Die Nase (Chondrostoma nasus) ist der Algenweider der Barbenregion: ein schlanker Schwarmfisch, der mit scharfkantigem, quer stehendem Unterkiefer den Aufwuchs von Steinen und Kies abschabt. Ihre Bestände sind vielerorts stark zurückgegangen, weshalb sie in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ganzjährig geschont ist - dort ist gezieltes Beangeln unzulässig, und Beifänge setzt du unverzüglich und schonend zurück. In den übrigen Bundesländern greifen Schonzeiten und Mindestmaße, die du vor dem Ansitz auf /schonzeit/nase/ und /mindestmass/nase/ nachschlägst. Wo das Beangeln zulässig ist, verlangt die Nase feines Friedfischgerät, eine saubere Präsentation direkt am Grund und einen schnellen Anschlag.
Größe: meist 25-40 cm, ausgewachsen bis etwa 50-60 cmLaichzeit: März bis Mai, bei Wassertemperaturen um 8-12 °CNahrung: vor allem pflanzlicher Aufwuchs (Algen) von Steinen und Kies, dazu Kleintiere aus dem Algenrasen wie Insektenlarven und Bachflohkrebse
Beste Zeit zum Naseangeln
Die ergiebigste Zeit liegt zwischen Juni und Oktober, wenn die Schwärme nach dem Laichgeschäft konstant über den Kiesbänken weiden und das Wasser klar und niedrig steht. Im Frühjahr stehen die Fische zwar dicht beisammen, sind aber durch die Laichzeit-Schonzeiten geschützt - hier gilt Abstand zu den Laichplätzen und ein Blick in die Landesverordnung. Aktiv sind Nasen vor allem in der Dämmerung und in den ersten Vormittagsstunden bis etwa neun oder zehn Uhr sowie noch einmal am späten Nachmittag. Bei leicht angetrübtem Wasser nach einem Regenschauer beißen sie oft deutlich beherzter als bei glasklarer Sicht. Ab November ziehen sich die Schwärme in tiefere, ruhigere Abschnitte zurück, wo sie mit feinen Winterködern wie Zuckmückenlarven erreichbar bleiben.
Wo steht der Nase?
Flach überströmte Kiesbänke und Rauschen mit sauberem, algenbewachsenem Grund in etwa 0,5 bis 1,5 m Tiefe.
Der Auslauf einer Rausche, wo das schnelle Wasser in eine tiefere Rinne abfällt und Nahrung zusammengetragen wird.
Strömungskanten zwischen Hauptstrom und beruhigtem Randwasser, meist an einer Schaumlinie an der Oberfläche erkennbar.
Kehrwasser und Rückströmungsränder hinter Buhnen, großen Steinen und Brückenpfeilern.
Tiefe Gumpen und Kolke unmittelbar neben den Weideflächen, aus denen die Schwärme zum Fressen aufsteigen.
Belüftetes, sprudelndes Wasser unterhalb von Wehren, Sohlschwellen und Mühlschüssen.
Gleichmäßig überströmte Gleithänge mit grobem Kies auf der Innenseite von Flusskurven.
Einmündungen kleiner Zuflüsse, die frischen Kies eintragen und den Grund von Feinsediment freihalten.
Methoden zum Naseangeln
Bologneseangeln in der Trift
Die klassische Methode auf Nasen ist die kontrollierte Trift mit der Bologneserute. Eine 4,00 bis 5,00 m lange Rute mit kleiner Stationärrolle erlaubt es, die Pose auf einer sauberen Linie über die Kiesbank laufen zu lassen und die Schnur dabei vom Wasser abzuheben. Der Köder wird so tief eingestellt, dass er den Grund gelegentlich touchiert oder knapp darüber schleift - Nasen nehmen ihre Nahrung ausschließlich unten auf. Durch leichtes Abbremsen der Pose am Ende der Drift läuft der Köder der Montage voraus und steigt minimal an; genau dieser Moment löst die meisten Bisse aus. Der typische Nasenbiss zeigt sich als plötzliches, entschlossenes Wegtauchen der abtreibenden Pose, oft verbunden mit einer Vorwärtsbewegung. Angeschlagen wird sofort, kurz und seitlich flussabwärts, damit der kleine Haken im harten Maul greift. Arbeite dich Drift für Drift weiter stromab, bis du den Schwarm gefunden hast, und halte die Futterlinie danach konstant.
Feedern und Grundangeln auf Kies
Stehen die Nasen weiter draußen auf der Kiesfläche oder in einer tiefen Rinne, bringt die leichte Feederrute den Köder punktgenau an den Grund. Ein flacher Futterkorb oder ein Flachblei von 20 bis 50 g hält die Montage auf dem Kies fest, statt abzutreiben; flache Formen rutschen auf glattem Geröll deutlich weniger als runde. Gefüttert wird mit einer schweren, gut gebundenen Mischung aus feinem Grundfutter, Lehm oder Erde und Beigaben wie Maden, gequollenem Hanf und Kleinstpartikeln - das Futter soll am Platz liegen bleiben und eine schmale Duftfahne stromab ziehen. Wichtig ist ein langes, feines Vorfach von 60 bis 100 cm, damit sich der Köder in der Strömung natürlich bewegt. Nasenbisse an der Feederspitze fallen kurz und hart aus; eine weiche Wechselspitze von 0,5 bis 1,0 oz zeigt sie sauber an. Wirf konsequent auf denselben Punkt, sichere die Wurfweite über den Spulenclip und lege alle zehn bis fünfzehn Minuten nach.
Stippen mit der Kopfrute auf kurze Distanz
An kleineren Flüssen und an gut erreichbaren Rauschen ist die Kopfrute die präziseste Wahl. Mit 7 bis 9 m Rutenlänge legst du den Köder exakt an die Strömungskante und hältst ihn dort, statt ihn treiben zu lassen - Nasen stehen häufig sehr eng zusammen, und ein handtellergroßer Bereich entscheidet über Biss oder Fehlanzeige. Eine schlanke Stipppose mit langer Antenne und eine Bebleiung, deren letzte Schrote dicht über dem Haken sitzen, bringen den Köder rasch auf Tiefe und halten ihn dort. Über eine Gummizugverbindung im Spitzenteil federst du die kurzen, kräftigen Fluchten ab, sodass auch ein 0,10 mm starkes Vorfach hält. Gefüttert wird sparsam und regelmäßig mit kleinen, festen Ballen, die knapp oberhalb der Angelstelle eingeworfen werden, damit die Strömung sie an den Standplatz trägt. Diese Methode spielt ihre Stärke besonders bei klarem Niedrigwasser aus, wenn die Fische feinstes Gerät verlangen.
Köder für Nase
Nasen weiden Algen von Steinen ab und nehmen ihre Nahrung ausschließlich am Grund auf - der Köder gehört also zwingend nach unten. Klein, weich und unauffällig fängt besser als groß und auffällig; Hakengrößen 14 bis 18 sind die Regel. Weil die Fische im Schwarm über die Weideplätze ziehen, entscheidet ein konstanter, feiner Futterteppich oft mehr als die Köderwahl selbst.
Kunstmais und Plastikmaden — Kunstmais im Kleinformat und weiche Plastikmaden sind die Kunstköder, die beim Nasenangeln zuverlässig arbeiten. Ihr Vorteil liegt im Auftrieb: Ein einzelnes Kunstkorn oder eine imitierte Made am kurzen Haar hebt die Köderspitze leicht vom Kies ab und macht sie über dem Algenrasen sichtbar. Zusätzlich halten sie dem Zupfen von Kleinfischen stand, sodass der Köder auch nach mehreren Drifts noch sauber am Haken sitzt. Kombiniere ein Kunstmaiskorn mit ein bis zwei echten Maden zu einem Sandwich - die Naturbeigabe liefert den Reiz, das Imitat die Standfestigkeit. Gedeckte Farben wie Gelb, Weiß und Braun passen zum klaren Wasser der Barbenregion.
Nymphe und Köcherfliegen-Imitat — Beim Nymphenfischen auf Äsche und Bachforelle landen in der Barbenregion regelmäßig Nasen am Haken. Schwere Perlkopfnymphen in Größe 14 bis 18, dicht über dem Kies geführt, imitieren die Köcherfliegen- und Eintagsfliegenlarven, die im Algenrasen leben. Weil die Nase ihr Maul weit unterständig trägt, funktioniert die Präsentation nur mit echtem Grundkontakt - eine zusätzliche Beschwerung oder eine schwerere Punktnymphe im Zweifliegensystem hilft dabei. Beachte die Landesregelungen: In den sieben Ländern mit ganzjähriger Schonung ist die Nase reiner Beifang und gehört sofort und schonend zurück ins Wasser. Ein weitmaschiger, gummierter Kescher und feuchte Hände erleichtern das schonende Zurücksetzen erheblich.
Made und Caster — Die Made ist der Standardköder auf Nasen. Zwei bis drei Maden an einem dünndrähtigen Haken der Größe 16 oder 18 sind die klassische Bestückung; bei zurückhaltenden Fischen reicht oft eine einzelne, seitlich angehakte Made. Caster - also verpuppte Maden - sitzen fester am Haken und selektieren etwas größere Fische heraus, weil kleine Weißfische sie seltener annehmen. Beide Köder gehören auch ins Futter: Ein bis zwei Handvoll lebende Maden pro Stunde, in schwerem Futter gebunden, halten den Schwarm über der Futterstelle. Frische, helle Maden bringen im klaren Wasser der Barbenregion die besten Ergebnisse.
Rote Zuckmückenlarve — Rote Zuckmückenlarven sind der Feinkostköder für klares, kaltes Wasser und zickige Fische. Zwei bis vier Larven an einem sehr feinen Haken der Größe 18 bis 20 bringen Bisse, wenn Made und Mais liegen bleiben. Weil die Larven weich sind, brauchst du einen dünndrähtigen Haken mit kurzem Schenkel und eine ruhige Hand beim Anködern; ein feiner Ködernadel-Griff hilft. Als Futterbeigabe sind gehackte oder ganze Larven im Winterfutter erste Wahl, verlangen aber sparsame Dosierung, weil sie den Schwarm schnell sättigen. Im kalten Frühjahr und im Spätherbst ist das der fängigste Köder überhaupt.
Feines Gerät ist beim Nasenangeln entscheidend: Das kleine, harte Maul verlangt kleine Haken, und in klarem Flusswasser bringen dünne Vorfächer den Ausschlag. Zwei Aufbauten decken nahezu alle Situationen ab - eine treibende Posenmontage für die Kiesbank und eine leichte Grundmontage für Rinnen und größere Distanzen.
Schnur: Als Hauptschnur reicht eine weiche Monofile von 0,16 bis 0,18 mm an der Pose und 0,20 bis 0,22 mm am Feeder. Vorfächer aus Fluorocarbon in 0,12 bis 0,16 mm bleiben in klarem Wasser unauffällig und stehen in der Strömung sauber ab. Haken der Größen 14 bis 18 mit kurzem Schenkel passen zum kleinen Maul; wähle dünndrähtige Modelle, die leicht einstechen, und prüfe die Spitze nach jedem Grundkontakt am Kies.
In weiten Teilen Deutschlands ja. In Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist die Nase ganzjährig geschont - gezieltes Beangeln ist dort unzulässig, und Beifänge setzt du unverzüglich und schonend zurück. In anderen Ländern gelten Schonzeiten: Baden-Württemberg 15.03.-31.05., Bayern und Nordrhein-Westfalen 01.03.-30.04., Hessen und Rheinland-Pfalz 15.03.-30.04. sowie das Saarland 15.03.-15.06. In Rheinland-Pfalz gilt diese Schonzeit ausdrücklich nicht in Rhein, Mosel und Lahn. In der Schweiz ist die Art landesweit geschützt. Die verbindlichen Angaben deines Bundeslands findest du auf /schonzeit/nase/ und /mindestmass/nase/.
Welcher Köder eignet sich zum Nasenangeln?
Maden sind der Standard: zwei bis drei Stück an einem dünndrähtigen Haken der Größe 16 bis 18. Im kalten Wasser des Frühjahrs und Spätherbstes fangen rote Zuckmückenlarven besser, im Sommer greifst du zu gequollenem Hanf, gekochtem Weizen, kleinem Mais oder Teigkugeln. Köcherfliegenlarven aus dem Gewässer selbst und kleine Wurmstücke bringen bei angetrübtem Wasser zusätzliche Lockwirkung. Entscheidend ist in jedem Fall die Präsentation direkt am Grund, denn die Nase weidet Aufwuchs von Steinen ab und nimmt ihre Nahrung ausschließlich unten auf.
Wo stehen Nasen im Fluss?
Nasen leben in der Barben- und unteren Äschenregion, also in schnell fließenden Mittelläufen mit sauberem Kies- und Steingrund. Tagsüber weiden die Schwärme über flach überströmten Kiesbänken und Rauschen in 0,5 bis 1,5 m Tiefe; als Rückzugsraum dienen tiefere Rinnen und Gumpen direkt daneben. Sehr zuverlässig sind der Auslauf einer Rausche, Strömungskanten mit Schaumlinie, Kehrwasser hinter Buhnen und Brückenpfeilern sowie das belüftete Wasser unterhalb von Wehren. Weil die Schwärme wandern, lohnt es sich, mehrere solcher Stellen nacheinander abzuklappern.
Kann man Nasen essen?
Grundsätzlich ist die Nase essbar und war früher ein wichtiger Brotfisch der Berufsfischerei - in Basel gab es bis Ende des 19. Jahrhunderts ein jährliches Nasenessen. Heute spielt sie in der Küche kaum eine Rolle, weil das Fleisch sehr grätenreich und mild bis fade ist; üblich sind Zubereitungen als Backfisch oder gebraten. Angesichts der stark zurückgegangenen Bestände spricht viel dafür, gefangene Nasen zurückzusetzen, auch wo die Entnahme erlaubt ist. In den sieben Ländern mit ganzjähriger Schonung ist die Entnahme ohnehin ausgeschlossen.
Wo kannst du Nase angeln?
4 erfasste Angelgewässer führen Nase — hier eine Auswahl quer durch die
Regionen, jeweils mit vorkommenden Arten, nötiger Angelkarte, den Regeln vor Ort und dem
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