Das Rotauge (Rutilus rutilus), vielerorts Plötze genannt, ist der wohl häufigste Weißfisch unserer Gewässer und der perfekte Fisch für den Einstieg ins Angeln. Mit feiner Pose, ein paar Maden und etwas Futter lassen sich fast überall zuverlässig Bisse holen.
Größe: typisch etwa 15-30 cm, kapitale Exemplare bis rund 50 cmLaichzeit: Frühjahr, meist April bis Mai bei Wassertemperaturen ab etwa 10 °CNahrung: Allesfresser: Zooplankton, Insektenlarven, Würmer und Kleinweichtiere sowie pflanzliche Kost wie Algen und Wasserpflanzen
Beste Zeit zum Rotaugeangeln
Rotaugen beißen das ganze Jahr über, selbst im tiefsten Winter und unter Eis sind sie noch zu fangen. Im Sommer läuft es am besten in der Morgendämmerung bis kurz nach Sonnenaufgang, wenn die Schwärme am gefräßigsten sind - an heißen Tagen lohnt auch die späte Dämmerung. Im Frühjahr und Herbst bringt oft der Abend die dicksten Plötzen, während sich die Fische im Winter in die tieferen, ruhigen Zonen zurückziehen.
Wo steht der Rotauge?
Ruhige und leicht strömende Bereiche im offenen Mittelwasser von Seen und Teichen
Kraut- und Pflanzendickicht in Ufernähe, wo kleinere und mittlere Rotaugen stehen
Scharkanten, tiefe Löcher und Gumpen - dort halten sich die kapitalen Exemplare auf
Hafenbecken, Bootsstege und Spundwände mit gleichmäßiger Tiefe
Im Fluss: Buhnenköpfe, Strömungskanten und ruhige Kehrwasser hinter Hindernissen
Unter überhängenden Bäumen und an Schilfgürteln, die Deckung und Nahrung bieten
Im Winter deutlich tiefer: steile Uferabfälle, Häfen und Talsperren, teils in acht bis zehn Meter Tiefe, oft in Grundnähe an Stegen, Schilf oder großen Steinen
Methoden zum Rotaugeangeln
Posenangeln / Stippen
Rotauge und Pose gehören untrennbar zusammen - das ist die fängigste und einsteigerfreundlichste Methode. Am Stillgewässer reicht eine einfache, empfindlich austarierte Stipppose, die sich schnell auf die gewünschte Tiefe einstellen lässt und selbst zaghafte Bisse sauber anzeigt. Am Fluss kommt eine Wagglerpose oder Strömungspose zum Einsatz, mit der der Köder in der Drift geführt wird. Ein bewährter Trick im Fließwasser ist das verzögerte Fischen: Gegen Ende der Drift wird die Pose mehrfach kurz angehalten, sodass der Köder nach oben schwingt und verführerisch absinkt - genau in dieser Absinkphase kommen die meisten und heftigsten Bisse. Grundsätzlich lohnt es sich, verschiedene Tiefen durchzuprobieren, denn oft nehmen die Fische den Köder nur im Mittelwasser oder erst kurz über Grund.
Feedern (leicht)
Bei mehr Strömung, größerer Distanz oder wenn die dicken Plötzen tiefer stehen, spielt das leichte Feedern seine Stärke aus. Eine feinfühlige Winkelpicker- oder Feederrute mit weicher Spitze zeigt die vorsichtigen Bisse zuverlässig an, während der kleine Futterkorb den Köder direkt im Lockfutterteppich präsentiert. Gerade im Winter und im Fluss ist diese Methode oft die erste Wahl, weil sich der Köder ruhig und punktgenau am Grund anbieten lässt.
Köder für Rotauge
Rotaugen sind wenig wählerisch und nehmen eine breite Palette an Ködern. Kleine, feine Köder bringen die meisten Fische, größere und selektivere Happen locken gezielt die kapitalen Plötzen.
Made — Der Universalköder für Rotaugen und die erste Wahl für schnelle, zahlreiche Fänge - auch im Winter werden Maden trotz kalten Wassers bestens angenommen. Eine einzelne Made am kleinen Haken nur leicht durch die Haut anstechen, damit sie prall und lebendig bleibt. Für mehr Aktivität im Futter und weniger schnelle Sättigung der Fische eignen sich die kleineren Pinkies, die sich besonders bei Frost fein anbieten lassen.
Brotflocke / Teig — Eine locker aufgezogene Brotflocke oder ein weicher Teig aus Brot ist ein günstiger, überraschend fängiger Klassiker. Die Flocke schwebt verführerisch und löst sich langsam auf - ideal, um vorsichtige Rotaugen im Mittelwasser oder knapp über Grund zum Zupacken zu bringen.
Für die kleinmäuligen, oft zickigen Rotaugen zählt vor allem eine leichte, fein abgestimmte Montage mit geringem Widerstand. Zwei Aufbauten decken die meisten Situationen ab.
Schnur: Sehr fein fischen: Hauptschnur Mono 0,10-0,14 mm, Vorfach noch dünner. Dazu kleine, scharfe und feindrähtige Plättchenhaken (Gr. 16-20, im Winter auf Größe 10-12 mit Made hochgehen), eine sensibel austarierte Pose oder eine weiche Feederspitze für die feine Bisserkennung.
Der Klassiker ist die Made, die fast überall und das ganze Jahr funktioniert - einzeln am kleinen Haken nur leicht angestochen. Ebenfalls top sind Caster, Mais, Brotflocke und Teig; auf die kapitalen Plötzen wirken größere oder selektive Köder wie ein Wurmstück, ein Maiskorn oder gekochter Hanf. Im Winter sind Maden und die feineren Pinkies die zuverlässigste Wahl.
Welche Montage für Rotaugen?
Am besten eine feine Posenmontage mit Stipp- oder Matchrute: sehr dünne Hauptschnur (Mono 0,10-0,14 mm), eine leichte, fein ausgebleite Pose und ein kleiner Plättchenhaken der Größe 16-20 mit einer Made. Wichtig ist, die Pose so weit auszuloten, dass sie jeden zarten Biss anzeigt. Bei Distanz oder Strömung ist eine leichte Feedermontage mit weicher Spitze die Alternative.
Beißen Rotaugen im Winter?
Ja, Rotaugen lassen sich ganzjährig fangen, sogar unter Eis. Im Winter stehen sie tiefer und ruhiger - etwa an steilen Uferabfällen, in Häfen und Talsperren bis in acht, zehn Meter Tiefe. Fängig sind Maden und Pinkies an feiner Montage (Haken Gr. 10-12, 0,10er Schnur); angefüttert wird sparsam mit kleinen Mengen, damit die trägen Fische nicht satt werden.