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Fisch-Lexikon

Güster (Blicke)

Die Güster ist ein hochrückiger, silbrig glänzender Weißfisch, der in fast jedem stehenden und langsam fließenden Gewässer Deutschlands vorkommt — und beim Angeln regelmäßig mit der Brasse verwechselt wird.

Güster (Blicke) (Blicca bjoerkna), Seitenansicht
Güster (Blicke) — wissenschaftlich Blicca bjoerkna
AngabeWert
WissenschaftlichBlicca bjoerkna
GruppeFriedfisch
GrößeMeist 15–25 cm; Exemplare über 30 cm sind bereits kapital, mehr als etwa 35 cm erreicht die Art kaum.
LaichzeitMai bis Juni, in Ufernähe über Pflanzen und flachem Grund; die Güster laicht in großen Gruppen.
Schonzeit / Mindestmaßkeine landesrechtliche Regelung — siehe unten

Merkmale

Hochrückiger, seitlich stark abgeflachter Körper mit großen, silbrig glänzenden Schuppen. Das sicherste Unterscheidungsmerkmal zur Brasse sind die Brust- und Bauchflossen: Sie haben bei der Güster einen deutlich rötlichen Ansatz, während sie bei der Brasse grau bleiben. Dazu ist das Auge im Verhältnis zum Kopf auffällig groß, und die Seitenlinie trägt nur etwa 44 bis 48 Schuppen (Brasse: rund 51 bis 60).

Lebensraum

Stehende und langsam fließende Gewässer mit weichem Grund — Seen, Altarme, Kanäle, staugeregelte Flussabschnitte. Die Güster lebt gesellig in Schwärmen, oft gemeinsam mit Brassen und Rotaugen, und hält sich meist in Bodennähe über Schlamm- und Sandflächen auf.

Nahrung: Zuckmückenlarven, Würmer, kleine Krebstiere, Schnecken und Pflanzenteile, die sie am Gewässergrund aufnimmt.

Verwechslungsgefahr

Vor allem mit der Brasse, besonders bei jungen Fischen. Merkregel: rötlicher Flossenansatz und großes Auge sprechen für die Güster. Auch mit der Zope kann sie verwechselt werden — diese hat jedoch eine deutlich längere Afterflosse und ist in manchen Ländern geregelt.

Güster angeln

Die Güster geht auf feines Posen- und Feederangeln mit Made, Wurm, Mais oder Brotflocke. Ein leichtes Vorfach, kleine Haken (Größe 12–16) und angefüttertes Grundfutter bringen im Sommer oft ganze Serien. Als Beifang beim Brassenangeln ist sie fast unvermeidlich.

Was rechtlich gilt

In fast allen Bundesländern hat die Güster weder Schonzeit noch Mindestmaß — in Bayern und Berlin steht sie ausdrücklich in der Liste der Arten ohne Schonbestimmungen. Eine Ausnahme ist Rheinland-Pfalz: Dort gilt ein Mindestmaß von 15 Zentimetern (in den Grenzgewässern Mosel, Sauer und Our allerdings nicht). Maßgeblich bleibt zusätzlich die Gewässerordnung deines Angelgewässers — Vereine und Pächter setzen häufig eigene Regeln, etwa Entnahmebegrenzungen.

Ohne Landesregelung heißt nicht ohne Regeln: Die Gewässerordnung deines Angelgewässers kann eigene Mindestmaße, Schonzeiten oder Entnahmegrenzen festlegen — sie geht dem Landesrecht im Zweifel vor, soweit sie strenger ist. Maßgeblich ist immer deine Erlaubniskarte.

Weiter im Lexikon

Für die Arten mit eigener Schonzeit und eigenem Mindestmaß führt das Fisch-Lexikon ausführliche Angel-Guides. Ob dein Zielfisch heute entnommen werden darf, beantwortet der Fang-erlaubt-Checker; alle Regeln nach Bundesland stehen in der Schonzeiten-Übersicht.