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Angeln · Praxis

Renke Köder: womit fängt man Renke?

Renken fressen im See fast ausschließlich kleine Beute: Zooplankton, aufsteigende Zuckmückenpuppen, Insektenlarven, Würmer und Schnecken. Entsprechend klein und schlank fallen die Köder aus, üblich sind Nymphen auf Haken der Größen 12 bis 16, im Hochsommer auch 18. Die Farbe entscheidet häufiger über den Erfolg als die Form: In der kalten Jahreszeit und in großer Tiefe geben dunkle Töne wie Schwarz, Braun und Dunkelviolett den besseren Kontrast, im Sommerhalbjahr fangen helle Muster in Grün, Gelb, Lila und Rot besser. Rote Köpfe und rote Kopfperlen laufen ganzjährig zuverlässig.

Kunstköder für Renke

Nymphen (Zuckmückenlarven-Imitate)

Die Renkennymphe ist ein schlank gebundenes Imitat einer Zuckmückenlarve oder -puppe: ein Öhrhaken der Größe 12 bis 16, umwickelt mit farbigem Bindegarn, oft lackiert und mit einer kleinen Glas- oder Messingperle als Kopf. Je schlanker das Profil, desto besser die Akzeptanz, gerade in klaren Voralpenseen. Bewährte Kombinationen sind Schwarz-Rot, Rot-Schwarz, Violett-Schwarz und Braun-Grün. Fische pro Hegene bewusst zwei bis drei verschiedene Farben, dann liest du innerhalb weniger Würfe ab, worauf die Fische am jeweiligen Tag reagieren, und bindest den Rest der Hegene entsprechend um. Goldene und silberne Kopfperlen bringen bei trübem Wetter und in Tiefen ab 20 Metern zusätzlichen Reiz, weil sie das wenige Restlicht bündeln.

Mormyschka und beschwerte Perlenköder

Mormyschkas sind kleine, tropfen- oder ovalförmige Bleikörper direkt am Haken, ursprünglich aus dem Eisangeln stammend. Sie bringen die Montage schneller auf Tiefe und erzeugen beim Zupfen ein ausgeprägteres Flackern als eine unbeschwerte Nymphe. Setze sie als untersten Köder einer Hegene ein oder ganz einzeln an einer feinen Vertikalmontage, wenn du gezielt einen einzelnen Schwarm im Mittelwasser anfischst. Fluoreszierende Lackierungen in Gelbgrün oder Orange leuchten in Tiefen ab 25 Metern nach, das hilft an dunklen Tagen. Weil der zusätzliche Bleikörper die Köderbewegung beruhigt, führst du die Mormyschka mit kürzeren, etwas zackigeren Hebern als die klassische Nymphe und legst zwischen den Hebern jeweils eine deutliche Pause ein.

Naturköder für Renke

Rote Mini-Rotwürmer

Kleine rote Würmchen entsprechen exakt dem, was Bodenrenken im Schlamm aufnehmen: Schlamm- und Röhrenwürmer. Du ziehst ein zwei bis drei Zentimeter langes Stück so auf den Nymphenhaken, dass es frei nachschwänzelt, oder bietest es an einem blanken 14er-Haken am untersten Seitenarm an. Der Duft- und Bewegungsreiz wirkt vor allem bei kaltem Wasser und träger Beißlust, wenn reine Kunstköder ins Leere laufen. Achte auf sparsame Dosierung: Ein zu großer Köderbrocken bremst das Absinkverhalten der Hegene und macht die feine Bissanzeige träge. In Gewässern, die den Einsatz von Naturködern zulassen, ist der Mini-Rotwurm der zuverlässigste Türöffner an schwierigen Tagen.

Maden

Eine einzelne Made, mit der Spitze am Nymphenhaken angestochen, ist die verbreitetste Ergänzung zum Kunstköder. Sie behält lange ihre Bewegung, verträgt das ständige Heben und Senken und verlängert die Zeitspanne, in der die Renke den Köder im Maul behält, spürbar. Genau darauf kommt es an, weil dir dieser Sekundenbruchteil den Anhieb ermöglicht. Verwende kleine, helle Maden und ziehe sie nur ganz vorn an, damit der Körper frei pendelt. Ein Wechsel alle zehn bis fünfzehn Minuten hält den Reiz frisch. Auf mehreren Seitenarmen gleichzeitig eingesetzt, erhöht die Made allerdings den Wasserwiderstand, deshalb bestücke bevorzugt nur die untersten ein bis zwei Nymphen.

Wurmstücke und Heuschrecken

An warmen Sommertagen, wenn Landinsekten aufs Wasser fallen, nehmen Renken auch größere Happen an. Kleine Heuschrecken oder ein zwei Zentimeter langes Tauwurmstück an einem 12er-Haken sind dann eine sinnvolle Abweichung vom Miniaturschema, besonders unter der Pose in geringer Tiefe. Diese Variante spielt ihre Stärke vor allem in den Abendstunden aus, wenn die Fische höher im Wasser stehen und aktiv nach oben schauen. Biete den Köder an einem etwas längeren Seitenarm von fünf bis sieben Zentimetern an, damit er natürlicher trudelt. Prüfe vorab die Regeln deines Gewässers, denn an einigen Seen ist die Zahl der Anbissstellen pro Rute begrenzt.

Welcher Köder wann?

Die Ködwahl richtet sich nach Jahreszeit, Gewässer und Aktivität der Fische — Die Saison beginnt, sobald sich das Oberflächenwasser im Frühjahr auf etwa acht bis zwölf Grad erwärmt hat und die ersten Zuckmückenlarven schlüpfen; ab dann stehen die Schwärme oft schon in erreichbaren 10 bis 20 Metern. Mitte April bis Ende Mai gilt an vielen Voralpenseen als erste Hochphase, weil die Renken die Schlupfzonen über weichem Grund regelrecht abgrasen. Juni und Juli bringen an tiefen Seen wie Bodensee, Chiemsee oder den Sauerland-Talsperren die konstantesten Fänge, sobald du die Fische in 15 bis 25 Metern lokalisiert hast. Im Hochsommer verlagern sich die Schwärme an die Sprungschicht und tiefer, im September folgt eine zweite, sehr zuverlässige Phase mit kurzen, heftigen Beißfenstern. Ab Oktober bereiten sich die Fische aufs Laichen vor, und in den meisten Bundesländern greifen dann die Schonzeiten. Wie du den Köder anbietest, steht in der Renke-Montage; das ganze Vorgehen im Renke-Angeln-Überblick.

Häufige Fragen

Welcher Köder ist der beste für Renke?

Renken fressen im See fast ausschließlich kleine Beute: Zooplankton, aufsteigende Zuckmückenpuppen, Insektenlarven, Würmer und Schnecken. Entsprechend klein und schlank fallen die Köder aus, üblich sind Nymphen auf Haken der Größen 12 bis 16, im Hochsommer auch 18. Die Farbe entscheidet häufiger über den Erfolg als die Form: In der kalten Jahreszeit und in großer Tiefe geben dunkle Töne wie Schwarz, Braun und Dunkelviolett den besseren Kontrast, im Sommerhalbjahr fangen helle Muster in Grün, Gelb, Lila und Rot besser. Rote Köpfe und rote Kopfperlen laufen ganzjährig zuverlässig.

Quellen: Fish First Südtirol – Das Fischen mit der HegeneAngeln im Sauerland – Das Angeln mit der Hegene (Teil II)SRF – Felchen-Fangverbot im Bodensee wird gelockert