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Fisch-Lexikon

Hering

Der Hering ist der Frühlingsfisch der Ostsee schlechthin — ein silbriger Schwarmfisch, der zur Heringszeit in dichten Zügen an Molen und Förden steht und der Klassiker fürs Paternoster ist.

Hering (Clupea harengus), Seitenansicht
Hering — wissenschaftlich Clupea harengus
AngabeWert
WissenschaftlichClupea harengus
GruppeSchwarmfisch (pelagisch)
GrößeTypisch sind 20 bis 30 cm bei einem Gewicht von rund 100 bis 300 g; kräftige Nordsee-Exemplare erreichen etwa 45 cm und bis zu rund 500 g. Der Ostseehering (Strömling) bleibt mit meist 15 bis 20 cm deutlich kleiner.
LaichzeitJe nach Population laicht der Hering zu unterschiedlichen Zeiten am Meeresboden ab, wobei die Eier an Substrat wie Steine, Pflanzen oder Kies haften. Man unterscheidet Frühjahrslaicher, die in flachen Küstenbereichen ablaichen, und Herbstlaicher in tieferen Gebieten. Ostseeheringe laichen überwiegend im Frühjahr, klassische Nordseeheringe im Herbst.
Schonzeit / Mindestmaßnach Küstenrecht & EU — siehe Meeresangeln Hering

Merkmale

Der Hering hat einen schlanken, seitlich leicht abgeflachten Körper mit blaugrünem bis blauschwarzem Rücken und silbrig glänzenden Flanken. Kennzeichnend sind die großen, locker sitzenden Rundschuppen, ein oberständiges Maul und der gekielte Bauch mit feinen Kielschuppen. Der Körper wirkt seitlich zusammengedrückt und trägt eine einzelne, mittig sitzende Rückenflosse.

Lebensraum

Der Hering ist ein ausgeprägter Schwarmfisch, der in dichten Verbänden im Freiwasser von Nordsee und Ostsee lebt. In der Ostsee bildet er die kleinere Unterart Ostseehering (Strömling); große Bestände ziehen im Frühjahr in Küstennähe und vor die Fördeausgänge, wo sie für Angler erreichbar werden. Als Schwarmfisch bleibt er fast durchgehend im Verband.

Nahrung: Der Hering ernährt sich vor allem von Zooplankton, das er als Filtrierer aus dem Wasser seiht, darunter kleine Ruderfußkrebse und Krill. Jungfische beginnen mit Phytoplankton, größere Heringe nehmen zusätzlich kleine Krebstiere und Fischlarven auf.

Verwechslungsgefahr

Der Hering ist am ehesten mit der kleineren Sprotte zu verwechseln, die einen scharf gesägten Bauchkiel besitzt und deren Rückenflosse weiter hinten ansetzt. Von der Sardine unterscheidet ihn das Fehlen strahlenförmiger Rillen auf dem Kiemendeckel sowie die gleichmäßigere Beschuppung.

Hering angeln

An der Ostsee wird der Hering vorwiegend im Frühjahr von Molen, Stegen und Kuttern mit dem Heringspaternoster befischt — einem Vorfach mit mehreren kleinen, farbig oder mit Fischhaut beköderten Haken. Das Paternoster wird mit einem Bleigewicht abgesenkt und mit ruhigen Auf-und-ab-Bewegungen durch den Schwarm geführt. Häufig hängen mehrere Fische zugleich am Vorfach, entsprechend passt eine stabile Rute mit feinfühliger Spitze. Der Fang hängt stark davon ab, ob ein Schwarm gerade in Reichweite steht.

Regeln an der Küste

Für Hering gelten an Ostsee und Nordsee eigene Mindestmaße und Schonzeiten je Küstenrevier — bei Dorsch, Lachs, Aal und Wolfsbarsch zusätzlich die jährlichen EU-Baglimits. Alle Werte mit Fundstelle stehen auf der Meeresangeln-Seite dieser Art.

Maße & Schonzeiten: Meeresangeln Hering — Regeln je Küstenrevier. Maßgeblich sind die Küstenfischereiverordnung des jeweiligen Landes und das geltende EU-Recht; verbindlich ist deine Angelerlaubnis vor Ort.

Weiter im Lexikon

Alle Regeln, Reviere und die EU-Baglimits stehen in der Meeresangeln-Übersicht. Für einen konkreten Termin am Binnengewässer hilft der Fang-erlaubt-Checker, und das Fisch-Lexikon führt die übrigen Arten.