Der Gründling ist ein kleiner Grundfisch mit unterständigem Maul, stumpfer Schnauze und zwei kurzen Barteln, der in Schwärmen dicht über Kies- und Sandbänken steht. Er beißt zuverlässig, verlangt nur feines Gerät und ist damit für viele Angler der erste Fisch überhaupt — an der Stippe ein idealer Einstieg für Kinder. Gleichzeitig ist er ein gefragter Köderfisch, und genau deshalb lohnt vor dem ersten Wurf der Blick in die Landesverordnung: In Berlin und Brandenburg ist er ganzjährig geschont.
Größe: meist 8 bis 15 cm, ausnahmsweise bis rund 20 cmLaichzeit: Mai bis Juni bei 12 bis 18 °C WassertemperaturNahrung: Insektenlarven, Bachflohkrebse, Würmer, Kleinkrebse und Weichtiere vom Gewässergrund, gelegentlich Fischlaich
Beste Zeit zum Gründlingangeln
Gründlinge lassen sich das ganze Jahr über fangen, am verlässlichsten zwischen Juni und September, wenn die Schwärme über flachen Kiesbänken in 50 bis 150 cm Tiefe stehen. Im Herbst verlagern sie sich in mittlere Tiefen von etwa 1 bis 2,5 m, im Winter sammeln sie sich in Kolken von 2 bis 4 m und beißen dort deutlich zurückhaltender. Im Frühjahr ziehen sie zum Laichen in flache, durchströmte Abschnitte von 30 bis 100 cm Tiefe. Rechtlich ist die Saison regional begrenzt: In Berlin und Brandenburg ist der Gründling ganzjährig geschont, Schleswig-Holstein schont ihn vom 1. April bis 30. Juni, und ein Mindestmaß setzt bislang kein Bundesland. Die Werte für dein Bundesland stehen auf /schonzeit/gruendling/ und /mindestmass/gruendling/.
Wo steht der Gründling?
Flache, gleichmäßig durchströmte Kiesbänke und Furten in Bächen und kleinen Flüssen mit 50 bis 150 cm Wassertiefe — der klassische Sommerstandplatz des Schwarms.
Der Auslauf einer Rausche in ruhigeres Wasser, wo die Strömung Nahrung aus dem schnellen Abschnitt austrägt und auf dem Kies ablegt.
Sandige Gleithänge in Innenkurven, an denen sich feines Material absetzt und die Fische mit den Barteln nach Kleintieren suchen.
Strömungsberuhigte Zonen hinter Steinpackungen, Buhnen und Sohlschwellen, in denen der Schwarm bei höherem Wasserstand Schutz findet.
Brücken- und Stegpfeiler, an denen die Strömung den Grund freispült und sauberen Kies hinterlässt.
Einmündungen kleiner Zuflüsse und Drainagen, weil dort kühleres, sauerstoffreiches Wasser und zusätzliche Nahrung eintreffen.
Sandige Flachzonen klarer Seen, etwa an Badestellen und vor Steinschüttungen, wo Gründlinge auch fernab von Fließgewässern vorkommen.
Tiefere Kolke und Rinnen von 2 bis 4 m, in die sich die Schwärme im Spätherbst und Winter zurückziehen.
Methoden zum Gründlingangeln
Stippen mit schleifender Posenmontage
Die Stippe ist auf Gründling die direkteste und fängigste Methode, weil die Fische selten weit vom Ufer entfernt stehen. Eine Kopfrute oder Teleskopstippe von 4 bis 6 m reicht für die meisten Bäche und Uferzonen aus. Du fischst 0,12 bis 0,14 mm monofile Hauptschnur, eine schlanke Pose von 0,5 bis 1,5 g Tragkraft und ein Vorfach von 0,08 bis 0,10 mm mit einem Haken der Größe 16 bis 20. Die Schrotbleie setzt du als Kette in der oberen Hälfte der Tiefe, das letzte kleine Blei etwa 10 cm über dem Haken. Lote anschließend so aus, dass der Köder den Grund berührt oder knapp darüber schleift — genau dort sucht der Schwarm. Ein kleiner Ball Paniermehl mit ein paar Maden alle fünf Minuten hält die Fische am Platz. Bisse zeigen sich als schnelles Wegtauchen oder seitliches Wegziehen der Pose; ein kurzer Anhieb aus dem Handgelenk genügt. Sitzt der Schwarm erst einmal, folgen die Bisse häufig Wurf für Wurf.
Feines Grundangeln mit dem Winkelpicker
Wo der Fluss breiter ist oder die Kiesbank weiter draußen liegt, bringt der Winkelpicker den Köder sicher an den Grund. Die Basis bilden eine 2,70 bis 3,30 m lange Picker- oder Light-Feederrute mit 10 bis 40 g Wurfgewicht, eine 2000er Rolle und 0,16 bis 0,18 mm monofile Hauptschnur. Als Ballast reicht ein Laufblei oder ein Mini-Futterkorb von 10 bis 25 g; in kräftiger Strömung darfst du etwas schwerer gehen, damit die Montage ruhig auf dem Platz bleibt. Das Vorfach misst 30 bis 60 cm in 0,10 bis 0,12 mm, der Haken Größe 14 bis 18, beködert mit ein bis zwei Maden oder einem kurzen Wurmstück. Entscheidend ist die Bissanzeige: Eine sehr weiche Wechselspitze von 0,5 bis 1,5 oz überträgt die kurzen, zupfenden Bisse zuverlässig. Fische mit leicht durchhängender Schnur, wirf konsequent denselben Punkt an und gib alle paar Würfe eine kleine Portion feines Futter nach, damit sich der Schwarm sammelt und bleibt.
Köder für Gründling
Der Gründling tastet mit seinen beiden Barteln den Bodengrund nach Kleintieren ab, deshalb überzeugen ihn kleine, weiche Naturköder direkt auf dem Kies. Made, Wurmstück und Insektenlarve decken praktisch jede Situation ab; über den Erfolg entscheidet dabei die Ködergröße stärker als die Köderart. Kunstköder spielen eine Nebenrolle, funktionieren an sehr feinem Gerät aber besser, als viele erwarten.
Kleine Nymphen und Mini-Gummiköder — Gründlinge nehmen Kunstköder, solange diese klein bleiben und dicht am Grund geführt werden. Beim Fliegenfischen sind beschwerte Nymphen in Hakengröße 16 bis 20 die erste Wahl — Muster wie Hare's Ear, Pheasant Tail oder eine schlichte Zuckmückenlarven-Imitation, gefischt an einer Rute der Klasse 2 bis 4 mit einer 0,10 mm starken Vorfachspitze und tot durch den Auslauf der Rausche getrieben. Über sauberem Steingrund funktioniert außerdem eine leichte Dropshot-Montage: 2,5 bis 4 cm lange Mini-Gummiköder an einem 12er bis 16er Haken, dazu 3 bis 7 g Blei. Du hältst das Blei am Grund und lässt den Köder mit kleinsten Zupfern auf der Stelle spielen. Beide Varianten verlangen feines Gerät, dafür siehst und spürst du jeden Kontakt.
Maden und Pinkies — Die Made ist der Standardköder auf Gründling und lässt sich exakt an die Beißlaune anpassen. Eine einzelne Pinkie am 20er oder 22er Haken überzeugt auch kleine Fische und ist beim Wettkampfangeln die schnellste Lösung. Ein bis zwei normale Maden am 18er bis 20er Haken sind der Allrounder, zwei bis drei Maden am 16er bis 18er Haken selektieren spürbar auf Exemplare ab etwa 12 cm. Steche die Made nur einmal kurz hinter dem stumpfen Kopfende an, damit sie lebhaft bleibt und die Hakenspitze frei liegt. Im Futter setzt du Maden sparsam ein — eine kleine Handvoll je Portion reicht, sonst ist der Schwarm rasch gesättigt und zieht weiter.
Wurmstücke von Mistwurm und Dendrobena — Der Wurm ist der Köder für die größeren Gründlinge und arbeitet besonders gut nach Regen, wenn das Wasser leicht angetrübt ist. Passend sind Mistwurm oder Dendrobena, von denen du ein etwa 2 cm langes Stück am 14er bis 16er Haken anbietest; ein ganzer Tauwurm ist für das kleine, unterständige Maul zu voluminös. Lass ein kurzes freies Ende überstehen, das sich in der Strömung bewegt — genau diese Bewegung löst den Biss aus. Am Grundblei bewährt sich dazu ein Vorfach ab 40 cm, damit sich das Stück frei präsentiert. Ein angenehmer Nebeneffekt: Wurmstücke halten Ukelei und andere Oberflächenfische besser auf Abstand als Maden.
Zwei Montagen decken das Gründlingsangeln vollständig ab: eine schleifende Posenmontage für Ufernähe und geringe Tiefe sowie eine feine Grundmontage für Distanz und Strömung. Beide leben davon, dass der Köder Bodenkontakt behält, denn der Gründling sucht seine Nahrung ausschließlich am Grund. Alles Weitere ist Feinabstimmung an Tiefe, Strömung und Bissverhalten.
Schnur: Monofile Schnur ist beim Gründling fast immer die richtige Wahl, weil sie dehnt und den Anhieb an sehr feinen Haken abfedert. An der Stippe reichen 0,12 bis 0,14 mm Hauptschnur mit 0,08 bis 0,10 mm Vorfach, am Winkelpicker passen 0,16 bis 0,18 mm mit 0,10 bis 0,12 mm Vorfach. Geflochtene Schnüre bringen auf diese Distanzen wenig Vorteil und reißen dünndrähtige Haken schneller aus dem kleinen Maul. Achte darauf, dass Haken und Vorfach zueinander passen — ein dünndrähtiger Haken an zu starkem Vorfach verbiegt sich beim Lösen.
In den meisten Bundesländern führen die Fischereiverordnungen den Gründling ohne eigene Schonbestimmung, und bundesweit gilt er ohne Mindestmaß. Zwei Länder gehen einen anderen Weg: In Berlin und Brandenburg ist der Gründling ganzjährig geschont, dort ist bereits das Fangen untersagt. Schleswig-Holstein setzt eine Laichschonzeit vom 1. April bis 30. Juni. Hinzu kommen die nah verwandten Arten Weißflossen- beziehungsweise Stromgründling, Donau-Stromgründling und Steingressling, die in mehreren Ländern ganzjährig geschützt sind. Die tagesaktuellen Werte je Bundesland findest du auf /schonzeit/gruendling/ und /mindestmass/gruendling/.
Welcher Köder eignet sich zum Gründling angeln?
Kleine Naturköder direkt am Grund führen zum Ziel. Die Made ist der Standard: eine einzelne Pinkie am 20er bis 22er Haken für kleine Fische, ein bis zwei Maden am 18er bis 20er als Allrounder, zwei bis drei Maden am 16er bis 18er Haken für Exemplare ab etwa 12 cm. Ein rund 2 cm langes Stück Mistwurm oder Dendrobena am 14er bis 16er Haken selektiert zusätzlich auf größere Gründlinge und wirkt besonders bei angetrübtem Wasser. Bei klarem, kaltem Wasser überzeugen rote Zuckmückenlarven und Bachflohkrebse. Wichtig bleibt in allen Fällen: Der Köder berührt den Grund oder schleift knapp darüber.
Wo hält sich der Gründling auf?
Der Gründling ist ein geselliger Grundfisch klarer, sauerstoffreicher Gewässer und steht in Schwärmen über Kies- und Sandbänken. Typisch sind flache, durchströmte Abschnitte von 50 bis 150 cm Tiefe in Bächen und kleinen Flüssen, der Auslauf von Rauschen, sandige Gleithänge in Innenkurven sowie beruhigte Zonen hinter Steinpackungen. Er besiedelt außerdem die Flachzonen klarer Seen und sogar Brackwasserbereiche der Ostsee. Im Winter zieht er in Kolke von 2 bis 4 m Tiefe. Bei Gefahr gräbt er sich mit dem ganzen Körper in sandigen Grund ein, weshalb er tagsüber leicht übersehen wird.
Darf man den Gründling als Köderfisch verwenden?
Das entscheidet das Landesrecht. In Berlin und Brandenburg ist der Gründling ganzjährig geschont und scheidet damit als Köderfisch aus — schon das Fangen ist untersagt, und Brandenburg schließt Fische mit Fangverbot ausdrücklich auch als Köder aus. In Schleswig-Holstein gilt dasselbe während der Schonzeit vom 1. April bis 30. Juni. Wo die Nutzung zulässig ist, kommen die allgemeinen Köderfischregeln hinzu: Lebende Köderfische sind aus Tierschutzgründen bundesweit untersagt, und viele Länder lassen Köderfische ausschließlich aus dem Gewässer zu, in dem du angelst. Prüfe daher vor der Entnahme /schonzeit/gruendling/.
Wo kannst du Gründling angeln?
23 erfasste Angelgewässer führen Gründling — hier eine Auswahl quer durch die
Regionen, jeweils mit vorkommenden Arten, nötiger Angelkarte, den Regeln vor Ort und dem
tagesaktuellen Beiß-Index: