Die Brasse (Abramis brama), auch Brachsen genannt, ist der klassische Feederfisch: Sie zieht in großen Schwärmen über den Grund und gründelt mit ihrem unterständigen Rüsselmaul im Schlamm nach Nahrung. Wer einen aktiven Schwarm am Platz hält, fängt oft gleich mehrere Fische in Folge.
Größe: typisch etwa 30-50 cm, kapitale Fische bis rund 70 cm und mehr (maximal um 85 cm)Laichzeit: Frühjahr bis Frühsommer, meist Mai bis Juni (je nach Wassertemperatur April bis Juli)Nahrung: am Grund lebende Kleintiere wie Zuckmückenlarven, Würmer, kleine Muscheln und Schnecken, dazu Plankton und Pflanzenteile
Beste Zeit zum Brasseangeln
Die besten Fangzeiten liegen im Frühjahr und im Spätherbst, doch grundsätzlich lässt sich die Brasse von der Öffnung bis zum Ende der Saison beangeln. Am aktivsten frisst sie an warmen, ruhigen Abenden und in der Nacht - die Zeit von der Dämmerung bis in die frühen Morgenstunden (etwa 5 bis 8 Uhr) bringt viele Bisse. Im Winter verschiebt sich das beste Zeitfenster auf den späten Vormittag und frühen Nachmittag, wenn das Wasser am wärmsten ist.
Wo steht der Brasse?
Tiefere, ruhige Bereiche und Gewässermitte, wo kapitale Brassen im See stehen
Rinnen und Fahrrinnen als natürliche Wanderwege der Schwärme
Plateaus und Kanten am Übergang von flach zu tief
Sandbänke, Landzungen und seichte Kanten im Fluss mit ruhiger Strömung
Schlammiger bis leicht schlammiger Grund, den die Brasse zum Gründeln nutzt
Stellen mit aufsteigenden Blasen und aufgewühltem Wasser - ein sicheres Zeichen für einen fressenden Schwarm
Methoden zum Brasseangeln
Feedern (Grundfutterkorb)
Das Feedern mit dem Futterkorb ist die treffsicherste Methode auf Brassen. Köder und Futter landen als Paket genau am selben Punkt, sodass der gründelnde Schwarm den Haken direkt im Futterteppich findet. Eine Feederrute von 3,60 bis 3,90 m mit 80 bis 120 g Wurfgewicht deckt Distanz und Wind gut ab. Entscheidend ist punktgenaues Werfen: Die Schnur auf die gefundene Distanz in den Schnurclip der Rolle einhängen, dann liegt jeder Wurf auf demselben Fleck. Die Bisse zeigt die feine Feederspitze deutlich an - typisch sind langsames, stetiges Krummziehen oder ein Zurückschnellen der Spitze. Der Method-Feeder ist eine besonders fängige Variante: Der Köder sitzt eingebettet am Futterklumpen, und ab etwa 30 g Korbgewicht wirkt die Montage als Selbsthaker.
Posenangeln am Grund
Auf kürzere Distanz und in ruhigen Gewässern spielt das Posenangeln am Grund seine Stärke aus. Der Köder wird dabei knapp übertief eingestellt, sodass er sauber auf dem Grund aufliegt - genau dort, wo die Brasse frisst. Mit Match- oder Stipprute lässt sich der Platz präzise befischen und punktgenau nachfüttern. Charakteristisch für den Brassenbiss ist das langsame Wegtauchen oder Aufsteigen der Pose (Hebebiss), wenn der Fisch den Köder aufsaugt und den Kopf hebt. Ein langes Vorfach und ein leicht angebotener Köder bringen auch vorsichtige Schwärme zum Zupacken.
Köder für Brasse
Brassen lassen sich am zuverlässigsten mit natürlichen Ködern fangen. Cocktails aus zwei Ködern erhöhen den Reiz und filtern in weißfischreichen Gewässern gezielter die größeren Brassen heraus.
Made / Wurm — Ein Bündel aus zwei bis fünf Maden am Haken Gr. 12 bis 16 gehört zu den fängigsten Angeboten. Rot- und Mistwürmer wirken durch ihre Bewegung besonders auf kapitale Fische; ein bis zwei Würmer am größeren Haken (Gr. 8 bis 12) reizen zum Biss. In der Dämmerung und nachts spielen beide Köder ihre Stärke voll aus.
Mais — Dosenmais ist ein Klassiker und zugleich ein guter Filter: Eine Kette aus zwei bis drei Körnern am Haken Gr. 10 bis 12 nehmen kapitale Brassen bereitwillig, während viele kleine Weißfische das größere Korn eher stehen lassen. Als heller, süßer Köder hebt sich Mais gut vom dunklen Grund ab.
Für die Brasse zählt eine grundnahe, sauber abgestimmte Montage, die den Köder im Futterteppich präsentiert und feine Bisse klar anzeigt. Zwei Aufbauten decken die meisten Situationen ab.
Schnur: Mono-Hauptschnur 0,22 bis 0,25 mm zum Feedern (alternativ dünn geflochten für noch feinere Bissanzeige), an der Pose 0,16 bis 0,20 mm. Feedervorfach 0,14 bis 0,18 mm, Haken Gr. 10 bis 14. Die Bisse werden über die feine, wechselbare Feederspitze bzw. den Hebebiss an der Pose sensibel angezeigt.
Am fängigsten sind ein Bündel Maden, Rot- oder Mistwurm sowie Mais - einzeln oder als Cocktail. Besonders stark ist die Kombination Made-Wurm oder Wurm-Mais, die gezielt größere Brassen reizt. Caster im Futter und am Haken bringen an wählerischen Tagen zusätzliche Bisse.
Wie feedert man auf Brassen?
Man füttert punktgenau mit dem Futterkorb auf einen festen Fleck, den man über den Schnurclip der Rolle immer wieder exakt trifft. Der Köder sitzt an einem Vorfach von 50 bis 80 cm (beim Method-Feeder 8 bis 15 cm) direkt im Futterteppich. Anfangs mehrere Körbe zum Anfüttern, dann regelmäßig nachlegen, um den Schwarm am Platz zu halten. Bisse zeigt die feine Feederspitze an.
Wann beißen Brassen am besten?
Am besten im Frühjahr und Spätherbst sowie an warmen, ruhigen Abenden und in der Nacht - von der Dämmerung bis in die frühen Morgenstunden. Im Winter liegt das beste Zeitfenster über die wärmere Mittagszeit vom späten Vormittag bis in den frühen Nachmittag.