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Fisch-Lexikon

Hornhecht

Der Hornhecht ist der grätengrüne Frühsommerbote der Ostsee: ein pfeilschlanker Oberflächenjäger mit langem Schnabel, der im Mai in großen Schwärmen an die Küste zieht.

Hornhecht (Belone belone), Seitenansicht
Hornhecht — wissenschaftlich Belone belone
AngabeWert
WissenschaftlichBelone belone
GruppeSchwarmfisch (pelagisch)
GrößeTypische Längen liegen bei etwa 60 bis 75 cm, das Höchstmaß bei rund 90 cm. Das Gewicht erreicht meist einige hundert Gramm, kräftige Exemplare bis etwa 1,3 kg.
LaichzeitDie Laichzeit fällt in unseren Breiten meist auf Mai und Juni. Die Fische laichen küstennah in flachem Wasser; die klebrigen Eier werden mit Haftfäden an treibendes Substrat wie Tang und Pflanzen geheftet.
Schonzeit / Mindestmaßnach Küstenrecht & EU — siehe Meeresangeln Hornhecht

Merkmale

Der Hornhecht hat einen sehr langgestreckten, schmalen Körper mit leuchtend blaugrünem Rücken und silbrigen Flanken sowie weit hinten sitzender Rücken- und Afterflosse. Auffällig ist der lange, schnabelförmige Kiefer mit vielen feinen, spitzen Zähnen. Eine Besonderheit sind die grün gefärbten Gräten: Die Farbe stammt vom Gallenfarbstoff Biliverdin und ist gesundheitlich unbedenklich.

Lebensraum

Der Hornhecht ist ein oberflächennaher Schwarmfisch und kommt in Nordsee und Ostsee vor. Im Winter hält er sich in tieferem, offenem Wasser auf und zieht ab dem Frühjahr in großen Schwärmen zum Laichen an die Küsten. In der westlichen und südlichen Ostsee liegt die Hauptsaison meist ab Anfang Mai über einige Wochen, wenn die Fische dicht unter Land stehen.

Nahrung: Der Hornhecht jagt vor allem kleine Schwarmfische wie Sandaale, Sprotten und junge Heringe. Ergänzend nimmt er Krebstiere und gelegentlich Kopffüßer auf und nutzt dabei seine großen Augen und den bezahnten Schnabel zum Ergreifen der Beute.

Verwechslungsgefahr

Am ehesten ist der Hornhecht mit dem selteneren Makrelenhecht zu verwechseln, der jedoch hinter Rücken- und Afterflosse mehrere kleine Flösselchen trägt und einen kürzeren Schnabel hat. Durch die extreme Körperform und den langen Kiefer bleibt der Hornhecht ansonsten unter den heimischen Arten gut kenntlich.

Hornhecht angeln

Vom Ufer, von Molen und Stränden wird der Hornhecht klassisch mit einer Wasserkugel als Wurfgewicht und weit dahinter laufender Montage befischt. Als Köder dienen ein Streifen Fischfetzen oder ein Fransenköder aus Wolle, in dem sich die vielen kleinen Zähne verfangen, sodass der Fisch beim Anhieb hält. Die durchsichtige Wasserkugel bringt Weite und hält den Köder in der oberflächennahen Zone, in der der Hornhecht jagt. Auch Blinker und Fliegen kommen zum Einsatz; der Erfolg hängt stark davon ab, ob die Schwärme schon eingetroffen sind.

Regeln an der Küste

Für Hornhecht gelten an Ostsee und Nordsee eigene Mindestmaße und Schonzeiten je Küstenrevier — bei Dorsch, Lachs, Aal und Wolfsbarsch zusätzlich die jährlichen EU-Baglimits. Alle Werte mit Fundstelle stehen auf der Meeresangeln-Seite dieser Art.

Maße & Schonzeiten: Meeresangeln Hornhecht — Regeln je Küstenrevier. Maßgeblich sind die Küstenfischereiverordnung des jeweiligen Landes und das geltende EU-Recht; verbindlich ist deine Angelerlaubnis vor Ort.

Weiter im Lexikon

Alle Regeln, Reviere und die EU-Baglimits stehen in der Meeresangeln-Übersicht. Für einen konkreten Termin am Binnengewässer hilft der Fang-erlaubt-Checker, und das Fisch-Lexikon führt die übrigen Arten.