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Fisch-Lexikon

Wolfsbarsch

Der Wolfsbarsch ist der silberne Sommergast der Nordseeküste: ein kampfstarker Räuber an Molen, Buhnen und Prielen, dem viele Angler gezielt mit Kunstködern nachstellen.

Wolfsbarsch (Dicentrarchus labrax), Seitenansicht
Wolfsbarsch — wissenschaftlich Dicentrarchus labrax
AngabeWert
WissenschaftlichDicentrarchus labrax
GruppeRaubfisch
GrößeAn der Nordseeküste meist 40–70 cm; kapitale Fische über 80 cm und mehrere Kilogramm. Die Art wird maximal etwa 1 m lang und bis rund 12 kg schwer, wobei Weibchen größer werden als Männchen.
LaichzeitIm Nordatlantik und in der Nordsee etwa Mai bis August, in südlichen Beständen Winter bis Frühjahr. Die Eier treiben pelagisch im Freiwasser, und die Jungfische wachsen in Ästuaren und Brackwasser auf.
Schonzeit / Mindestmaßnach Küstenrecht & EU — siehe Meeresangeln Wolfsbarsch

Merkmale

Kräftiger, spindelförmiger Körper mit silbrig glänzenden Flanken, dunkelgrau- bis blaugrauem Rücken und hellem Bauch. Charakteristisch sind zwei deutlich getrennte Rückenflossen, deren erste kräftige Stachelstrahlen trägt, sowie ein dunkler Fleck am Rand des Kiemendeckels. Die vollständige Seitenlinie ist gut sichtbar, die Schwanzflosse leicht gegabelt, und der Unterkiefer steht etwas vor.

Lebensraum

Der Wolfsbarsch ist ein wärmeliebender Küstenräuber des Ostatlantiks und Mittelmeers, der im Sommer bis in die Nordsee vordringt. An der deutschen Küste bestehen Fangchancen vor allem im Hochsommer rund um die ost- und nordfriesischen Inseln, an Molen, Buhnen, Prielen und Brackwassereinläufen. Er bevorzugt flache, strömungsreiche Bereiche über Sand und Fels und zieht im Winter in tieferes Wasser.

Nahrung: Nachtaktiver Raubfisch, der Schwarmfische wie Sprotten und junge Heringe sowie Krebse, Garnelen und Weichtiere jagt; große Wolfsbarsche ernähren sich überwiegend von Fisch.

Verwechslungsgefahr

Kann mit der dicklippigen Meeräsche verwechselt werden, die in denselben flachen Küstenbereichen steht. Der Wolfsbarsch trägt einen dunklen Fleck am Kiemendeckel, zwei getrennte Rückenflossen mit stacheligem Vorderteil und einen leicht vorstehenden Unterkiefer; die Meeräsche fällt durch auffällig dicke Lippen und ein kleineres Maul auf.

Wolfsbarsch angeln

Vom Ufer wird der Wolfsbarsch an Molen, Buhnen und in Prielen der friesischen Inseln vor allem im Spinnfischen mit Wobblern, Gummifischen und Meerforellenblinkern beangelt; tagsüber laufen helle, silbrige Köder gut, in der Dämmerung dunklere. Beim Brandungs- und Naturköderangeln fängt man mit Wattwurm, Seeringelwurm, Fischfetzen sowie Krabben- und Miesmuschelfleisch. Die aussichtsreiche Zeit liegt im Hochsommer und Frühherbst, etwa von Juni bis Oktober. Bewährt ist die Jagd rund um Strömungskanten und bei auflaufendem Wasser.

Regeln an der Küste

Für Wolfsbarsch gelten an Ostsee und Nordsee eigene Mindestmaße und Schonzeiten je Küstenrevier — bei Dorsch, Lachs, Aal und Wolfsbarsch zusätzlich die jährlichen EU-Baglimits. Alle Werte mit Fundstelle stehen auf der Meeresangeln-Seite dieser Art.

Maße & Schonzeiten: Meeresangeln Wolfsbarsch — Regeln je Küstenrevier. Maßgeblich sind die Küstenfischereiverordnung des jeweiligen Landes und das geltende EU-Recht; verbindlich ist deine Angelerlaubnis vor Ort.

Weiter im Lexikon

Alle Regeln, Reviere und die EU-Baglimits stehen in der Meeresangeln-Übersicht. Für einen konkreten Termin am Binnengewässer hilft der Fang-erlaubt-Checker, und das Fisch-Lexikon führt die übrigen Arten.