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Fisch-Lexikon

Graskarpfen (Amur)

Der Graskarpfen stammt aus Ostasien und wurde in Deutschland gezielt zur Bekämpfung von Wasserpflanzen eingesetzt. Er wird sehr groß, ernährt sich fast rein pflanzlich — und ist am Haken ein außergewöhnlich kraftvoller Gegner.

Graskarpfen (Amur) (Ctenopharyngodon idella), Seitenansicht
Graskarpfen (Amur) — wissenschaftlich Ctenopharyngodon idella
AngabeWert
WissenschaftlichCtenopharyngodon idella
GruppeFriedfisch
GrößeHäufig 50–80 cm; kapitale Fische erreichen über einen Meter und mehr als 20 Kilogramm.
LaichzeitIn Deutschland ohne Bedeutung, da keine natürliche Vermehrung stattfindet; in seiner Heimat laicht er im Sommer in strömenden Flüssen.
Schonzeit / Mindestmaßkeine landesrechtliche Regelung — siehe unten

Merkmale

Langgestreckter, torpedoförmiger Körper mit großen, deutlich gezeichneten Schuppen und breitem, stumpfem Kopf. Barteln fehlen vollständig, was ihn klar vom Karpfen trennt. Die Färbung reicht von grünlich-grau am Rücken bis messingfarben an den Flanken.

Lebensraum

Stehende und langsam fließende, pflanzenreiche Gewässer — Teiche, Baggerseen, Kanäle und Talsperren. In Deutschland kommt er praktisch nur durch Besatz vor; natürliche Fortpflanzung findet in unseren Gewässern in aller Regel nicht statt, weil er dafür lange, warme Fließstrecken benötigt.

Nahrung: Überwiegend Wasserpflanzen — ein ausgewachsener Graskarpfen frisst täglich ein Vielfaches seines Körpergewichts an Grünmasse. Jungfische nehmen zusätzlich Zooplankton und Insektenlarven.

Verwechslungsgefahr

Mit dem Karpfen — der aber vier deutliche Barteln trägt. Auch mit dem Döbel kann er auf den ersten Blick verwechselt werden; der Döbel bleibt jedoch erheblich kleiner und hat ein größeres, endständiges Maul.

Graskarpfen angeln

Am besten mit pflanzlichen Ködern: frisches Gras, Kohl- oder Salatblätter, dazu Brot, Mais und Boilies. Der Graskarpfen ist extrem scheu und flieht bei Störungen; leise Annäherung und lange Würfe zahlen sich aus. Nach dem Anhieb liefert er lange, kraftvolle Fluchten — kräftige Schnur und ein großer Kescher sind Pflicht.

Was rechtlich gilt

Für den Graskarpfen setzt keine Landesfischereiverordnung eine Schonzeit oder ein Mindestmaß fest. Als gebietsfremde Art unterliegt er jedoch in mehreren Ländern einem Aussetzungsverbot und teils einer Anlandepflicht (Zurücksetzverbot). Der Besatz ist fast überall genehmigungspflichtig. Maßgeblich sind das Landesrecht und die Gewässerordnung.

Ohne Landesregelung heißt nicht ohne Regeln: Die Gewässerordnung deines Angelgewässers kann eigene Mindestmaße, Schonzeiten oder Entnahmegrenzen festlegen — sie geht dem Landesrecht im Zweifel vor, soweit sie strenger ist. Maßgeblich ist immer deine Erlaubniskarte.

Weiter im Lexikon

Für die Arten mit eigener Schonzeit und eigenem Mindestmaß führt das Fisch-Lexikon ausführliche Angel-Guides. Ob dein Zielfisch heute entnommen werden darf, beantwortet der Fang-erlaubt-Checker; alle Regeln nach Bundesland stehen in der Schonzeiten-Übersicht.