähtiger Haken und ein sparsamer Futtereinsatz, denn eine übersättigte Stelle sorgt schnell für Beißpausen.

Quellen: simfisch.de – Karausche angeln: Posen- und GrundmontageDR. CATCH – Posenangeln und LiftmontageAngelstunde – Die Karausche (Montagen, Köder, Abgrenzung zum Giebel)Pro-Fishing – Die Karausche: bedrohte Fischart im Portrait